von Andrea Sprecher

Sommerflucht

Diese Sommer. Sie waren endlos. Immer warm und mit einem so sanften Wind, dass es nie zu heiss wurde, die Dämmerung dauerte ewig, sie schien mir überhaupt das Schönste am Ganzen. Wir spielten dann Völkerball auf dem Acker in unserem Quartier, so im Halbdunkel, Eltern, Kinder, alle. Am späteren Abend schauten wir einen Film im…

Es schmerzt

Ich habe mir die ‹Arena› angeschaut letzten Freitag. Die hiess «Rassismus. Jetzt reden wir Schwarzen». Was ich gesehen habe, war allerdings etwas ganz anderes. 

Félicien

Kürzlich war ich im falschen Raum für eine Sitzung. Für eine Online-Sitzung. Ich wusste nicht, dass das technisch geht, aber ich hatte mich, wie sich später herausstellen sollte, um einen einzigen Buchstaben vertippt und anstatt einer Fehlermeldung fand ich mich mit mir selber wieder. 

Zustand

Diese Krise kennt bereits viele Zustände. Ich auch. 

Demokratische Menschen

Ich weiss nicht so recht, ob es eher zu den Erfolgen oder zu den Nebenwirkungen unserer ausgeprägten Demokratie zu zählen ist, dass wir hierzulande zu allem eine Meinung haben. Haben wollen und müssen. Es ist mir jetzt einfach aufgefallen, dass auch ein Virus nicht davor geschützt ist, die Meinungen zu teilen.

Halb so wild

Ich habe es auch schon gemacht.  Ich bin seit vielen Jahren politisch aktiv und einige Male war ich auch bei Initiativsammlungen verantwortlich dafür, dass wir die nötigen Unterschriften zusammenbekommen. Es gibt Initiativen, die laufen beinahe von selbst und es gibt welche, die sind ausgesprochen harzig. Letztere führen unweigerlich irgendwann zu einem Punkt, an dem man…

Aperitif und Abgrund

Wir waren eine mittelgrosse Runde am Aperitif. Wir kannten uns am Rande, einige besser, andere gar nicht. Nach dem Anstossen und zweimaligem kurzem Nippen am Weissweinglas hatte sich unser Gespräch so beeindruckend schnell wie zielstrebig auf ein Thema hinbewegt: den Zweiten Weltkrieg. Smalltalk ist eine Kunst und eine heikle Sache obendrein, ich weiss. Bestimmte Themen…

Pionierinnen

Ich weiss jetzt schon, wie das ausgeht. Und trotzdem bin ich voller Vorfreude. Auf langes Ausschlafen, Spaziergänge, Ruhe, Erholung, Raclette, Geschenke, Weihnachtsfilme, viel frische Luft, und hie und da würde ich, ganz entspannt, ein, zwei Pendenzen abarbeiten, die übers Jahr so liegen geblieben sind, während ich mir Gedanken zu wenigen, aber qualitativ hochstehenden Vorsätzen mache. Ganze zwei Wochen lang.

Warum zur Hölle?

Viele junge Frauen bleiben kinderlos, weil sie negative Konsequenzen im Beruf fürchten – zu Recht. So steht es in der Zeitung, so lautet das Ergebnis einer neuen Erhebung des Bundesamtes für Statistik

Alles läuft falsch

Beim EM-Qualifikationsspiel in Bulgarien werden dunkelhäutige Spieler der Engländer mit Affenlauten eingedeckt. Bulgarische Fans zeigen den Hitlergruss, lachend, sie befürchten nichts deswegen. Das Spiel wird unterbrochen, aber nicht beendet. Der bulgarische Trainer, früher einmal auch bei GC, sagt, England habe das grössere Rassismusproblem.