Schlagwort kolumne

Die Welt spinnt – einmal mehr

Es gibt zwei Diskussionen, die ich in der Regel vermeide, insbesondere online, weil sie entweder sehr unterkomplex oder sehr toxisch geführt werden, oder im schlimmsten Fall beides zusammen. Zum einen sind dies Genderfragen, wenn die althergebrachten scheinbaren biologischen Gewissheiten infrage gestellt werden, und zum anderen der Nahostkonflikt. Manchmal kommt sogar beides zusammen wie beim Eurovision Song Contest ESC. Ich werde nun aber dennoch etwas dazu schreiben. Und zwar weil ich irgendwie – wohl zum ersten Mal – das Gefühl habe, zu einer schweigenden Mehrheit zu gehören, deren Position im Diskurs überhaupt nicht stattfindet.

Guter Geschmack

Jetzt hat es mich also auch erwischt. Ich bin raus, stelle ich fest. Ich muss raus. Wohin ist freilich noch nicht klar, denn die ganze Misere ist ja kein exklusiv städtisches Problem mehr.

Eins rauf, eins runter

Es gäbe bestimmt Wichtigeres zu berichten. Aber ich bin nun mal in den Ferien. Das heisst, eigentlich bin ich ja immer in den Ferien, seit ich als Mängelexemplar aus dem Erwerbsleben ausgeschieden bin.

Geschätztes A-Bulletin,

mit Bestürzung habe ich in deiner Nr. 912 in der Rubrik Büchertipp deine Lobhudelei auf Michèle Binswangers Rachefeldzug in Buchform gegen ­Jolanda Spiess-Hegglin gelesen.

Mattscheibe

Am Donnerstag ist die Frist zur Vernehmlassung der geplanten Gebührensenkung für die SRG abgelaufen. Die Gebührensenkung ist die Antwort des Bundesrats auf die sogenannte Halbierungsinitiative. Diese will – wie der Name sagt – die Gebühren für die SRG halbieren. Der Bundesrat – angeführt von Mitinitiant Albert Rösti – findet diese Initiative zu radikal und glaubt, dass sie weitreichende Folgen auf das publizistische Angebot und die regionale Verankerung haben würde. Nun findet Bundesrat Rösti aber trotzdem, dass es für die SRG ein bitzeli weniger sein soll.

Obacht: K-Wort!

Als Freundin der englischen Sprache staune ich immer wieder über das Klassenbewusstsein der britischen Gesellschaft. Menschen aus der Arbeiterklasse sprechen deutlich hörbar anders als jene aus der Oberschicht, und wer sich auskennt, kann anhand der Aussprache oder des Vokabulars auch in der Mittelschicht noch eine obere, mittlere oder untere ausmachen.

Betrüger, Bullshit und Bilanzen

Von den Mails, die einem eine grosse Spende oder Erbschaft versprechen, den Telefonbetrügern, bis zu den etwas raffinierteren Schneeballsystemen wie etwa von Bernie Madoff oder Sam Bankman-Fried. Betrüger- und Abzockereien sind allgegenwärtig. Die Vorstellung, ohne grossen Aufwand reich zu werden, ist schliesslich auch sehr verlockend.

Toleranz, ranz, ranz

Das Sommerloch hat uns ein Loblied der Toleranz beschert. Wie schön! Selten genug kommt es vor, dass in jener Heimat geistiger Enge und ordnungspolitischer Kleinkrämerei namens bürgerlich-rechtspopulistischer Boulevard-Journalismus Toleranz gepredigt wird.

Unangenehme Wahrheiten

Soo unverständlich ist es nicht, dass die Grünen in den jüngsten Umfragen schwächeln. Die Frage ist ja auch, ob in den Medien überhaupt ernsthaft kommentiert oder bereits schon Wahlkampf gemacht wird für den Herbst.

Vertrauen 2.0

Mein Freund Z. meint, dass das mit dem Vertrauen noch dieses Jahr endgültig den Bach ab gehen werde, und er wird’s wohl wissen, denn er ist sowohl theoretisch wie praktisch in der Lage, selber ein bisschen dafür zu sorgen. Die Rede ist nicht von den Banken, die haben das bereits verkackt, sondern die Rede ist von künstlicher Intelligenz. KI, vor allem dort, wo sie nunmehr in der Lage ist, perfekte Fakebilder und -videos in Massen zu produzieren und damit den Markt zu fluten, dürfte also noch heuer parat sein, um unser Verständnis von Wahrheit, das ohnehin schon von Trump und Keller-Sutter erschüttert wurde, nochmals zu pulverisieren. Fragt sich bloss, wie man das werten will.