Zentrum und Zeughausareal im Fokus

 

Die Ustermer Zentrums- und Stadtentwicklung tritt in eine entscheidende Phase: Am Dienstag hat der Stadtrat zwei Gestaltungspläne verabschiedet.

 

Von einem «weiteren Meilenstein in der Stadtentwicklung», an der Uster «seit 30 Jahren konsequent arbeitet», sprach der Ustermer Stadtpräsident Werner Egli am Dienstag vor den Medien: Der Stadtrat hat gleichentags den Gestaltungsplan Zeughausareal und den Gestaltungsplan Am Stadtpark zuhanden des Gemeinderats verabschiedet. Damit konkretisierten sich zwei wichtige Elemente der Zentrumsentwicklung, wie sie in der Testplanung 2011 angedacht worden seien, fuhr er fort: Auf jenem Teil des Zeughausareals, den die Stadt der Armasuisse abkaufen kann, soll ein Kulturzentrum entstehen. Der andere, der im Besitz des Bundes bleibt, soll fürs Wohnen, für Dienstleistungen und Gewerbe genutzt werden. Auf dem privaten Areal am Stadtpark sind vor allem Wohnungen vorgesehen sowie Flächen für Dienstleistungen, Detailhandel und Gastronomie.

 

Nachdem der Fokus in den letzten 15, 20 Jahren auf der Entwicklung von Wohngebieten rund um das Zentrum gelegen habe, seien die aktuell eingeleiteten Schritte die «folgerichtige Fortsetzung» der bisherigen Entwicklung, sagte Werner Egli: «Die Wohnstadt am Wasser hat heute über 33 000 EinwohnerInnen, und diese haben berechtigte Ansprüche an das Zentrum ihres Wohnorts.»

 

«Der Stadt entgegen gekommen»

Um die geplante Nutzung auf dem Zeughausareal in die Wege leiten zu können, beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat zudem, parallel zur Behandlung des Gestaltungsplans das bereits vor längerer Zeit eingefädelte Kaufrecht zu konkretisieren; Voraussetzung dafür ist ein rechtsgültiger Gestaltungsplan. Bauvorsteher Thomas Kübler erinnnerte daran, dass die Stadt dem Bund auf dem Zeughausareal für 4,77 Millionen Franken eine über 17 000 Quadratmeter grosse Parzelle abkaufen kann, was «viel Potenzial für die Zukunft» mit sich bringe. Geplant sind ein grosser und ein kleiner Saal und ein Ausstellungsraum; auch für das Kino Qtopia und Gastronomie hat es noch Platz.

Von den rund 135 Wohnungen auf dem nicht-städtischen Teil des Areals entsteht etwa die Hälfte im gemeinnützigen Wohnungsbau, dafür wird der Bund den Teil West im Baurecht abgeben. Damit sei er der Stadt «stark entgegengekommen» und nehme politische Vorstösse aus dem Gemeinderat auf.

 

Der private Gestaltungsplan Am Stadtpark gilt für die Parzellen zwischen Zürichstrasse und Stadtpark, die wegen der dort beheimateten Telefonzentrale der Swisscom als «Swisscom-Areal» bekannt sind. Sie gehören der Moser Bau Immobilien AG. Der Gestaltungsplan erlaubt es dem Grundeigentümer, auf die bestehen bleibende Zentrale zwei Hochhäuser mit rund 68 Wohnungen zu bauen. Im Gegenzug und unter Anrechnung einiger kleinerer Landabtausche erhält die Stadt eine Erweiterung des Stadtparks um gut 1100 m2, die der Grundeigentümer auf eigene Kosten ausführt. Die Wohnungen wolle man verkaufen, sagte Ernst Inderbitzin, Verwaltungsratspräsident der Moser Bau Immobilien AG. Das gelte auch für jene Hälfte, für die man im Gespräch mit Genossenschaften sei: Eine Abgabe im Baurecht sei nicht vorgesehen. Finanzvorsteher Cla Famos fügte noch an, die Kosten für die Gestaltungspläne und den Masterplan habe ebenfalls der private Grundeigentümer übernommen, und beim Zeughausareal zahle der Bund mit; alles in allem spare die Stadt bei diesem «sehr stimmigen Gesamtpaket» mehrere Hundertausend Franken.

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