Category Politik

Diskurs in der Enge

Recht haben ist nicht immer lustig. Es kommt leider, wie ich gesagt habe, die Debatte über die Begrenzungsinitiative nimmt den erwarteten unerwünschten, falschen Verlauf. Wir reden tatsächlich und allen Ernstes über ökologische Überbelastung aufgrund der Zuwanderung, das Wort «Dichtestress» ist salonfähig geworden, und dass unsere S-Bahnen überfüllt seien, wird unwidersprochen hingenommen, auch wenn die Auslastung über alles nur etwa bei 35 Prozent liegt. Und an all dem sei die Zuwanderung schuld, auch das wird kaum dementiert, es wird einzig erwähnt, sie sei halt leidergottes nötig für unsere Wirtschaft und die Altersvorsorge.

Zuwanderung? Zuwanderung!

Am 27. September stimmt die Stimmbevölkerung über die so genannte Begrenzungsinitiative ab. Die SVP gibt vor, damit die Zuwanderung von AusländerInnen in die Schweiz zu reduzieren. Ihr eigentliches Ziel sind aber tiefe Löhne. Das ist brandgefährlich, denn Zuwanderung und europäische Zugehörigkeit sind die Grundlage der Schweiz.

«Wir brauchen einen neuen, faireren Verteilschlüssel»

Am 27. September stimmen wir über die Änderung des Zusatzleistungsgesetzes ab. Weshalb ein Ja längst nicht nur den Direktbetroffenen nützt, erklären die Sozialvorsteher von Zürich und Winterthur, Raphael Golta und Nicolas Galladé, im Gespräch mit Nicole Soland.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Im Grunde gut?

Die Menschheit ist im Grunde gut, meint Rutger Bregman. Und wohl auch vernünftig. Aber eine kleine Minderheit kann einen grossen Effekt haben. Wenn man sie anstachelt. Es braucht jetzt etwas weniger Aufmerksamkeit für jene, die nach Aufmerksamkeit schreien. Dann sollten wir diese Lage meistern können. Im Guten. 

Sackgasse

Solange eine Gesellschaft es für auch nur annähernd vertretbar hält, nicht beiden Elternteilen Zeit mit dem frischgeborenen Kind ermöglichen zu wollen, kommen wir keinen Schritt weiter. Solange es nicht eine Selbstverständlichkeit ist, dass sich Mutter und Vater nach der Geburt zu gleichen Teilen um das Kind kümmern, bleibt die arbeitende Mutter die Abweichung von der Norm. Solange ArbeitgeberInnen nur den Mutterschaftsurlaub organisieren müssen, nicht aber den des Vaters, werden Frauen bei Anstellungen systematisch diskriminiert bleiben. 

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Im sinkenden Schiff

Seit über zehn Jahren erscheint das Jahrbuch der Qualität der Medien der Forschungsgruppe Öffentlichkeit und Gesellschaft. Das jeweils ein recht pessimistisches Bild der Qualität zeichnete. Jahr für Jahr reagierte die Branche pikiert. Es stimme gar nicht, dass die Qualität der Medien sinke: Im Gegenteil: Sie seien interessanter geworden, lesbarer, besser. 

Es war ihm in seiner Haut wohl

Letzte Woche verstarb im Alter von 94 Jahren mit Helmut Hubacher ein Politiker, der die Geschichte der SP und der Schweiz in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mitprägte wie wenige.