Category Kolumne Post Scriptum

Zweimal empörend

Vielleicht haben Sie, geneigte Leserin, dem physiognomischen Durchschnitt entsprechend, auch keinen Riesenzinken im Gesicht und fühlten sich in Ihrem Frust bestätigt, als endlich einmal das Thema der One-size-fits-all-Maske im täglichen Gratisblatt abgehandelt wurde.

Last Exit Corona

Es war neblig und es war dunkel, also war es nicht überraschend, dass ich ihn erst nach einer Weile bemerkte, den Tod. Er ging neben mir her, übrigens weder kleiner noch grösser als ich, weshalb ich ihn wohl übersehen hatte, aber bald gerieten wir ins Plaudern (wobei ich zuerst reflexartig meine Maske anziehen wollte, es dann aber bleiben liess. So etwas nennt man Situationskomik.)

Haha

Im Grunde genommen ist es ja lustig. Nein, im Ernst, wenn man das von der richtigen Seite aus anschaut, dann muss man durchaus auch lachen. 

Schule auf oder zu?

Meine Kolleginnen von der Primarschule und den schulischen Therapieangeboten sind für mich Heldinnen. Den ganzen Tag lang werden sie von schniefenden, triefenden, niesenden Kindern umwuselt, während man so langsam zur Einsicht kommt, dass die Gruppe der unter Zwölfjährigen als Viren-Verteiler bisher unterschätzt wurde.

Lebenslüge

«Eigenverantwortung, die [Subst.]: Feenhafte Gestalt aus dem liberalen Märchenbuch. Wird sehr oft gesichtet, wurde aber noch nie nachgewiesen. Siehe auch: Einhorn» Soweit der Duden. Oder so ähnlich, bin nicht mehr sicher.

Zynische Zwillinge

Ruth Humbel ist CVP-Nationalrätin aus dem Kanton Aargau, ausgebildete Primarlehrerin, Juristin, verheiratet, Mutter von zwei Kindern, ehemalige erfolgreiche Orientierungsläuferin, Verwaltungsrätin, 63 Jahre alt. Ruth Humbel ist wie ich.

von Vonn zum Zuviel

Ich war ja auch ein dickes Mädchen. Also eigentlich nicht dick, nur etwas rundlich. In meinem ganzen Leben brachte ich maximal zwölf Kilo mehr auf die Waage, als ich haben wollte. Ich bin nie gehänselt worden. Hässlich fühlte ich mich trotzdem, und ohnmächtig, machtlos dem Sirenengesang des Essens ausgeliefert. Wenn ich heute Fotos meines pausewangigen Jugend-Ichs betrachte, empfinde ich etwas zwischen Scham und Mitleid. 

Banalität des Irrsinns

Ich versuche ja, das zu verstehen, ehrlich, aber einfach ist das nicht. Ich versuche zu verstehen, warum langsam aber sicher alle durchdrehen, bloss weil sie eine Maske aufhaben müssen und nicht mehr ganz alles so ausleben können wie das früher eventuell einmal war.

Beängstigend

Ich habe immer damit gerechnet, dass es passiert, jetzt ist es soweit. Ich sitze da, lange nach der Deadline, und es will mir nichts einfallen für diese Kolumne. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Pilz, Pilze, Pilze!

In der Pilzkontrolle spüren wir einen ungebrochenen Boom des selbstversorgerischen, veganen und coronatauglichen Frischlufthobbys des Pilzesammelns. Die Trendigkeit hat natürlich auch ihre Schattenseiten, und so gab es letztes Jahr einen Rekord an Pilzvergiftungen zu verzeichnen. Als Ursachen gelten der Glaube an Ammenmärchen, wonach jeglicher Giftpilz mit irgendeinem Hausmittelchen zweifelsfrei ermittelt werden könne, aber auch Pilzapps, mit deren Anwendung Anfänger sich in falscher Sicherheit wiegen, sowie die unsachgemässe Handhabe von Speisepilzen.