- Bezirk Meilen
Wie es den Mietern an der Goldküste geht
Wer heute im Kanton Zürich eine Mietwohnung sucht, zahlt im Schnitt rund 50 Prozent mehr als noch vor zwanzig Jahren. Die Mietzinsexplosion besonders hart zu spüren bekommen Normal- und Wenigverdienende an den von Wohlhabenden besonders bevorzugten und folglich auch sehr teuren Wohnlagen – wie etwa an der steuergünstigen Goldküste. «Viele Menschen können sich hier ihr Zuhause kaum mehr leisten oder werden verdrängt», sagt dazu Jean-Gérôme Carrey, Co-Präsident der SP Bezirk Meilen. Jetzt will die Linkspartei am rechten Seeufer Massnahmen auf politischer Ebene ergreifen. Damit dort auch für weniger Gutbetuchte mehr erschwinglicher Wohnraum entsteht. In einem ersten Schritt hat die Bezirkspartei diese Woche im oberen Bezirksteil, das heisst in Hombrechtikon, Stäfa, Männedorf, Uetikon und Meilen sowie weiter seeabwärts in Küsnacht eine Wohnumfrage lanciert. Mit dem Ziel, in den sechs Gemeinden «die Sorgen und Erfahrungen der Bevölkerung zur aktuellen Wohn- und Mietsituation im Bezirk systematisch zu erfassen». Und um so ein aussagekräftiges Bild vor Ort in den jeweiligen Gemeinden zu gewinnen. Die Ergebnisse sollen dann als Grundlage für konkrete politische Massnahmen dienen, welche die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum in den einzelnen Gemeinden des Bezirks ermöglichen sollen. Denkbar seien beispielsweise Einzelinitiativen, die von den örtlichen SP-Sektionen zuhanden der Gemeindeversammlung lanciert werden könnten, sagt dazu Jean-Gérôme Carrey.
Stimmungstest zu Fördermassnahmen
Verteilt wurden die von Gemeinde zu Gemeinde teils leicht variierenden Fragebögen in alle Haushaltungen. Angeben beziehungsweise ankreuzen können die Teilnehmenden darauf etwa, wie zufrieden sie mit ihrer Wohnsituation sind, und wie sie die Wohnungsmieten in ihrer Wohngemeinde generell einschätzen. Und beispielsweise auch, ob sie in absehbarer Zeit eine Leerkündigung befürchten. Ausloten will die SP mit der Umfrage aber auch, wie die Einwohner:innen der sechs Gemeinden zu konkreten Massnahmen für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum stehen. Beispielsweise zur Festlegung eines Mindestanteils von preisgünstigen Wohnungen bei Neubauprojekten oder zu einem Vorkaufsrecht von Bauland für ihre Wohngemeinde und auch generell zur Förderung von gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften durch die Gemeinde. Die Umfrageergebnisse werden dann am 18. November an einem öffentlichen Anlass in Meilen mit SP-Nationalrätin Jacqueline Badran als Gastreferentin präsentiert und diskutiert.
Wohninitiative in Wädenswil
Am gegenüberliegenden Seeufer hat die SP in der Stadt Wädenswil schon seit August eine ähnliche Wohnumfrage am Laufen. Daran haben sich mittlerweile bereits über 800 Personen beteiligt. Und die Lancierung einer SP-Initiative «für mehr bezahlbare Wohnungen in Wädenswil» hat die dortige Parteisektion im Grundsatz denn auch bereits beschlossen. Nun ist eine parteiinterne Arbeitsgruppe daran, den genauen Wortlaut der Initiative auszuformulieren.