von Thierry Frochaux

Kunst schauen lernen

Mit Verena Loewensberg war es ausgerechnet eine Zürcher Konkrete, die vor nunmehr fünf Jahren den Erstbesuch im Kunstmuseum Winterthur zur Herzensangelegenheit machte. Seither ist das Haus fix auf dem Radar.

Sichere Verunsicherung

Michael Riedels Spiel mit der Irritation gleicht einer Endlosschlaufe der immer weitergetriebenen Sinnfrage, die ebendiesem Akt das Hauptaugenmerk widmet
und nicht etwa der Suche nach einer Antwort.

Filmstill aus dem Film "The Kids Are Alright" zeigt einen jungen Mann mit Motorrad, der mit einem kleinen Jungen spricht.

Ach, die Dramaturgie…

Entgegen der Vorjahre fand sich in den diesjährig gezeigten Abschlussfilmen der ZHdK leider kein einsamer Überflieger. Dafür scheint der Unterschied zwischen Master- und Bachelorarbeiten im Resultat zusehends kleiner zu werden.

Ausweitung des Themenspektrums

So gut es tut, solch ermunternde Worte zu hören, die Fortschrittchen, die von der LGBT-Community eins ums andere erstritten werden mussten und weiter müssen, können den kräftigsten Kampfgeist arg strapazieren. Dafür ist das Gemeinschaftsgefühl der Pride da: Energie tanken – und weitermachen.

«Denkst Du, wir sind in Europa?»

Bedenkenswert, verstörend, amüsant, banal. Das am 20. schwullesbischen Filmfestival PinkApple gezeigte aktuelle Filmschaffen beleuchtet wie gewohnt ein sehr breites Spektrum. Der Festivalbericht.

Bild von Klaus Rózsa.

«Rózsa! – Uswiis!»

Der reale Ausspruch eines nicht namentlich bekannten Polizisten gegenüber Klaus Rózsa bei dessen Berufsausübung als Fotograf spricht Bände und bietet wenig Anlass für eine Rundumberuhigtheit. Wären die von Erich Schmid im Film «Staatenlos» anhand der aufgefächerten Lebensgeschichte von Klaus Rózsa ausgebreitete Häufung von Willkür in Polizei- und Justizarbeit Anekdoten aus einer längst vergangenen Zeit, man…

Das Bild zeigt eine Szene auf einer Theaterbühne

Anything

Die Auflösung der definierten Rollen zwischen MusikerIn, TänzerIn und SchauspielerIn in «Requiem for a piece of meat» ist eine Annäherung an das allererste «3art3 Company»-Stück vor fünf Jahren im Tanzhaus Zürich. Nur deckten sich damals Absicht und Resultat und die Poesieherstellung wirkte aufrichtig. Das misslingt diesmal und die fünf Viertelstunden angestrengten Unangestrengtseins wirken wie eine unglücklich erzählte Witzwiedergabe.

Ein Bild vom Stück "Die 120 Tage von Sodom" zeigt zwei SchauspielerInnen

Doppelt verschenkt

Eine zum Skandal gewordene Vorlage mit Hora-Schauspielenden zu besetzen, ersetzt nicht die Konfrontation mit dem Kernkonflikt. Doch Milo Rau drückt sich auch darum.

Geniestreich

Xavier Dolans neuster Streich ist die wiederholte Beweisführung dafür, dass eine eigentliche Handlung eines Kunststückes unter Umständen überschaubar raffiniert sein darf.

«A monumental farce»

Arbeitswille, Gemeinschaftssinn und gesunder Menschenverstand prallen in Ken Loachs «I, Daniel Blake» an der spiegelglatten Oberfläche der auf Effizienz getrimmten Sozialbürokratie ab.