Schlagwort Kommentar

Nieder mit Verzicht!

Man liest in diesen Tagen derart viel übers Verzichten, dass es einen kalt über den mit drei Pullovern bedeckten Rücken läuft. Zum Ausgleich hier mal eine gute Nachricht: 98 Prozent davon sind Quatsch. Es folgt die Wahrheit.    Im Ernst: Ich halte nicht viel von «Verzicht», aber nicht, wie die meisten Menschen, wegen der Sache,…

Den Güggel sterben lassen

Vor circa einem Jahr, als man nirgends um das Wort Blockchain herumkam, habe ich eine Frage aufgeschnappt, die mir bis heute im Kopf herumgeistert: Wenn Kryptowährungen eine so tolle Innovation sind, wieso sind sie dann die einzige Währungsform, für die Werbung gemacht werden muss? Und wenn das Bitcoin Suisse-Tram dann immer wieder an mir vorbeifährt, frage ich mich, wo das Franken-Tram geblieben ist. Mittlerweile sind die Kurse der Kryptowährungen eingebrochen und die digitalen Geldbörsen der meisten wieder leer. Aber das halbtote Experiment des freisten Markts wurde noch nicht aufgegeben. Und die Politik zieht mit. So hat beispielsweise die GLP Mitte November zu einer Debatte im Metaverse eingeladen. Was soll das alles eigentlich? 

Heuchelei

Jürgen Klopp hat nicht nur ein bemerkenswertes Gebiss. Er ist auch ein Mann kerniger Schlagfertigkeit. Man soll jetzt nicht so tun, sagte der bekannte deutsche Fussballtrainer, die Spieler seien nicht in der Verantwortung, ein Zeichen gegen Katar zu setzen und überhaupt sei das jetzt zu spät, man hätte, wenn schon, damals bei der Vergabe des Austragungsortes etwas sagen müssen. 

Wimmern

Der ehemalige Bundesanwalt Lauber stolperte unter anderem über Treffen mit Fifa-Präsident Gianni Infantino, an die er sich nicht erinnern konnte. Wie kann man sich daran nicht erinnern, dachte ich, bis mir einfiel, dass ich auch einmal Gianni Infantino getroffen habe. Und zwar war das mit einer Delegation von ParlamentarierInnen nach seiner Wahl als Fifa-Präsident, als Infantino noch so tat, als wolle er die Fifa reformieren. Mittlerweile hält er wirre Reden, um Katar zu verteidigen.

Silbent-rennen

Markus Ernst   Zurzeit wohne ich quasi auf einer Baustelle, des Morgens fangen sie schon mit Bohren und Spitzen an, bevor unsereins das Haus verlässt, und an Arbeiten im Home-Office ist nicht zu denken. Das erinnert mich daran, dass ich mich vor etwa vier Jahren an dieser Stelle über die Baumackerstrasse ausliess, die – je…

Kurz aufatmen

Die Demokratie ist gerettet, wenigstens fürs erste. Und die Rettung war knapp. In den amerikanischen Zwischenwahlen zeichnet sich wider Erwarten ein Patt ab. Die Demokraten halten die Mehrheit im Senat, die Republikaner werden mit hoher Wahrscheinlichkeit eine knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus erreichen.

Angewandte Wissenschaft

Neulich, im Taxi. Es war weit nach öV-Schluss, der Heimweg war lang und kalt, und mich gabelte ein Türke im Tesla auf. Offenbar muss ich etwas skeptisch auf das riesige Display auf der Mittelkonsole geguckt haben – Flatscreens im Panoramaformat lenken ja ü-ber-haupt nicht ab – und prompt witterte er Fachkompetenz im Autobereich: «Was meinst…

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Am Dienstag wählten die BürgerInnen der USA ihre Parlamente und führte der SP-Ständerat Daniel Jositsch in Bern aus, warum er Bundesrat werden möchte und warum er sich gegen den Antrag der Parteileitung wehrt, nur Frauen auf das Ticket aufzunehmen. Das erste ist von internationaler Bedeutung, das andere in ein paar Wochen eine Episode. Mit voraussehbarem Ende: Daniel Jositsch wird am 7. Dezember, auch nach seiner eigenen Einschätzung, kaum zum Bundesrat gewählt.

(Kontra)produktiv?

ch gebe zu, ich habe mich auch schon über die Critical Mass geärgert. Nicht so fest wie Përparim Avdili, Stadtparteipräsident der FDP, der die Critical Mass per Aufsichtsbeschwerde beim Bezirksrat stoppen will. Aber ja, als ich mit einem übermüdeten und quengelnden Kleinkind durch die halbe Stadt laufen musste, weil der öV stecken blieb, fand ich es auch nur mässig lustig.

Im Fall

Eine Freundin hat mir kürzlich ein Interview weitergeleitet, über das ich mich augenblicklich wahnsinnig aufgeregt habe. Es ging um einen einzigen Satz, eigentlich, und der lautete: «Ich hätte mir nicht vorstellen können, ein hilfloses Baby nach drei Monaten in fremde Hände geben zu müssen.»