Was wäre, wenn …?

Klima, Natur, Tier- und Pflanzenwelt leiden . Doch wie sähe es wohl aus, wenn sich niemand für den Schutz von Natur und Umwelt einsetzen würde? Eine etwas andere Umweltbilanz.

 

Michael Hofer

Das Klima droht zu kippen, Regenwaldabholzung und Atommüll nehmen zu, die Tier- und Pflanzenwelt hingegen ist zurückgegangen. Atombomben bedrohen den Weltfrieden. Was wäre, wenn Greenpeace, WWF, BUND, Freunde der Erde, UDEO, SES, Schweizer Vogelschutz, VCS, Fridays for Future, Bio Suisse und Aktion Ausgestrahlt nicht gekommen wären?

Ohne diese Organisationen gäbe es keinen Katalysator, kein Verbot von Superbenzin, keine Filter in den Kehrichtverbrennungsanlagen, keine Partikelfilter – und das bedeutete massiv mehr Schadstoffe. Wir hätten Autobahntunnel unter dem Zürichsee, in Eschenmosen (ZH) und unter dem Rosengarten in Zürich. Die bestehenden Autobahnen in der Schweiz wären alle zweimal dreispurig, und die Schweiz hätte bezahlen müssen für eine Autobahn Radolfzell-Konstanz in Deutschland. Es gäbe in der Lüneburger Heide eine A39 und im Danneröder Wald eine A49, das würde noch mehr Verkehr, Schadstoffe und Krankheiten in die Welt setzen und noch mehr Unfälle verursachen. In Zürich gäbe es keinen autofreien Sonntag im September, in anderen Städten von Europa keinen autofreien 22. September. In Paris, Besançon, Brüssel und Grenoble hätte es keine Mietvelos, London hätte keine C-Zone, und diese Städte hätten massiv mehr Verkehr. Der Zürcher Flughafen hätte 24-Stundenbetrieb, und die anderen Staaten hätten keine Abgabe auf Flugtickets. Das würde Löcher in allen Staatskassen bedeuten sowie mehr Fluglärm, der krank macht. Dazu würden auch Lastwagen in der Nacht fahren, und der Staat hätte keine Einnahmen durch die LSVA.

Weiter müssten wir auf Recycling verzichten, und wir hätten Abfall statt Arbeitsplätze. Dazu kommt noch, dass es keine erneuerbaren Energien gäbe und weniger Strom im Netz, ein grosser Teil davon wäre mit Atom oder Kohle ersetzt worden, was eine gewaltige Ladung Schadstoffe und CO2 ausstösst. Der Hambacherwald (D) wäre restlos einer Kohlegrube geopfert worden, und man hätte auch noch an anderen Orten Kohle abgebaggert, was vielen Menschen das Dach über dem Kopf gekostet hätte. Erneuerbare Energien hingegen schaffen auch Arbeitsplätze und sparen Kosten im Sozialamt. 

 

Die Auswirkungen im Detail:

  • Das Erdöl wäre alle.
  • Das Klima wäre gekippt.
  • Arktis und Antarktis wären geschmolzen.
  • Die Gletscher in den Alpen, Rockymountains und in Island wären weg, gewisse Dörfer hätten ihr Trinkwasser verloren.
  • Der Meeresspiegel wäre um einen Meter gestiegen, sämtliche Inseln, halb Holland, halb Dänemark und Millionenstädte wie London, New York, Kairo, Shanghai, Hongkong, Kapstadt und Valparaiso wären unter Wasser.
  • Wir hätten noch mehr Unwetter, Überschwemmungen, Murgänge und noch stärkere Hurrikans.
  • Es gäbe mehr Hitzetote im Sommer und Wasserknappheit an noch mehr Orten.
  • Die Landwirtschaft könnte kaum noch Lebensmittel produzieren.
  • Skigebiete gingen Konkurs.
  • Spitäler wären noch mehr überlastet, und es gäbe noch mehr Krebskranke und Todesfälle.
  • Es würde auch die Versicherungen viel Geld kosten, und die Prämien wären teurer.

Ohne Umweltschutzverbände wäre das AKW Zwentendorf (A) ans Netz gegangen, es wären in Kaiseraugst (AG), Wyhl und Breisach (Deutschland) Atomkraftwerke gebaut worden sowie bei den Atomkraftwerken Temelin und Dukovany zweimal zwei Reaktoren dazugekommen. Das würde heissen: mehr Atommüll. Die Atomkraftwerke Mühleberg, Barsebäck (S), Obrigheim, Stade, Isar 1, Grundremmingen (A), Mülheim-Kärlich, Grafenrheinfeld, Greifswald, Würgassen (alle D), Calder Hall (GB), Fessenheim, Creys-Mallville (beide F), Trino und Caorso (beide I) würden weiter Atommüll produzieren, wenn sie nicht schon explodiert wären! Wir hätten wahrscheinlich einen weiteren Supergau. Der Atommüll würde für Atomwaffen gebraucht. Es hätte noch mehr Leukämie und Schilddrüsenkrebs gegeben. Im Jahr 1971 hätte die USA ihre Atombombentests auf Amchitka durchgeführt – sie wurden erfolgreich von Greenpeace verhindert. 1995 hätte Frankreich unter Chirac acht statt ‹nur› sechs Atombomben getestet im Südpazifik. Böden und Gewässer wären radioaktiv und der 3. Weltkrieg wäre da.

In der Bundesverfassung wäre zudem kein Moorschutzartikel, das heisst, es gäbe einen Militärplatz bei Rothenthurm, und der Pfäffikersee wäre überbaut mit teuren Wohnungen. Es gäbe weder in der Schweiz noch in Österreich eine Quote gegen Zweitwohnungen, was noch mehr Zersiedelung bedeutete. Der Kahlschlag in Clayocout (Can) hätte nicht gestoppt werden können, auch der Masoalawald in Madagaskar wäre nicht geschützt. In Brasilien wären schon längst die Regenwälder abgeholzt, und wir hätten in der Schweiz und Österreich nichts getan, um Tropenholz zu stoppen. Auch Malaysia wäre abgeholzt, und das Volk der Penan wäre ausgestorben. Denn Bäume atmen CO2 ein und O2 aus, somit sind Bäume der beste Schutz vor der Klimakatastrophe und geben uns zu atmen.

Umweltschutzverbände hätten Littering nicht beseitigt, auch keine Tierleben gerettet, der WWF hätte keine Küsten Afrikas von angeschwemmten Glasscherben, Badelatschen und Fischernetzen gesäubert und damit Schildkröten Lebensraum zurückgegeben. Ebenso wenig würde bei Coop und Migros ein Einwegplastiksack fünf Rappen kosten, es gäbe mehr Abfall. Und in der Antarktis wäre nicht eben ein grosses Walschutzgebiet entstanden.

Wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet und das letzte Tier getötet ist, wird man sehen, dass man Geld nicht essen kann. Der Mensch braucht die Natur.

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