Category Gedanken zur Woche

Ohne Park keine Wirtschaft?

Den kantonalen Gestaltungsplan für den Innovationspark auf dem Areal des Flugplatzes Dübendorf hat das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 8. Juli aufgehoben. Dieses Urteil zieht der Regierungsrat nun weiter ans Bundesgericht. Das war zu erwarten: Im Urteil heisst es, dass die Festsetzung des kantonalen Gestaltungsplans Innovationspark Zürich «unzulässig und mit dem kantonalen Recht nicht vereinbar» sei. Dies unter anderem, weil man mit dem Instrument eines Gestaltungsplans keine Bauzone «der vorgesehenen Art und Grösse» in der kantonalen Landwirtschaftszone schaffen könne.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Der Richter und seine Partei

Die SVP will ihren Bundesrichter Yves Donzallaz nicht zur Wiederwahl empfehlen. Der Grund: Unliebsame Urteile.  Geärgert hat die SVP, dass Donzallaz zu einer knappen Mehrheit beigetragen hat, dass die UBS KundInnendaten an Frankreich liefern muss. 2015 hat er mitentschieden, dass die Personenfreizügigkeit Vorrang gegenüber der Masseneinwanderungsinitiative habe.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Im Grunde gut?

Die Menschheit ist im Grunde gut, meint Rutger Bregman. Und wohl auch vernünftig. Aber eine kleine Minderheit kann einen grossen Effekt haben. Wenn man sie anstachelt. Es braucht jetzt etwas weniger Aufmerksamkeit für jene, die nach Aufmerksamkeit schreien. Dann sollten wir diese Lage meistern können. Im Guten. 

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Joe Business

Die Amerikaner haben einen Sinn fürs Show-business – sie haben es schliesslich auch erfunden. Und darum können sie tatsächlich Anlässe, die sonst von der Anlage her sterbenslangweilig wären, mindestens zeitweise unterhaltsam gestalten. So auch Parteitage, die hierzulande – wenn nicht gerade der Kapitalismus überwunden wird – sich niemand freiwillig im Fernsehen schauen würde.  

Nachdenken statt begrenzen

Wenn man sich zwischen zwei Wegen entscheiden muss, und der eine ist einem zu eigentlich zu glattbetoniert und der andere zu steinig, dann lohnt es sich, kurz zu rekapitulieren, wo man hinwill.

Düstere Wendung

Vielleicht hätte sich der Nahostkonflikt durchaus wieder seinen Platz ergattert, drehte sich das Medienkarussell um Trump und eine Handvoll Partygänger im Zürcher Club Flamingo nicht so rapide um sich selbst. So vollziehen sich die neusten Wendungen im Morgenland etwas stiller als auch schon – nichtsdestotrotz mit fataler Wirkung.

Zeitverschwendung?

Das ist die Geschichte einer enttäuschten Liebe. Sie endet nicht tragisch, sondern ratlos. Mit einem Schulterzucken. Oder wie Bob Dylan einmal sang: «I aint saying you treated me unkind, could have done better but I don’t mind, you just kinda wasted my precious time, but don’t think twice it’s alright.»

Die neue Welt wartet

Corona und seine Nebenwirkungen: Diese Tage, Wochen und Monate sind zum Lackmustest für Gesellschaften um den Globus geworden. Weil Krisen in gewissem Sinne stets Not zur Deutung bergen, sollte die Corona-Pandemie zumindest die Sphären des Denkbaren erweitern.

Ungemütlich eingerichtet

Man könnte denken, das würde den Männern gefallen, zumal ja das mit dem Patriarchat und dem Führen sonst nicht mehr so ganz klar ist. Das war allerdings nicht so. Mir schien, als wäre es der Mehrheit in diesem Kurs – Frauen genauso wie Männern – viel lieber, es wäre umgekehrt. Und ich fragte mich da, warum funktioniert das Patriarchat, wenn es so offensichtlich an den Bedürfnissen der Menschen vorbei geht?

Spirale der Gewalt

«Ich will ihn nicht auf einem Hemd sehen, wie die anderen», so die Worte von George Floyds Bruder Philonese, während eines Telefongesprächs mit dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden letzte Woche. Jeder US-Afroamerikaner wird gewusst haben, was Philonese Floyd damit meinte.