Warum streiken?

Die Antwort ist komplexer und vielfältiger als die simple «Gleichberechtigung». Wir wollen ja nicht «gleich», wir wollen «anders». Das Feministische Leseseminar Zürich hat einen Katalog an Gegenfragen gesammelt, mit denen wir weitere Frauen dafür gewinnen können, sich in feministischen Anliegen und als Streikende wiederzuerkennen. Fragen Sie doch mal eine Bekannte oder Unbekannte (Auszug aus dem Fragenkatalog):

 

«1. Findest du es auch einen Skandal, dass frauentypische Berufe meist schlechter bezahlt sind als männertypische Berufe? 2. Oder dass eine Pflegefachfrau viel weniger verdient als ein Banker oder IT-Fachmann? 3. Denkst du, dass du im Alter menschenwürdig betreut und gepflegt wirst? Von wem? 5. Bist du auch empört darüber, dass alleinerziehende Mütter in der Schweiz dem grössten Armutsrisiko ausgesetzt sind? 8. Findest du es nicht unglaublich, dass dieses reiche Land nur 1,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts in Familien und Kinderbetreuung investiert, während es in Nachbarstaaten bis doppelt so viel ist? 10. Wurde dir auch gesagt, dass das ja heute kein Problem mehr sei, als du Kinder und Karriere wolltest? 15. Wusstest du, dass die Berechnungsgrundlage der IV Teilzeitverdienende benachteiligt und damit überdurchschnittlich viele Frauen keine Invalidenrente erhalten? 19. Ärgert es dich auch, dass Männer in sozialen Berufen sehr schnell Karriere machen und viele Führungsposten besetzen, obwohl sie hier klar in der Minderheit sind?

 

22. Findest du Kinderbetreuung zu teuer? 23. Findest du, Kita-Angestellte verdienen genug? 29. Siehst du, wie das Fachpersonal, das dich oder Angehörige betreut und pflegt, zunehmend überfordert ist? 30. Ist es ok., aus Krankheiten Gewinne zu erzielen? 31. Gibt es Arbeiten, die du in deiner Freizeit machst, weil du sie nicht aufschreiben darfst, obwohl sie zu deiner Anstellung gehören? 32. Setzt du dich zur Wehr?

 

36. Hast du dein ganzes Leben gekrampft, Haus- und Betreuungsarbeit geleistet, und jetzt reicht die AHV kaum aus? 38. Hast du auch schon gehört, du sollst nicht so aggressiv sein, obwohl du nur klar deine Meinung gesagt hast? 43. Wer pflegt deine pflegebedürftigen Eltern? 44. Bist du Migrantin mit Hochschulabschluss und hast als Arbeitslose die Empfehlung erhalten, dich zur Pflegefachfrau umschulen zu lassen? 46. Hast du dir auch schon anhören müssen, du seist zu weiblich? 47. Gibt es Orte, an denen du dich zu bestimmten Zeiten nicht allein aufhältst, um nicht belästigt zu werden? 51. Kennst du Alibi- oder Quotenfrauen?

 

53. Denkst du, eine Quotenfrau zu sein, schmälert deinen Leistungsausweis? 54. Hattest du in deiner Jugend viele weibliche Vorbilder, die das erreicht hatten, was du dir wünschtest? 56. Hast du bewusst auf Kinder verzichtet oder sie später eingeplant, weil du einen interessanten Beruf hattest? 57. Wurdest du bei einem Vorstellungsgespräch nach deiner Familienplanung befragt?

 

58. Gab es zu deiner Schulzeit Fächer, die du als Mädchen nicht besuchen konntest? 60. Es dauerte 136 Jahre, bis zum ersten Mal eine Frau in den Bundesrat gewählt wurde. Wie würde es sich anfühlen, wenn wir bis zum Jahr 2154 nur noch Bundesrätinnen hätten? 74 . Glaubst du auch daran, dass wir nur gemeinsam Freiheit schaffen?»

 

Die vollständigen Fragen sowie ein feministisches Manifest zur Care-Arbeit finden Sie auf www.fraum.ch/frauenstreik – mitmachen, mitfragen, vorbeikommen!

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