von Andrea Sprecher

Kindergeburtstag

Ich hatte diese grossartige Idee, den Kindergeburtstag meines Sohnes in der Lasertag-Arena in Zürich zu verbringen. Nicht, dass es mir selbst eingefallen wäre, aber mein Sohn wünschte sich das für sich und seine Freunde. Ich war schwach und verzweifelt, denn die Geburtstagsfeier vor einem Jahr war coronabedingt ausgefallen, Schnitzeljagden oder bräteln im Wald sind komplett ausser Mode mittlerweile, und so geschah es dann also.

I am not amused

Menschen haben neben ihrer Arbeit noch ein Leben. Eines, das nicht nur zwischen Feierabend und Morgenkafi stattfinden soll. Damit hat man offenbar nicht gerechnet. 

Dieser Krieg

Jetzt ist also Krieg. Noch zählen wir ihn in Tagen. Die europäische Friedensordnung, wenn es denn so eine gab, ist endgültig beendet. Nicht digital, sondern hundskommun, mit Bodentruppen, Panzern und Luftangriffen. Wenn ich die Nachrichten schaue, dann meine ich, eine Verfilmung der Vergangenheit zu sehen. So habe ich das in der Schule noch gelernt, so war damals der Krieg, und wir meinten, er sei nun weiter, digitaler, nun ist er so wüst wie eh und je. Die Menschen in diesem Film sind in Farbe, nicht mehr schwarz-weiss, wie ich das in Erinnerung habe, die Kleider, die sie tragen, kenne ich, die gleichen Marken kaufen wir auch hier. Der Krieg ist nah und wahr. Wir haben das so nicht erwartet. Noch vor einer Woche meinten wir kollektiv, es sei ein Bluff. Es ist Krieg.

Was für ein Gefühl

Ich möchte gerne wissen, was es für ein Gefühl ist. Das würde mich sehr interessieren. Fühlt es sich an wie ein Erfolg? Ein Sieg? Oder ist es mehr einfach eine Genugtuung? Macht man eine gute Flasche Wein auf? Champagner sogar? Ich muss das Alexander Brunner von der FDP persönlich einmal fragen, er wird es ja wohl am besten beschreiben können, denn er hat es kürzlich gerade erlebt! 

Wahlen

Wir assen endlich wieder einmal in einem Restaurant. Meine ganze Familie mit Schwägerin und Schwager, Schwiegermutter, Kindern.  Es war wunderbar, auch weil ich die Sippe, je älter ich werde, desto lieber vereint sehe, an diesen grossen, langen Tischen, Teller und Gläser, leere und volle Weinflaschen und zerknüllte Servietten durcheinander, Gelächter, Gespräche, Kindergeschrei. Vielleicht ist es…

Kindchenschema

Ich habe viel über das Kindchenschema nachgedacht. Da gibt es ja bestimmte Gesichtszüge, die als Schlüsselreiz wirken und machen, dass die Eltern für ihre Jungen sorgen, sie füttern, beschützen und grossziehen.

Novemberblues

Der November ist der von mir am meisten und leidenschaftlichsten gehasste Monat des ganzen Jahres. Ich versuche es objektiv zu sehen und stelle doch nur fest: Alles Böse geschieht in diesem Monat.

Rausch

Es war ein früher Samstagabend und es lag etwas in der Luft. Ich stand in einer der Schlangen vor den Kassen im Coop am Lochergut, nur kurz zuvor hatte ich einem betrunkenen Koloss von Mensch, der neben mir wie ein gefällter Baum zu Boden gestürzt war, wieder auf die Beine geholfen. Weil er seinen Korb mit dem Dosenbier umklammerte und nicht aus der Hand geben wollte, musste ich ihn sozusagen einarmig aufstellen, es gelang nach vielen Versuchen.

Herzige Demokratie

Postenschacher und Gegengeschäfte sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil österreichischer Politik. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das zwar immer wusste, es war ja kein Geheimnis, aber nie so richtig verurteilte. Nicht mal Ibiza-Strache fand ich dramatisch schlimm, mehr so typisch. Die Ereignisse der letzten Tage haben mich diesbezüglich ein wenig verunsichert.

Über den Wohlstand

Ich möchte euch über meinen Wohlstand berichten. Ich fuhr nämlich mit dem Velo durch die Freiestrasse, das ist noch unter dem eigentlichen Züriberg, aber, nun, es ist irgendwie Züriberg.