von Ina Müller

Hoppla Georgette!

Zu dümmlicher, dämlicher, peinlicher Werbung habe ich ein ausgeprägt gespaltenes Verhältnis. Sie quält, belustigt, verärgert und erhebt mich gleichermassen. Wenig Erbauung und viel Fremdschämen verursacht bei mir besonders die unerträgliche Mundart, die durch Direktübertragung aus schriftlichem Hochdeutsch entsteht: «Für frischä Atem spüeled Si ihre Mund mit Schaumi!», und «Mit em Flaumi Wischmopp erreiched Si jede Winkel vo dä Träppe!», aber «Spräched Si davor mit irem Arzt über möglichi Näbewürkige». Ich war schon öfters drauf und dran, mein Körbchen irgendwo abzustellen und unverrichteten Einkaufs ein solcherart beschalltes Ladengeschäft fluchtartig wieder zu verlassen. 

CoroNasowas!

Ich verstehe daher diese Corona-Protestierenden immer noch nicht. Sind die nicht froh, dass die Lepra, die Pocken und die Pest hierzulande ausgerottet sind? Würden die auch mit Tuberkulose- oder Ebola-Kranken eine Telefonzelle teilen? Macht es ihnen keinen Eindruck, dass in Schweden, wo kaum Schutzmassnahmen getroffen wurden, die Sterblichkeit dieses Jahr so hoch war, wie seit über 150 Jahren nicht mehr? Mich irritiert diese irrationale Verantwortungslosigkeit einer wohlstandsverwöhnten Gesellschaft, die sich keiner Einschränkung beugen will.

CoroNarzissmus

Empörte, Rechtsextreme, Wirtschaftsvertreter und Verschwörungstheoretikerinnen protestieren gegen die «Diktatur» behördlicher Pandemie-Schutzkonzepte. Viele sind massnahmenmüde, und viele Junge foutieren sich sowieso. Was haben sie gemein? 

Liebe Jolanda,

Wie geht es dir? Mein Selbstverständnis als Feministin ist zurzeit leider leicht angeknackst: Ein monumentales Schwergewicht, eine Kometin am feministischen Firmament hebt mit ihrer Gravitationskraft alle Diskurse aus den Angeln. Du kennst sie sicher, wir wollen sie MiBi nennen. Ihr avantgardistischer «Mamablog» hat sie zur Journalistin des Jahres gemacht (neu erhältlich in Buchform beim renommierten…

Auf Stand-by

Auf die Gefahr hin, frivol zu wirken, muss ich gestehen, dass ich vom Lockdown bisher eher profitiert habe (Sie aber auch! Siehe unten).

Fernkino

Am letzten Sonntag war ich, ohne es zu wissen, für längere Zeit zum letzten Mal im Kino: Selten habe ich bei einer an sich harmlosen und handlungsarmen Geschichte eine solche Intensität, eine fast körperliche Anspannung empfunden, die bis zum Schluss nicht abflacht.

Verlorene Kindheit

Darüber wie die Verbesserung der Leistungs- und Widerstandsfähigkeit durchaus Teil des neoliberalen Gruselkabinetts sein kann.

Touch

Ina Müller mit einem Loblied auf die papierene Raschelzeitung – über die nötige Wucht eine Rossbremse zu bodigen und einen Kochherd der sich weigert.

Ein anderes #MeToo

Für eine Volksschullehrerin geziemt es sich wohl nicht, das eigene Kind auf eine Privatschule zu schicken. Das schmeckt nach «Wasser predigen und Wein trinken». In den Schulen, die ich von innen kenne, scheint es mir jedoch überdurchschnittlich oft vorzukommen. 

Feminismus reloaded

Feminismus ist in aller Munde. Hurra! Auf ‹20 minuten› können wir ein mediales Pingpong zum Thema mitverfolgen. Ping: Die Bloggerin Suzan Lazar, die ihr Geld mit der Präsentation von Bademode in anzüglichen Posen verdient, bezeichnet sich als Feministin.