von Thierry Frochaux

Sturmgerede

Die Lecture-Performance «Die Mondmaschine» von «Mass und Fieber (Ost)» erinnert an die Vorgehensweise von «The Yes Men», die erstmals 2005 im Film von Dan Ollman und Sarah Price einer etwas bereiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein gebracht wurde.

So gesehen, ergibts Sinn

Statt die Faust im Sack zu ballen, ermöglichte eine (natürlich streng wissenschaftliche) Andersbetrachtung der Ursprünge von Alltagsärgernissen sogar, das eigene Gemüt zu erhellen. Patti Basler hat die Anleitung dazu.

Staatskunst

Wenn die Obrigkeit dirigiert, was Kunst ist und was nicht, wirds eng für die Fantasie. Also gilts dagegenzuhalten.

Erinnern

«Vaters Aktentasche» ist ein Versuch des Erinnerns, was durch mehrere Fluchten und die Jahre erschwert ist.

Ein bunter Strauss an Möglichkeiten

Kryptisch   «Sudden Rise» bildet (vermutlich) die Gleichzeitigkeit des ewigen Gut/Böse-Widerspruch multimedial ab.   Für Performances oder Tanz aus den USA gilt es zu berücksichtigen, dass dort Auseinandersetzungen mit Pathos und stilisierter Körperlichkeit keine zwingende verinnerlichte kritische Distanz oder Brechung einer Übertreibung benötigen, was aus mitteleuropäischer Sicht tendenziell irritierend wirken kann. Das ewige Dilemma der…

Freier Wille oder Konditionierung

Technisch ist der humanoide Roboter von Thomas Melle und Rimini Protokoll nicht raffinierter als ein Lichtschaltpult, das sich programmieren lässt. Seine Form könnte irritieren, aber es ist der Stückinhalt, der verstört.

Projektionsfläche

Rund um eine Auswahl von Mars-Aufnahmen der NASA drapiert Kurator Guido Baumgartner unter dem Titel «Utopia Garden» verschiedene sich dazu assoziativ verhaltende Kunstpositionen im Kunst(Zeug)Haus.   Wünschen hilft, heissts. Handkehrum gilt es genauso, dabei Vorsicht walten zu lassen, es könnte ja sein, dass das Ersehnte eintrifft. Die Projektionen und Mythen, die den roten Planeten umranken, sind voll der Hoffnung. Ausgehend vom häretischen Traum, dass ‹da draussen› doch noch irgendwas sein muss, zwischenzeitlich als Machtdemonstration alias Wettrennen im Kalten Krieg umgenutzt und aktuell passend zur Klimadiskussion ein Forschungsprojekt für mögliches (Menschen-)Leben mit etwas grösserer Distanz zur Gluthitze der Sonne, ist das…

Kanonenfutter

Eine handvoll paramilitärisch-hierarchisch gedrillter Jugendlicher im kolumbianischen Hochland wird in Alejandro Landes’ Film «Monos» sich vermeintlich vorbereitet zur Selbstorganisation überlassen.

Gesellschaftskritik

Das Ende macht den Unterschied. Ritesh Batra («Lunchbox») entscheidet sich in «Photograph» gegen jede gängige Konvention und geht damit auch das klitzekleine Risiko ein, einen Teil des Publikums vor den Kopf zu stossen.

Knackpunkt Ausgewogenheit zwischen Einfällen und Spieldauer

Die aktuellen Abschlussarbeiten des Studiengangs Film ZHdK haben wieder einsame Überflieger zutage gefördert: «Scherbenmosaik» von Jonathan Hug ist schlicht rundum geglückt und «Fomo» von Noah van Dok ist gleichermassen cinematographisch wie atmosphärisch toll.