Es geht weiter!

Gut zwei Monate lang haben wir gesammelt. Es sind zwar nicht die erhofften dreihunderttausend Franken zusammengekommen, aber immerhin mehr als die Hälfte.

 

Wir haben wieder einmal gezittert, als die Sammelaktion Anfang März gestartet hat. Werden wir den zwanzigsten Geburtstag der kleinen Zeitung noch erleben? Gibt es genug Menschen, die uns abonnieren und finanziell unterstützen wollen? Die wollen, dass es uns weiterhin gibt? Nach zwei Monaten können wir sagen: Ja, unsere Zeitung liegt vielen Menschen am Herzen. Wir haben in dieser kurzen Zeit über 160 000 Franken sammeln und 75 neue AbonnentInnen dazugewinnen können. Dazu kamen viele Solidaritätsbekundungen und Wertschätzung, die uns bestärkt hat.

 

Trotzdem haben wir unser eigentliches Sammelziel von 300 000 Franken nicht erreicht. Zugegeben: Es war reichlich ambitioniert. Wohl zu ambitioniert. Viele haben sich gefragt, ob es nicht zu viel Geld ist. Unsere Rechnung war einfach. Wir geben pro Jahr rund 415 000 Franken aus für Löhne, Miete, Druck und Vertrieb der Zeitung. Rund 365 000 Franken pro Jahr nehmen wir mit Abos und Inseraten ein. Es bleibt eine Lücke von rund 50 000 Franken – in schlechten Jahren mit wenig Inseraten noch mehr. Unsere Redaktion – die Porträts waren in den letzten Wochen zu lesen – ist klein und maximal produktiv. Auch ein Supino könnte da nicht mehr rauspressen. Wir haben uns daher ein Polster gewünscht, um wieder ein paar Jahre lang Schnauf zu haben und vielleicht gar ein paar dringend nötige Investitionen – zum Beispiel in die Adressdatenbank – zu tätigen. Ebenso wäre es sinnvoll, den Verkauf und die Administration auszubauen und in die Berichterstattung investieren zu können. Darum legen wir in dieser Ausgabe nochmals einen Einzahlungsschein bei. Jeder Betrag, egal ob gross oder klein, hilft uns, ein Stück linke Medienvielfalt zu erhalten.

 

Linke Stimme

Was wir gelernt haben aus dieser Spendenaktion: In Zukunft unsere Reichweite noch  weiter zu verbreitern. Gerade in den sozialen Medien sind wir nur wenig präsent. Generell müssen wir die Werbung fürs P.S. verbessern und verstärken. Denn – und davon bin ich überzeugt – es besteht eine Nachfrage für linke, lokale Medien, besonders bei jenen Menschen, die politisch oder kulturell interessiert und organisiert sind. Sei das in Parteien, Gewerkschaften oder bei Kleintheatern und Tanzfestivals. Gerade jetzt, wo sich Christoph Blocher das ‹Tagblatt der Stadt Zürich› unter den Nagel gerissen hat, ist eine linke Stimme wichtiger denn je. Die beiden grossen Tageszeitungen sind jetzt schon politisch abgedriftet: Sowohl NZZ wie auch ‹Tagi› schreiben immer wieder neue Geschichten, warum Genossenschaften nur dem linken Filz dienen, der rotgrüne Zürcher Stadtrat ideen-los und Umweltbewusstsein doofes Hipster-tum ist. Trotzdem gewannen SP, Grüne und AL die Wahlen in der Stadt, auf dem Land und in der Agglo.

 

Eine linke Mehrheit in der Stadt Zürich bringt ganz neue Herausforderungen. Rot ist nicht immer gleich grün und alternativ und umgekehrt schon gar nicht. Schattierungen zwischen den drei Parteien sind vorhanden und auch gewollt. Auch hier schaut P.S. hin, nimmt Diskussionen und Kontroversen auf.

 

Und vorerst werden wir das auch weiterhin tun können, dank ihren grosszügigen Beiträgen. Dafür möchte ich ganz herzlich danken.

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