von Thierry Frochaux

Beseelt

Eine mimische Geste hier, ein Seufzer da, eine Handreiche dort, eine Haltung den Inhalt verstärkend und eine Stimme, die mit Schlag, Timbre, Lautstärke und Intention spielt, als wäre Schauspiel von der Selbstverständlichkeit einer Naturgewalt, entführt Hanspeter Müller-Drossaart sein Publikum für eineinhalb bezaubernde Stunden, dass es einem schon fast wehmütig ums Herz wird, wenns aus ist.

Überlebenskampf

«Petit Paysan» ist ein feinfühlig gezeichnetes und trotzdem herbes Sozialdrama, das keine Wunder kennt, ausser der Bereitschaft, im Überlebenskampf für die Tiere und die eigene Zukunft bis zuletzt alles zu geben.

Eingepfercht

Die globalisierte Arbeitswelt bringt gemäss Alexandra Badeas Theatertext  «Zersplittert» nur Verlierer hervor.

Verhältnisse

Wenn junge Russen aus Alternativlosigkeit in den Krieg ziehen und eine Journalistin ihre Motivation zu ergründen versucht, wenn der Alleinherrscher Tschetscheniens tobt und droht, weil Interviewantworten genauso gedruckt wurden, wie er sie gesagt hatte, und wenn die Intelligenzija Grosnys ein Moskauer Theater kidnappt, um gegenüber der Fragenden festzustellen, damit nur ihre Existenz demonstrieren zu wollen – dann herrschen Verhältnisse, denen mit Stift und Tonband gegenüberzutreten und im aufklärerischen Sinne professionell arbeitend nach der Wahrheit zu suchen eine unüberschätzbar mutige Tat darstellt.

Kunst schauen lernen

Mit Verena Loewensberg war es ausgerechnet eine Zürcher Konkrete, die vor nunmehr fünf Jahren den Erstbesuch im Kunstmuseum Winterthur zur Herzensangelegenheit machte. Seither ist das Haus fix auf dem Radar.

Sichere Verunsicherung

Michael Riedels Spiel mit der Irritation gleicht einer Endlosschlaufe der immer weitergetriebenen Sinnfrage, die ebendiesem Akt das Hauptaugenmerk widmet
und nicht etwa der Suche nach einer Antwort.

Filmstill aus dem Film "The Kids Are Alright" zeigt einen jungen Mann mit Motorrad, der mit einem kleinen Jungen spricht.

Ach, die Dramaturgie…

Entgegen der Vorjahre fand sich in den diesjährig gezeigten Abschlussfilmen der ZHdK leider kein einsamer Überflieger. Dafür scheint der Unterschied zwischen Master- und Bachelorarbeiten im Resultat zusehends kleiner zu werden.

Ausweitung des Themenspektrums

So gut es tut, solch ermunternde Worte zu hören, die Fortschrittchen, die von der LGBT-Community eins ums andere erstritten werden mussten und weiter müssen, können den kräftigsten Kampfgeist arg strapazieren. Dafür ist das Gemeinschaftsgefühl der Pride da: Energie tanken – und weitermachen.

«Denkst Du, wir sind in Europa?»

Bedenkenswert, verstörend, amüsant, banal. Das am 20. schwullesbischen Filmfestival PinkApple gezeigte aktuelle Filmschaffen beleuchtet wie gewohnt ein sehr breites Spektrum. Der Festivalbericht.