Schlagwort Kommentar

Alles auf Zucker? (2)

Ich nehme an, dass Sie die Null­Zu­cker­Challenge, die ich vor drei Wochen ausgerufen habe, ausgeschlagen haben. Dann bin ich also Siegerin, tadaa!

Gräben in den Köpfen

Stadtluft macht frei. Dieses geflügelte Wort stammt aus dem Mittelalter. Damals setzten sich Leib­ eigene auf der Flucht von ihrer Grundherr­schaft in die Städte ab. Das führte zum Rechtsbrauch, dass Leibeigene nach Jahr und Tag nicht mehr von ihren Grundherren zurückgefordert werden konnten. Sie wurden also durch die Stadt frei.

Gespenster sind Sinnestrübungen

Es ist verrückt. Die Schlagworte der GegnerInnen der Schliessung einer weiteren Lücke in der gesetzlichen Gleichbehandlung aller, was die eidgenössische Vorlage «Ehe für alle» ist, werden als Zukunftsängste dargestellt, zeigen sich bei Licht betrachtet aber als Dämonen aus der Vergangenheit. Das ist doppelt irritierend.

Von Vielen und Wenigen

Ungleichheit, vorab materielle, ist überhaupt kein Problem. Das Problem ist höchstens, dass solche Sprüche nur von den Wohlhabenden kommen, kaum von den Habenichtsen. Ungleichheit, und wir reden hier nicht von der Banalität, dass wir alle etwas unterschiedlich sind, ist im Gegenteil eine halbe Katastrophe für eine Gesellschaft.

Freiheit

Die NZZ ist in ihrem Selbstverständnis, glaubt man der letzten grossangelegten Werbekampagne, ein Blatt für Meinungsbildung und Debatten. «Es heisst Denkanstösse, nicht Denkanstüpserchen», steht auf einem der 2019 lancierten Werbemotive. Dass diese Denkanstösse manchmal auch gar platt daherkommen können, durften ihre LeserInnen diesen Montag erfahren. 

Gasche nitte suffe!

Den Kapitalismus überwinden, das hat sich die SP ja noch immer ins Parteiprogramm geschrieben. Nicht der Mensch solle im Dienst der Wirtschaft stehen, sondern die Wirtschaft im Dienst des Menschen. Finde ich cool. Geht runter wie ein kühles Bier.

Auf Risikokurs

Die Delegierten der SP der Stadt Zürich gaben Simone Brander für ihre vierte Stadtratskandidatin gegenüber Min Li Marti den Vorzug. Bedeutet dieser Entscheid ausser den persönlichen Konsequenzen für die beiden KandidatInnen noch etwas anderes, etwa dass «die alte SP nichts mehr zu melden hat», wie Michael von Ledebur in der NZZ vom Samstag kommentierte?

Nicht o.k.

Vieles erscheint in diesen Tagen wie ein Déja-vu, wie auch die Politikphilosophin Katja Gentinetta in der ‹NZZ am Sonntag› schreibt. Wie im vergangenen Herbst steigen die Fallzahlen, der R-Wert, die ersten Warnungen aus den Spitälern sind zu hören. Was sich auch ähnelt, ist die Debatte: Wieder wird um Freiheit gestritten, um Eigenverantwortung, um Freiwilligkeit. Der Unterschied zum letzten Jahr: die Impfung.

Hühnerbrust

«Eigentlich», so sagte M. kürzlich zu mir, «eigentlich schreibst du gar keine Kolumnen. Du schreibst Pamphlete.» Ich zeigte mich zerknirscht und gelobte Besserung. Und so erzähle ich Ihnen heute einfach nur eine kleine Geschichte. Ich habe sie kürzlich in einem Dokumentarfilm gesehen, sie ist nicht mehr ganz taufrisch, dafür aber wahr. Falls sie es nicht…

Insel der Seligen?

Ich habe keineswegs im Sinne, in dieses Gejammer einzustimmen, und ich bin auch nicht der Meinung, dass klare Positionen inhaltlich gefährlich sind oder der SP schaden könnten. Ich bin aber der Meinung, dass man auch über Klimaresolutionen der SP streiten kann. Ganz konkret stört mich an dieser Resolution zweierlei: Viele der vorgeschlagenen Massnahmen nützen für das Stadtklima wenig bis nichts, und mit städtischen Leuchtturmprojekten hilft man dem Klima sehr wenig. Zweitens werden mir zu viele soziale Pflästerchen mit der Klimapolitik vermischt.