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Schweigen und Schreien

In Lugano ging eine 28jährige Schweizerin mit dem Messer auf zwei Passantinnen los und verletzte eines der Opfer schwer, aber zum Glück nicht lebensbedrohlich. Laut Angabe von Fedpol hatte die Täterin einen jihadistischen Hintergrund, aber auch psychische Probleme.

Haha

Im Grunde genommen ist es ja lustig. Nein, im Ernst, wenn man das von der richtigen Seite aus anschaut, dann muss man durchaus auch lachen. 

Fressen und Moral

«Bei der Arroganz, die hinter dieser Initiative steckt, wird mir fast schlecht.» Das meinte Bundesrat Ueli Maurer zur Konzerninitiative in  einem Live-Video zur SVP-Basis. Warum wird Maurer schlecht? Darum: «Mit dieser Initiative sagen wir: Wir sind moralisch die Besten, wissen weltweit, wie es geht. (…) Es passt doch nicht zur Schweiz, dass wir auf der ganzen Welt moralisieren.» 

Schule auf oder zu?

Meine Kolleginnen von der Primarschule und den schulischen Therapieangeboten sind für mich Heldinnen. Den ganzen Tag lang werden sie von schniefenden, triefenden, niesenden Kindern umwuselt, während man so langsam zur Einsicht kommt, dass die Gruppe der unter Zwölfjährigen als Viren-Verteiler bisher unterschätzt wurde.

Lebenslüge

«Eigenverantwortung, die [Subst.]: Feenhafte Gestalt aus dem liberalen Märchenbuch. Wird sehr oft gesichtet, wurde aber noch nie nachgewiesen. Siehe auch: Einhorn» Soweit der Duden. Oder so ähnlich, bin nicht mehr sicher.

Keine Rückkehr zur Normalität

Es war eine schreckliche Nacht vor vier Jahren. Und diese war nicht viel besser. Mit dem Unterschied, dass, während ich diese Zeilen schreibe, noch nicht klar ist, wer der Gewinner sein wird. Wieder sind die Umfragen teilweise danebengelegen, wieder konnte Trump überraschen. Die USA, das zeigt sich klar, sind ein tief polarisiertes Land. Diese Gräben werden vom Gewinner nicht einfach überwunden werden. Der bisherige Amtsinhaber hat dazu auch gar keine Absicht.  

Zynische Zwillinge

Ruth Humbel ist CVP-Nationalrätin aus dem Kanton Aargau, ausgebildete Primarlehrerin, Juristin, verheiratet, Mutter von zwei Kindern, ehemalige erfolgreiche Orientierungsläuferin, Verwaltungsrätin, 63 Jahre alt. Ruth Humbel ist wie ich.

Bellerive-Gstürm

Es geht darum, ob das Auto auch in Zeiten des Klimawandels die heilige Kuh bleiben soll, die es seit ungefähr einem halben Jahrhundert ist – oder ob wir heute vielleicht doch eher mehr Velos als Autos brauchen, mehr Grün als Grau? Nein, das ist leider keine rhetorische Frage, darüber müssten wir erst abstimmen. Und weil Ohren oder Lungen keine Stimme haben, wage ich lieber keine Prognose, wie das herauskäme.

von Vonn zum Zuviel

Ich war ja auch ein dickes Mädchen. Also eigentlich nicht dick, nur etwas rundlich. In meinem ganzen Leben brachte ich maximal zwölf Kilo mehr auf die Waage, als ich haben wollte. Ich bin nie gehänselt worden. Hässlich fühlte ich mich trotzdem, und ohnmächtig, machtlos dem Sirenengesang des Essens ausgeliefert. Wenn ich heute Fotos meines pausewangigen Jugend-Ichs betrachte, empfinde ich etwas zwischen Scham und Mitleid. 

Gewollte Ungerechtigkeit

Ich habe eine Freundin, deren Lehrer ihr in der 5. Klasse vom Gymnasium abriet, weil sie das nicht packen würde. Die Freundin ging später mit mir ins Gymnasium und doktorierte noch später an der ETH. Meine Freundin ist überzeugt, dass ihr der Lehrer nichts zutraute, weil sie ein Mädchen war. Das war in den 1980er-Jahren. In den 1990er-Jahren überholten dann die Mädchen die Jungen bei der Maturitätsquote. Heute studieren mehr Frauen als Männer Geistes- und Sozialwissenschaften, Medizin und Recht. Zwischen 1980 und 2019 stieg der Frauenanteil zudem bei den technischen Wissenschaften von 20,1 auf 31 Prozent und bei den Naturwissenschaften von 18,3 auf 43,3 Prozent.