Category Kolumne Post Scriptum

Frauenparkplatz

Was folgt, ist nur eine kleine Geschichte, aber ich finde, sie sollte unbedingt erzählt werden: Die Grossmutter spaziert mit ihrem sechsjährigen Enkel von der Bushaltestelle nach Hause. Auf ihrem Weg kommen sie am Sitz eines grossen Konzerns vorbei, der vor dem Haus einen eindrucksvollen Parkplatz hat.

Verdrängtes Paradies

Einerseits, muss man sagen, ist da noch immer etwas von der Pandemie übrig. Sogar etwas viel davon. Andererseits ist Krieg, überall auf der Welt. In den Flüchtlingslagern hat sich nichts verändert, mindestens nicht zum Guten, denn es waren seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie so viele Menschen auf der Flucht wie jetzt. Und dazwischen und darum herum fühlt sich der Juni an wie ein August, er ist zu warm, zu schön, zu flirrend und man treibt wie auf einer Welle mittendrin im Klimawandel, treibt immer weiter hinaus, hinaus ins grosse Meer, von dem man irgendwann nicht mehr zurückschwimmen kann an den Strand, vielleicht schon jetzt. 

Ärgerbnb / Queasyjet (1)

Man soll ja keine Billigferien buchen. Nun hatte ich aber grad nicht so viel flüssig und grossen Meeresbedarf. In einem südfranzösischen Badeort wollte ich von Auffahrt bis Pfingsten via Airbnb logieren.

Biblische Plagen

Und der Bundesrat dachte eigentlich, dass es gut war. Aber siehe, da kam eine grosse Unruhe übers Land, und die Trychler schrien auf dem Bundesplatz gen Himmel, und der Bundesrat erschrak und sprach: «Covid-19 ist vorbei! Gehet hin in Frieden und macht, was euch gelüstet.»

Nacktes Lachen

Mein Mann stand am Grill, in der einen Hand das Bier, die Grillzange in der anderen, und ich stellte mir vor, ich wäre das, ebenfalls nur in Shorts und somit oben ohne. Ich merkte, das war leicht. Nicht die Vorstellung von mir, natürlich, sondern sich darüber lustig zu machen. Darüber, dass ein nackter Frauenoberkörper genauso selbstverständlich sein soll wie der eines Mannes. 

Bedrohungslage

Eine befreundete Tessiner Hotelière erwähnte letzthin, eigentlich habe sie im Moment nur zwei Probleme: Personalmangel und Wassermangel. Das Tessin trocknet gerade aus, und auch wenn es ein bisschen regnet, wird es nicht grundsätzlich besser. Denn der Wassermangel so ziemlich überall im, haha, «Wasserschloss Europas», nach lächerlich wenigen Wochen ohne Regen, ist systemisch. Und bei Wasser hört der Spass auf.

Kindergeburtstag

Ich hatte diese grossartige Idee, den Kindergeburtstag meines Sohnes in der Lasertag-Arena in Zürich zu verbringen. Nicht, dass es mir selbst eingefallen wäre, aber mein Sohn wünschte sich das für sich und seine Freunde. Ich war schwach und verzweifelt, denn die Geburtstagsfeier vor einem Jahr war coronabedingt ausgefallen, Schnitzeljagden oder bräteln im Wald sind komplett ausser Mode mittlerweile, und so geschah es dann also.

Gute Nachrichten

«Noch immer ist sich die Forschung uneins, was vor 60 Millionen Jahren geschah, als die damals dominierenden Tierarten plötzlich ausstarben, aber eines ist klar: Ohne diese Katastrophe gäbe es heute kein intelligentes Leben in der uns bekannten Form auf unserem Planeten. War ein Meteoriteneinschlag die Ursache für die Klimaveränderung, die die Säugetiere auslöschte und so den Weg freimachte für die Entwicklung der Insektenheit?» – Ungefähr so stelle ich mir den Lead zu einem Artikel vor, im Wissenschaftsbund einer Wochenzeitung einer Ameisen- oder Kakerlakenkultur der Zukunft. 

Krieg und Hunger

Langsam fügt sich so einiges zusammen. Der Krieg in der Ukraine ist eine Katastrophe, aber so ganz nebenbei, wenn diese Bemerkung denn erlaubt sei, unterstreicht er einige für uns lebenswichtige Zusammenhänge. Etwa bei der Nahrungsmittelproduktion.