von Markus Kunz

Nieder mit Verzicht!

Man liest in diesen Tagen derart viel übers Verzichten, dass es einen kalt über den mit drei Pullovern bedeckten Rücken läuft. Zum Ausgleich hier mal eine gute Nachricht: 98 Prozent davon sind Quatsch. Es folgt die Wahrheit.    Im Ernst: Ich halte nicht viel von «Verzicht», aber nicht, wie die meisten Menschen, wegen der Sache,…

Angewandte Wissenschaft

Neulich, im Taxi. Es war weit nach öV-Schluss, der Heimweg war lang und kalt, und mich gabelte ein Türke im Tesla auf. Offenbar muss ich etwas skeptisch auf das riesige Display auf der Mittelkonsole geguckt haben – Flatscreens im Panoramaformat lenken ja ü-ber-haupt nicht ab – und prompt witterte er Fachkompetenz im Autobereich: «Was meinst…

Nett

Eigentlich hat Franz Hohler die Sache schon vor fast 30 Jahren abschliessend auf den Punkt gebracht: Das entsprechende Lied heisst «Es si alli so nätt», und der Name ist Programm: Form und Inhalt stimmen bei den Menschen nie überein. Oder in einfacher Sprache: Sogar das letzte A***och ist noch nett.

He, Sie! Ritter!

Ja, schon wieder ich. Der Städter. Der mit dem Wolf tanzt. Der meint, die Milch wachse im Schlauchbeutel in der Migros. Gratuliere zum Abstimmungssieg!

Cool down

Tja, es juckt einen halt schon in den Fingern. Im Mindesten muss von «Horrorvision» oder von «Bibbern» die Rede sein, wenn man vom nächsten Winter spricht. Drunter tun wir’s nicht, dabei ist die Sache ganz einfach: Stellt einfach die Energieverschwendung ab und wir kommen ganz gut über die Runden. Aber das miech ja keine Schlagzeile. Moment: Irgendwie beschleicht mich ein ungutes Gefühl, dass ich dasselbe schon mal hier geschrieben habe …

Nideltörtli

Wir sitzen vor der Pastelaria Milorde – jep, der Mann heisst so – gucken den Tauben beim Balzen zu und trinken den Zmorgekafi (meinerseits «pingato» – getropft, das heisst, mit ein paar Tropfen Milch, man spricht hier sehr poetisch). Zum Americano gibt es ein Pastel de Nata, was man bei uns wohl rustikal als Nideltörtli bezeichnen würde, was etwas unterkomplex ist, denn hier handelt es sich ohne jeglichen Zweifel um das weltbeste Süssgebäck überhaupt, und Milorde ist sein Gott.

Frauenparkplatz

Was folgt, ist nur eine kleine Geschichte, aber ich finde, sie sollte unbedingt erzählt werden: Die Grossmutter spaziert mit ihrem sechsjährigen Enkel von der Bushaltestelle nach Hause. Auf ihrem Weg kommen sie am Sitz eines grossen Konzerns vorbei, der vor dem Haus einen eindrucksvollen Parkplatz hat.

Biblische Plagen

Und der Bundesrat dachte eigentlich, dass es gut war. Aber siehe, da kam eine grosse Unruhe übers Land, und die Trychler schrien auf dem Bundesplatz gen Himmel, und der Bundesrat erschrak und sprach: «Covid-19 ist vorbei! Gehet hin in Frieden und macht, was euch gelüstet.»

Bedrohungslage

Eine befreundete Tessiner Hotelière erwähnte letzthin, eigentlich habe sie im Moment nur zwei Probleme: Personalmangel und Wassermangel. Das Tessin trocknet gerade aus, und auch wenn es ein bisschen regnet, wird es nicht grundsätzlich besser. Denn der Wassermangel so ziemlich überall im, haha, «Wasserschloss Europas», nach lächerlich wenigen Wochen ohne Regen, ist systemisch. Und bei Wasser hört der Spass auf.

Krieg und Hunger

Langsam fügt sich so einiges zusammen. Der Krieg in der Ukraine ist eine Katastrophe, aber so ganz nebenbei, wenn diese Bemerkung denn erlaubt sei, unterstreicht er einige für uns lebenswichtige Zusammenhänge. Etwa bei der Nahrungsmittelproduktion.