Category Gedanken zur Woche

Düstere Wendung

Vielleicht hätte sich der Nahostkonflikt durchaus wieder seinen Platz ergattert, drehte sich das Medienkarussell um Trump und eine Handvoll Partygänger im Zürcher Club Flamingo nicht so rapide um sich selbst. So vollziehen sich die neusten Wendungen im Morgenland etwas stiller als auch schon – nichtsdestotrotz mit fataler Wirkung.

Zeitverschwendung?

Das ist die Geschichte einer enttäuschten Liebe. Sie endet nicht tragisch, sondern ratlos. Mit einem Schulterzucken. Oder wie Bob Dylan einmal sang: «I aint saying you treated me unkind, could have done better but I don’t mind, you just kinda wasted my precious time, but don’t think twice it’s alright.»

Die neue Welt wartet

Corona und seine Nebenwirkungen: Diese Tage, Wochen und Monate sind zum Lackmustest für Gesellschaften um den Globus geworden. Weil Krisen in gewissem Sinne stets Not zur Deutung bergen, sollte die Corona-Pandemie zumindest die Sphären des Denkbaren erweitern.

Ungemütlich eingerichtet

Man könnte denken, das würde den Männern gefallen, zumal ja das mit dem Patriarchat und dem Führen sonst nicht mehr so ganz klar ist. Das war allerdings nicht so. Mir schien, als wäre es der Mehrheit in diesem Kurs – Frauen genauso wie Männern – viel lieber, es wäre umgekehrt. Und ich fragte mich da, warum funktioniert das Patriarchat, wenn es so offensichtlich an den Bedürfnissen der Menschen vorbei geht?

Spirale der Gewalt

«Ich will ihn nicht auf einem Hemd sehen, wie die anderen», so die Worte von George Floyds Bruder Philonese, während eines Telefongesprächs mit dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden letzte Woche. Jeder US-Afroamerikaner wird gewusst haben, was Philonese Floyd damit meinte.

Radikalisierung

Warum Min Li Marti sich nach dem 11. September nicht radikalisierte, obschon sie aus Neugier sogar ein paar neokonservative Bücher gelesen hatte.

Kinder, Küche, Corona?

Man soll niemals eine gute Krise verschwenden, soll Winston Churchill nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gesagt haben. Und so ist auch jetzt die Stunde der Corona-Interpreten angebrochen.

Polarisierung

Seit Jahren ärgert mich eine gewisse Form der Politikberichterstattung, die eine falsche Äquivalenz mit Objektivität verwechselt. Diese beliebte Form geht wie folgt: Die einen sagen dies, die anderen sagen das, die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Und gescholten werden die Polparteien, gelobt werden die dazwischen. Polarisierung ist in dieser Lesung immer schlecht, Kompromisse sind…

Fünf Parteien im Abseits

Ich habe mich schon lange nicht mehr so geärgert wie über die Fraktionserklärung von SP, SVP, FDP, GLP und AL zu den Schulen, die Markus Späth (SP und ehemaliger Kantonsschullehrer) am Montag im Kantonsrat verlas: Weniger des Inhalts als des Tons wegen, mit dem Silvia Steiner als Bildungsdirektorin des Kantons Zürich und als Präsidentin der…

Reinkultur

Am vergangenen Donnerstag beendete Bernie Sanders seine Präsidentschaftskampagne. Am Montag gab er in einem gemeinsamen Videoauftritt mit Joe Biden bekannt, dass er dessen Kandidatur unterstützt. Damit endet eine spektakuläre Kampagne relativ sang- und klanglos. Für viele seine AnhängerInnen ein bitterer Moment. Einige geben die Wahlen im November schon verloren. Bernie hätte gewonnen, meinen sie, aber Joe Biden, ein schwacher Kandidat, sei chancenlos gegen Trump.