von Thierry Frochaux

«Furchtbarheimelig»

Können Inseln kippen und sind darum Schiffe der sicherere Hafen? Nicole Knuth und Olga Tucek durchleuchten in ihrer neusten Produktion den Komplex der Heimat mit ihrer pointierten Hinterfragerei.

Viele Postkarten schreiben

Oder um wieder Florian Vock zu zitieren: «Anders zu sein, ist unser Privileg und wir müssen ganz schön viel aushalten dafür. (…) Aber wir dürfen nicht reproduzieren, wozu uns die Gesellschaft drängt: Ausgrenzung.» Also auf zum Postkartenschreiben. Egal woher und wie hübsch sie ausschauen: Viele sollen es sein!

Klüger, als es scheint

In der «freien Wirtschaft», also dem Off-Off-Off-Theater, ist eine zweite Austragung schon ein Jubiläum, und weils im Herbst mit der «Philippe Graber Late Night» weitergehen soll, nahmen wir einen Augenschein.

Abschied

Fasten Your Seatbelt! Von Turbulenzen ist auszugehen.

Herzallerliebst

Sie ist neunzig Jahre alt und die grande dame der nouvelle vague. Er ist dreiundreissig und der französische hotshot der Street-Art. Gemeinsam fahren sie ein bisschen rum, verschönern Fassaden von Häuserruinen mit geplotteten Vergrösserungen von Automatenbildern der direkten AnwohnerInnen, unternehmen vergebliche Besuche bei alten Bekannten und plaudern reichlich philosophische Fragestellungen tangierend miteinander.

Verblüffend

Während ihrer Tätigkeit als Korrespondentin in Afghanistan für französische Medien lernte Sonia Krolund das Phänomen Salim Shaheen kennen und ‹musste› ihm einfach einen Langfilm widmen. Salim Saheen kann weder lesen noch schreiben und Filme schaut er sich auch keine an, wie er «Sonia Mister» gegenüber kundtut. Dafür dreht er selber Filme im Akkord, meist vier gleichzeitig.

Nicht stehenbleiben

Die Filmauswahl des schwullesbischen Filmfestivals PinkApple zwingt einen im positiven Sinne immer wieder, vermeintliche Gewissheiten infrage zu stellen. Auch indem sie die selbstsicher hochgehaltene Toleranz jedes Jahr neu strapaziert und einen damit die Ansätze von Scheuklappen einer privilegierten Perspektive bewusst macht.   Die Denkbequemlichkeit könnte einen dazu veranlassen, sich kolossal darüber aufzuregen, dass das Doppelleben…

Zweischneidig

Initiativen zur Hilfe leben alle mit dem Dauerclinch, ob oktroyierte Unterstützung nicht vielleicht vielmehr ins Kontraproduktive kippte, und der gegenläufigen Hilflosigkeit, ob oder was in dem Fall zu unternehmen wäre, falls Hilfe zur Selbsthilfe nicht angenommen würde und im Sande verliefe.

Allein

In einem über zweistündigen Parforceritt entlang der in jeder Hinsicht überwältigenden Gefühlsachterbahn verarbeiten die Choreographin Crystal Pite und der Autor Jonathon Young mit dem Tanztheater «Betroffenheit» den tragischen Verlust eines Kindes.

Überraschend unbequem

Mit «Beytna» aus Libanon und «The Enormous Room» aus Grossbritannien liefern gleich zwei Produktionen im Rahmen von Steps existenzielle Infragestellungen der Schlagwortforderungen nach Integration und Inklusion.