Die Lengg im Wandel

Bei winterlichen Temperaturen konnten sich die QuartierbewohnerInnen vor Ort ein Bild über die Gebietsplanung Lengg machen und ihre Fragen den drei SP-StadträtInnen und den Kandidierenden für den Gemeinderat stellen.

 

 

von SP Zürich 7 und 8

 

Am letzten Samstag versammelten sich rund 70 Personen bei der Kirche Balgrist, um an einem von der SP Zürich 7 und 8 organisierten Quartierrundgang teilzunehmen. Stadtrat Raphael Golta  zeigte bei seinen Ausführungen zu den Krippenplätzen auf eine angrenzende Kinderkrippe und erklärte, dass es nach grossen Anstrengungen in der Stadt Zürich nun erstmals genügend subventionierte Krippenplätze gibt. Hinter der roten SP-Fahne machte man sich sodann auf, um an drei Posten vor Ort (bzw. vor der Baustelle) mehr über die Gebietsentwicklung in der Lengg zu erfahren.

 

Vor den Häusern der Baugenossenschaft Burgmatte stehend, erklärte Stadtpräsidentin Corine Mauch, wie entscheidend die Rolle der Wohnbaugenossenschaften in der Stadtentwicklung sei, und wo in der nächsten Zeit neuer bezahlbarer Wohnraum im Quartier geschaffen wird. Stadtrat André Odermatt führte an seinem Posten vor der Schult-hess-Klinik aus, wie die Gebietsplanung des Kantons vonstatten ging und welchen Einfluss er als Hochbauvorsteher auf dieses grosse kantonale Vorhaben hatte. Insbesondere war es entscheidend, dass die teils massiven Ausbaupläne der ansässigen Institutionen aus planerischer Sicht kritisch hinterfragt wurden.

 

Anschliessend an den Rundgang wurde im Quartiertreff Hirslanden ein Gemüseeintopf aus unförmigen Gemüsen serviert und den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben, ihre dringendsten Fragen mit den SP-StadträtInnen und GemeinderätInnen zu diskutieren. Diese Möglichkeit nutzten auch alle Teilnehmenden rege, was zu zahlreichen spannenden (und teils sehr lebhaften) Diskussionen führte.

 

Masterplan Lengg: ‹dene wos guet geit› …

Der Quartierrundgang stand ganz im Zeichen der Gebietsentwicklung der Lengg. Der Kanton hat, wie im P.S. vom 24.11.2017 bereits berichtet, einen Masterplan für das Gebiet Lengg öffentlich aufgelegt. Bei der Planung wurden zwar die Themen Freiraum, Verkehr und Energie vertieft. Die Problematik der Wohnsituation wurde gemäss Stadtrat wohl deshalb nicht berücksichtigt, da das Planungsgebiet Lengg nebst dem Seewasserwerk und verschiedenen Freihalte- und Erholungszonen praktisch ausschliesslich Gesundheitsinstitutionen umfasst.

 

Es ist zwar korrekt, dass auf dem Planungsgebiet selber praktisch kein neuer Wohnraum geschaffen werden kann. Die Konsequenzen der vom Kanton vorgenommenen Planung wirken sich jedoch weit über das eigentliche Planungsgebiet hinaus aus. Solche über den eigentlichen Perimeter hinausgehenden Auswirkungen liegen auch beim Verkehr vor. Im Gegensatz zur Wohnproblematik hat hier aber der Kanton in einer Vertiefungsstudie (zu recht) untersuchen lassen, wie sich die geplante Gebietsentwicklung auf die bestehende Verkehrsinfrastruktur ausserhalb des Planungsgebiets Lengg (z.B. Stadelhofen, Tiefenbrunnen, Forchstrasse etc.) auswirkt, bzw. welche Massnahmen getroffen werden müssen, um einen Verkehrskollaps zu verhindern. Es ist deshalb nicht verständlich, weshalb beim Thema Wohnen, das auch Auswirkungen ausserhalb des Planungsgebiets Lengg hat, solche Untersuchungen unterlassen wurden und ein Kollaps der Mietpreise vom Regierungsrat in Kauf genommen wird.

 

Das mit dem Gesundheitscluster angestrebte Wachstum geht u.a. mit einer Zunahme von Arbeitsstellen auf der Lengg einher. Diese neuen MitarbeiterInnen werden irgendwo wohnen müssen. Abgesehen von ein paar wenigen Personalwohnungen konnte nicht aufgezeigt werden, wo die neuen Mitarbeitenden wohnen werden.

 

Realistischerweise wird sich ein nicht kleiner Teil der neuen SpitzenforscherInnen und SpezialärztInnen im Quartier niederlassen wollen. Da hier aber bereits heute Wohnungsnot herrscht, werden sich die geplanten Neubauprojekte direkt auf die Mietpreise auswirken. Deshalb droht dem Quartier eine sogenannte Seefeldisierung bzw. Gentrifizierung. Um eine solche Entwicklung zu verhindern, hat die SP Zürich 7 und 8 in ihrer Stellungnahme zuhanden des Kantons gefordert, dass dieser einerseits eine sozialräumliche Vertiefungsstudie in Auftrag gibt und andererseits das Areal des Kinderspitals in Zürich Hottingen (das ab 2022 nicht mehr benötigt wird) umzont, damit dort gemeinnütziger Wohnraum geschaffen werden kann. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, haben die SP Zürich 7 und 8 am 21. Dezember 2017 und die Grünen am 9. Januar 2018 jeweils eine Petition lanciert, die sie gemeinsam einreichen werden.

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