von Ina Müller

Böhmische Dörfer

Alles wird gut: Ein nie dagewesener Wahlerfolg von Frauen, Stefan Gärtner (WoZ) thematisiert das Unding der weiblichen Intimrasur, die angeblich knabenfeindliche Schule wird in der ‹NZZ am Sonntag› als Hokuspokus entlarvt, Kindergarten-Lehrerinnen wollen für ihre älteren Kolleginnen Lohngleichheit erstreiten.

Frech! Oder?

Da wo ich wohne, geht es ziemlich steil bergauf. Wenn ich dicke einkaufe, lasse ich daher Schweres und Sperriges am Strassenrand stehen, damit ich es vom Parkplatz aus nicht allzuweit tragen muss

Höherer Blödsinn

Ich arbeite in einem Beruf, in dem Erfahrung von grossem Wert ist. Das Schulsystem mit seinen vielen Verwaltungsebenen, Spezialaufgaben und einem immer komplexeren Angebot ist am Anfang kaum zu durchschauen.

Ausgebremst

Austausch unter Berufskollegen. Die grossen Ferien sind vorbei. Die Reiseziele waren relativ unspektakulär.

Hingehn!

Wenn alles gut gegangen ist, haben Sie heute keine Zeit gehabt, diese Kolumne zu lesen. Dann wären Sie heute alle mit Streiken beschäftigt gewesen – die Frauen zu Tausenden auf den Strassen und die Männer als ihre Stellvertreter im Haus und am Herd, bei der familiären Kinderbetreuung oder im Beruf, der keine Abwesenheiten erlaubt.

Rosarote Elefanten

Ein tolles Heft hat der VPOD mit der «Bildungspolitik» Nr. 211 vom Mai 2019 vorgelegt: Lauter Beiträge zur Geschlechtergerechtigkeit und zum Frauenstreik – grossartig! Leider trüben ausgerech­net zwei Beiträge von Männern das Bild. Schade…

Geht’s mich was an?

“Selbstverständlich ist es Politik, wenn Care-Berufe (zu denen auch die Bildung gehört) kaputtgespart werden, wenn plötzlich Effizienz postuliert, ein Markt eröffnet, Rentabilität gefordert und eine sauteure Evaluations-Kaste etabliert wird.”

Warum streiken?

Die Antwort ist komplexer und vielfältiger als die simple «Gleichberechtigung». Wir wollen ja nicht «gleich», wir wollen «anders». Das Feministische Leseseminar Zürich hat einen Katalog an Gegenfragen gesammelt, mit denen wir weitere Frauen dafür gewinnen können, sich in feministischen Anliegen und als Streikende wiederzuerkennen. Fragen Sie doch mal eine Bekannte oder Unbekannte (Auszug aus dem Fragenkatalog):

crazy / weglaufen

Die Elterngeneration bleibt selbst ewig jugendlich, Ausreissen ist der konsumistischen Form exzessiven Herumreisens gewichen, Selbstverwirklichung ist Pflicht. Sind wir nun alle frei?

Missverständnisse

Dass die Liebe kein angeborener Umstand ist, ist mittlerweile eine Binsenwahrheit. Denken wir nur ans Heiraten. Das war die längste Zeit eine Angelegenheit, die von materiellen Voraussetzungen, gesellschaftlichen Zielen und familiären Traditionen gesteuert wurde.