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Frauen ohne Rechte

Am 24. Juni entschied der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten in seinem Urteil im Fall Dobbs vs. Jacksons Women’s Health Organization, das Recht auf Abtreibung aufzuheben. Dieses wurde 1973 im Urteil Roe vs. Wade beschlossen und 1992 im Urteil Planned Parenthood vs. Casey bestätigt. Dieser Entscheid hatte sich abgezeichnet, nachdem am 2. Mai ein Vorentwurf des Entscheids den Medien zugespielt wurde (P.S. berichtete). Jetzt wurde das Urteil mit 6 zu 3 Stimmen gefällt.

Wunde Punkte

Es existierte noch nie ein Organisationskomitee weder für die Zurich Pride Parade noch des Vorläufers Christopher Street Day, das nicht sowieso alles falsch gemacht hätte. In den Details sind es so viele verschiedene, teils einander konträr gegenüberstehende Anliegen, die am Tag der Parade, die den öffentlichen Raum in einen riesigen Safe Space verwandelt und zeitgleich eine Sichtbarkeit herstellt, berücksichtigt, benannt und verhandelt werden wollen

Frauenparkplatz

Was folgt, ist nur eine kleine Geschichte, aber ich finde, sie sollte unbedingt erzählt werden: Die Grossmutter spaziert mit ihrem sechsjährigen Enkel von der Bushaltestelle nach Hause. Auf ihrem Weg kommen sie am Sitz eines grossen Konzerns vorbei, der vor dem Haus einen eindrucksvollen Parkplatz hat.

Verdrängtes Paradies

Einerseits, muss man sagen, ist da noch immer etwas von der Pandemie übrig. Sogar etwas viel davon. Andererseits ist Krieg, überall auf der Welt. In den Flüchtlingslagern hat sich nichts verändert, mindestens nicht zum Guten, denn es waren seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie so viele Menschen auf der Flucht wie jetzt. Und dazwischen und darum herum fühlt sich der Juni an wie ein August, er ist zu warm, zu schön, zu flirrend und man treibt wie auf einer Welle mittendrin im Klimawandel, treibt immer weiter hinaus, hinaus ins grosse Meer, von dem man irgendwann nicht mehr zurückschwimmen kann an den Strand, vielleicht schon jetzt. 

Warum so unordentlich?

Noch selten hat mir ein NZZ-Artikel so aus dem Herzen gesprochen wie jener von Benedict Neff, «Wie Medien die Lage der Ukraine schönschreiben», vom letzten Freitag. Dabei interessierte mich die Medienanalyse wenig, wohl aber die Nüchternheit, mit der er die militärische Situation in der Ukraine schildert und bei aller Sympathie zu den Angegriffenen in Betracht zieht, dass der Krieg für die Ukraine auch schlecht ausgehen könnte.

Ärgerbnb / Queasyjet (1)

Man soll ja keine Billigferien buchen. Nun hatte ich aber grad nicht so viel flüssig und grossen Meeresbedarf. In einem südfranzösischen Badeort wollte ich von Auffahrt bis Pfingsten via Airbnb logieren.

Jugendliche Innovation

Mit dem Juni als internationalem Pride Month ist der Zeitpunkt für die grossen Unternehmen gekommen, ihre Logos für einige Wochen in regenbogenfarbene Bildmasken einzuhüllen. Schliesslich muss man doch ein Zeichen setzen. Vielleicht noch ein Werbespot, in dem sich zwei Männer einen Schmatzer verpassen und fertig ist das Bekenntnis zur kritischen Auseinandersetzung mit systematischer Marginalisierung. Oder? 

Biblische Plagen

Und der Bundesrat dachte eigentlich, dass es gut war. Aber siehe, da kam eine grosse Unruhe übers Land, und die Trychler schrien auf dem Bundesplatz gen Himmel, und der Bundesrat erschrak und sprach: «Covid-19 ist vorbei! Gehet hin in Frieden und macht, was euch gelüstet.»

Deine Zauber binden wieder

Der Beziehungsstatus der SP zu Europa war in den letzten Jahren, wie es auf Facebook so schön heisst, kompliziert. In den 1990er-Jahren und zu Beginn des neuen Jahrtausends war die Liebe heiss, dann kühlte sie abrupt ab und in den letzten Jahren scheint die schon fast erloschene Flamme wieder etwas aufzulodern.