von Thierry Frochaux

Ein Bild vom Stück "Die 120 Tage von Sodom" zeigt zwei SchauspielerInnen

Doppelt verschenkt

Eine zum Skandal gewordene Vorlage mit Hora-Schauspielenden zu besetzen, ersetzt nicht die Konfrontation mit dem Kernkonflikt. Doch Milo Rau drückt sich auch darum.

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Geniestreich

Xavier Dolans neuster Streich ist die wiederholte Beweisführung dafür, dass eine eigentliche Handlung eines Kunststückes unter Umständen überschaubar raffiniert sein darf.

(Bild: filmcoopi)

«A monumental farce»

Arbeitswille, Gemeinschaftssinn und gesunder Menschenverstand prallen in Ken Loachs «I, Daniel Blake» an der spiegelglatten Oberfläche der auf Effizienz getrimmten Sozialbürokratie ab.

(Foto: Nik Spoerri)

Gehirnwäsche

Phil Hayes und Nada Gambier legen einander eine Stunde lang sinnfreie Entweder-oder-Ultimaten zur Wahl vor.

«Cabaret»: Geglückter Spagat zwischen Show und Politik. (Bild: Christian Knecht)

Verzweifelter Frohsinn

Dominik Flaschka inszeniert 50 Jahre nach der Uraufführung das Musical «Cabaret» und braucht es nicht einmal brachial zu aktualisieren, damit einen trotz fulminanter Show das Grauen packt.

Nairy Baghramian, Foto: Stefan Altenburger.

Klar versus verspielt

Neben den beiden sich ergänzend inspirierenden Ausstellungen von Christian Herdeg und Nairy Baghramian schmuggelt Sabine Schaschl eine schon fast nicht mehr streitbare Einzelschau von Bernd Ribbeck ins Haus Konstruktiv.

Neben Leidenschaft und Fachwissen benötigt Matthijs Ilsink viel diplomatisches Geschick, 
Ausdauer und Geld, um Gemälde für die Bosch-Jubiläumsausstellung zusammenzutragen.

Diplomatischer Bittstellergang

Das internationale Zusammentragen von Leihgaben für eine Ausstellung zum Hieronymus Bosch-Jubiläum in dessen Heimatstadt wird zum vielschichtigen Krimi.

(Bild: Matthias Horn)

Widerspruchsloses Unterordnen

Für die zwischen den Zeilen lauernden Abgründe in Lukas Bärfuss’ «Frau Schmitz» ist die Voranstellung der amüsanten Komponente in Barbara Freys Inszenierung das perfekte Ablenkungsmanöver.

Die vermeintliche Idylle der ach so putzigen Fassade Eritreas vernebelt den Blick auf die Gräueltaten des Systems an den Menschen. (Bild: Wikipedia)

Ein einziger Widerspruch

Das Publikumsinteresse am Informationsanlass «Blackbox Eritrea?» vom vergangenen Wochenende sprengte alle Erwartungen. Und das obschon die finale Erkenntnis, dass man nichts gesichert weiss, einen eher unbefriedigend zurückliess.

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Freiheitsrausch

Die Bilder in «American Honey» suggerieren eine unmittelbare Teilnahme, und die Musik verströmt ein allen reellen Zwängen entrücktes Freiheitsgefühl.