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Die zweite Spalte

Es gab eine Anekdote, die man sich bei einer Gewerkschaft erzählt. Darin habe man einmal, vor langer Zeit, vielleicht in den 1970er-Jahren, bei der Gewerkschaftszeitung die Idee gehabt, man wolle doch auch mal die Frauen ein wenig besser ansprechen. Mit einer Kolumne mit Themen für die Frau. Sie hiess «Die Spalte der Frau». Sie erschien nur einmal. Die Zweideutigkeit ist den Zeitungsmachern erst nach Erscheinen aufgefallen.

Es wird anders, Luisa.

Mehr als jeder dritte Mensch in unserem Land ist einsam. Es passiert leicht, in unserer Gesellschaft einsam zu sein. Man wolle einfach so gemocht werden, wie man ist, sagt die Filmerin des Doks, aber das sei so schwierig in unserer Zweckoptimierungsgesellschaft.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Wo WählerInnen wandern

Die elektorale Zukunft der sozialdemokratischen Parteien war schon oft Thema dieser Kolumne. Jetzt haben die PolitikwissenschaftlerInnen Silja Häusermann und Herbert Kitschelt und weitere AutorInnen drei Papiere für die deutsche Friedrich-­Ebert-Stiftung zum Thema beigesteuert. Sie zeigen darin auf, was mögliche Gründe für die Wählerverluste von sozialdemokratischen Parteien in Europa sind, wohin die Wählerinnen und Wähler gewandert sind und welche strategischen Optionen für die Sozialdemokratie bestehen, diese Wählerinnen und Wähler allenfalls wieder zurückzugewinnen.   

Fussstapfen

Eine neue Generation tritt in unsere Fussstapfen! Das tut sie natürlich nur bedingt – sie findet ihren eigenen Weg, und das ist auch gut so; selbst wenn ich logischerweise nicht mit allen neuen Ideen einverstanden bin.

Integration

Alle reden immer von den AusländerInnen, die integriert werden sollen. Ich erzähle Ihnen mal die Geschichte, wie ich eigentlich integriert wurde, und das dauerte notabene nur einen Sonntag.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Figgi und Müli

Was man sich noch vor Monaten kaum ausmalen konnte, ist tatsächlich passiert. Donald Trump ist von der Bildfläche verschwunden. Ohne Twitter, ohne Social Media fehlt ihm offenbar das Ventil und die Bühne. Letzte Woche stand er allerdings wieder im Rampenlicht, wenn auch unfreiwillig.

Einfach nötig

Hat das Sozialamt einen Verdacht auf Missbrauch (oder wird ihm von lieben Nachbarn oder wütenden Ex-FreundInnen darüber berichtet), kann es nicht einfach Geld abziehen oder die Hilfe ganz entziehen, sondern muss den Missbrauch beweisen. Das geht ohne Sozialdetektive nur schwer. Sie leisten zumindest in der Stadt Zürich eine unverzichtbare Arbeit.

Keine Blumen

So gibt es den Muttertag oder den Tag der Frau. Sie reihen sich ein in die Tage, an denen man an Menschen oder Krankheiten denkt, die sonst vergessen gehen oder besonders tragisch sind. Deshalb schlucke ich auch am 8. März jeweils leer, wenn mir die Frau an der Kasse im Coop eine Rose in die Hand drückt. 

Äh … VBZ? Tiefbauamt?

Habt ihr nicht irgendwie einen öffentlichen Auftrag, der Bevölkerung der Stadt Zürich möglichst gefahrenfreies Fortkommen zu ermöglichen? Da frage ich mich doch, wo genau es bei euch beiden klemmt! Nur falls es euch entgangen sein sollte: Wir haben grad Pandemie, und wie! Drei neue, aggressive Mutationen machen uns das Leben schwer. Wir versauern im Homeoffice und kriegen kaum Bewegung.

Super Nebelpetarde!

Mit den Schlagworten «Extremismus stoppen», «wirksame Terrorabwehr», «Schluss mit vermummten Chaoten» und sogar «Ja zur Gleichberechtigung» verquirlt das Initiativkomitee für ein schweizweites «Verhüllungsverbot» gleich mehrfache Ursachen für ein diffuses Unwohlsein oder Unrechtsgefühl und preist eine einzige Massnahme als alleinmögliche Lösung an. Super Nebelpetarde!