von Min Li Marti

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Die wahre unsichtbare Hand

Die typische politische Diskussion rund um ausserfamiliäre Kinderbetreuung: Sie ist zu teuer. Das Einkommen der Frau geht ja vollkommen für die Kinderbetreuung drauf. Die Erwerbsarbeit lohnt sich also gar nicht. Was tun: Kosten senken und Steueranreize schaffen.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Kein Schönwetter-Programm

«Ich werde die Menschenrechte zerstören (rip up) und die Gesetze ändern, wenn sie uns daran hindern, den Terrorismus zu bekämpfen», meinte die englische Pre­mierministerin Theresa May im Nachgang zu den Terroranschlägen in Manchester und London. Das kann man auch als Wahlkampfgeplänkel einer zunehmend nervösen May abtun. Oder als Ausdruck der allgemeinen Hilflosigkeit, wenn es um so etwas unfassbar sinnloses wie Terrorismus geht.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Ideologische Scherze

Der Philosoph Peter Boghossian und der Mathematiker James Lindsay leisteten sich einen Scherz. Sie schrieben zusammen ein Papier mit dem Titel «The conceptual Penis» (der konzeptuelle Penis), das in der Zeitschrift Cogent Social Science veröffentlicht wurde. Der Penis sei kein Organ, sondern ein soziales Konstrukt, das isomorphisch zu einer performativen toxischen Maskulinität führe.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Unwillkommenskultur

Ganz selten bin ich mal einer Meinung mit Barbara Steinemann oder Claudio Zanetti von der SVP. Nur in einem wohl: In der Skepsis gegenüber Integrationsvereinbarungen. Ich habe ein wenig ein grundsätzliches Unbehagen, wenn der Staat seine Bewohner erziehen will. Und es gruselt mich auch ein wenig vor einer Vorstellung einer Leitkultur, die vom Staat oder vom Boulevard diktiert wird. Wo ein Wohlverhalten verlangt wird, das über die Verfassung und unsere Gesetzgebung – und über das von SchweizerInnen hinausgeht. Und letztlich, ja, finde ich auch, dass Integration auch in der Eigenverantwortung der MigrantInnen liegt.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Bomben und Monster

Was also tun? Ceglowski schlägt unter anderem vor, dass es nicht nur ein Recht auf Vergessen – wie es von DatenschützerInnen schon seit längerem gefordert wird – geben soll, sondern auch eine Pflicht.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Zurück in die Zukunft

Nun kann man selbstverständlich der Meinung sein, dass die Sozialdemokratie obsolet geworden ist. Dass der Patient nicht mehr zu retten sei. Ich sehe das natürlich anders. Auch in Zukunft sind sozialdemokratische Werte und Lösungen gesucht: Wie können Kapitalismus und Globalisierung gezähmt werden? Wie können internationale Institutionen demokratischer und transparenter werden? Wie gehen wir mit den Herausforderungen der künftigen Arbeitswelt um? Wie kann der Sozialstaat reformiert werden, so dass er den Anforderungen der modernen Gesellschaft besser genügt?

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Frauen und Technik

… Die Kompetenzen kommen aber in der Regel nicht von allein. Sie müssen sich immer neu angeeignet werden. Und gerade hier haben Frauen oft ein Problem: Gerade Frauen in Teilzeitanstellungen und mit Betreuungspflichten bilden sich weniger weiter.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Selber gemacht

Es gibt viele linke und grüne MacherInnen. Sie sind UnternehmerInnen. Sie gründen Hilfswerke. Sie organisieren Gemeinschaftsgärten oder organisieren Ausstellungen. Sie tun was.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Scheindebatte

«Ich habe nichts gegen echte Flüchtlinge, sondern nur etwas gegen Wirtschaftsflüchtlinge» – das hört man häufig bei Podien zum Thema Asyl. In der Regel von SVP-PolitikerInnen. Die meisten Gesuche würden aber abgelehnt. Das seien also keine echten Flüchtlinge. Wenn man dann nachfragt, wer denn ein echter Flüchtling sei, kommt relativ oft: «Kriegsflüchtlinge wie aus Syrien». Bilder aus den zerbombten Städten aus Syrien hinterlassen auch beim hartgesottensten SVPler Spuren. Nur: Die Asylgesuche von Syrerinnen und Syrern werden in der Regel abgelehnt. Sie erhalten dafür eine vorläufige Aufnahme. Wer das dann auf den Podien präzisiert, erntet oft Staunen.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

No News

Viel verbreiteter als Fake-News sind aber schlicht No-News. Damit ist nicht gemeint, dass man sich vielleicht aufregt, dass die Medien zu viel über Trump oder Blocher berichten. Mit No-News meine ich Geschichten, die eigentlich keine sind. Zum Skandal heraufgeschriebene Banalitäten.