Category Gedanken zur Woche

Fuck de Planet

Das Bauchgefühl der freisinnigen WählerInnen ist also eines, das Nein sagt zum CO2-Gesetz. Das hat vermutlich zwei Ursachen: Die eine ist, dass die ökologisch orientierten Liberalen genauso wie die eher Linksliberalen seit einiger Zeit eine elektorale Alternative haben.

Sorge und Sorgen

Wir alle erinnern uns an diesen Moment während der ersten Welle von Corona, wie wir alle auf den Balkonen gestanden sind und fürs Gesundheitspersonal geklatscht haben. Es war berührend. Konkrete Taten – Fehlanzeige.

Fördern ist schwer

Als ich mich vor der Abstimmung über die Sozialdetektive in einem Artikel im P.S. sehr dezidiert für dieses Mittel der Repression einsetzte, ‹belohnte› mich unser Karikaturist mit einer Zeichnung, die mich als Schreibtischtäter entlarvte. Mich störte dies keineswegs: Ich fand die Sozialdetektive nötig und ich schrieb das ohne soziales Geschwurbel. Ich bin erleichtert, dass das Ja an der Urne deutlich ausfiel, aber die Probleme jener, die von der Sozialhilfe leben müssen, sind damit keineswegs gelöst, und über diese möchte ich hier schreiben.

Raus aus der Geiselhaft

In der SP hört man – zumindest aus der Aussenperspektive – fast nur noch jene, die sich auf der gewerkschaftlichen Linie bewegen. Es fehlt der Widerstand, ja sogar die Diskussion innerhalb der Partei über das Rahmenabkommen.

Grünes Angebot

Mit Annalena Baerbock stellen die deutschen Grünen zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Kanzlerkandidatin. Die Kürung der Kandidatin ging dermassen professionell und reibungslos über die Bühne, obwohl Mitpräsident Robert Habeck ebenfalls Interesse bekundete. Dies hatten viele der ehemaligen Sponti-Partei nicht zugetraut. Es bildete auch einen Kontrast zur CDU, die sich ungleich schwerer tat. Am…

Zeichen und Zeitgeist

Rassismus und Kolonialisierung ist ein Teil unserer Geschichte und teilweise auch unserer Gegenwart. Um dies zu überwinden, müssen wir das Problem erst verstehen. Dazu gehört auch die Geschichte. Zudem sind Bauten und Werke oft in einer Zeit entstanden, die andere Massstäbe hatte. Der Umkehrschluss ist aber nicht gültig: Nicht alles, was daneben ist, muss auch behalten werden.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Der J-Faktor

Wer jung ist, ist nicht immer vernünftig, und das ist durchaus das Privileg der Jugend. Nicht umsonst spricht man von Jugendsünden. Es ist auch nur folgerichtig, dass alle, die nicht jung sind, nicht immer Verständnis für die Jungen haben, und Verständnis ist hier durchaus im doppelten Sinn gemeint. Es geht nicht nur um Wohlwollen. Manchmal checkt man es auch einfach nicht.

Nullsummenspiel

Soeben ist die deutsche Übersetzung von Amanda Gormans Gedicht «The hill we climb» erschienen. Die junge Poetin hatte es anlässlich der Inauguration von Joe Biden vorgetragen. Rund um Gormans Gedicht ist eine grössere Kontroverse ausgebrochen. Im Mittelpunkt stehen aber weder Gorman noch ihr Gedicht, sondern die Übersetzung. Sowohl in den Niederlanden wie auch Spanien wurde die Wahl der ÜbersetzerInnen als unpassend kritisiert, der Auftrag wäre besser an eine Woman of color gegangen.

Positive Velokultur?

Dass sie die Welt nicht neu erfinden, ist den MacherInnen der Velostrategie natürlich ebenso bewusst wie die Tatsache, dass der Masterplan doch nicht ganz so meisterlich funktioniert hat, wie man es sich seinerzeit erhofft hatte.

Denkwürdiges Jubiläum

Ein Jahr Corona. Ein denkwürdiges Jubiläum. Auf Twitter kursierte die Frage, was man seinem Ich vor einem Jahr mit dem heutigen Wissen mitgeben würde. Ich wüsste nicht viel zu sagen. Ausser: Du sollst den Sauerteig von Nicole auch nach dem Lockdown weiterpflegen. Vor allem hätte ich vor einem Jahr nicht gedacht, dass es so lange dauert. Und wenn ich ehrlich bin, würde ich das wohl meinem Ich vor einem Jahr nicht sagen. Dabei kann ich nicht klagen. Homeoffice geht bei mir gut. Die Absage von Veranstaltungen hat mir viele freie Abende beschert, die ich nicht missen möchte. In den Ausgang ging ich auch vorher nur selten.