Category Kultur

Schön bös

Eva Roth entwirft mit «Falls China kommt» eine Parabel über freiwillige Unterordnung aus Furcht vor dem imaginär Schlimmsten.

Wespennest

Marina Belobravaja setzt die Maxime «Mein Bauch gehört mir» konsequent um und stösst nicht nur auf Begeisterung.

Zeitgeist

Zwei Frauen ziehen sich an den Haaren aus dem Sumpf, dessen Klebrigkeit sich dann aber doch als überlegen herausstellt.

40 Jahre – und frisch bewegt

40 Jahre ‹Widerspruch›! Dieser Erfolg wird diskret gefeiert. 1981 wurde noch von überraschenden Jugendunruhen mitgeprägt. Es war an der Zeit, über die «Krise der Parteien» und Perspektiven sozialistischer Politik zu diskutieren. Schwerpunktthema des aktuellen Heftes ist eine neue Jugend in neuen Krisen und neuen Bewegungen; zum Klimastreiktag am 21. Mai wird Klartext des Jahrgangs 2000 geliefert.

Gemeinsam voran – mit Pausen

«Ob in Zwickau, Stockholm, am Amazonas oder anderswo», wünscht Jakob Springfeld von der Grünen Jugend, «schliesst euch zusammen gegen die Missstände der heutigen Zeit, macht Druck, verbündet euch». Es ist einer von vielen Aufrufen zum Handeln in drei mehr oder minder bunt gemischten Sammelbänden aus Hamburg. Dazu aus Kalifornien ein kluger Essay über sorgsames Nichtstun.

Allmacht 2.0

Bryan Fogel rekonstruiert in «The Dissident» die Hintergründe und Beweisführung der staatlich höchstrangig verordneten Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Kashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul am 2. Oktober 2018 – und wie sie bis heute für die faktisch überführten Schuldigen komplett folgenlos blieb.

0100101110101101.org

Seit Mitte der 1990er-Jahre beschäftigen sich Eva & Franco Mattes (*1976) künstlerisch mit der Digitalisierung. Eine aktuelle Auswahl ihrer Werke ist bis Ende Mai im Fotomuseum Winterthur unter dem Titel «Dear Imaginary Audience» zu sehen. Noch vor einem Erkenntnisgewinn wird die Auseinandersetzung zu einem kaum mehr überschaubaren Fragenkomplex.

Zwischen Stuhl und Bank

Der flämische Zeichner und Maler James Ensor (1860 – 1949) ist über Kunstkreise hinaus kaum bekannt und auch sein eigenwilliges Werk bleibt weitestgehend nicht eindeutig fassbar, weil es vor Zwiespälten nur so strotzt. David Schmidhauser rückt ihn jetzt – in Kombination mit dem Zugpferd Picasso – im Kunstmuseum Winterthur/Reinhart am Stadtgarten anhand seines graphischen Werkes und einiger Gemälde ins örtliche Bewusstsein.

«Entweder ich male oder ich bin unglücklich»

Nach den Ausstellungen im Kunstmuseum Winterthur mit Werken von Gerhard Richter in jüngerer Vergangenheit – «Streifen auf Glas» und «100 Selbstbildnisse» – widmet jetzt auch das Kunsthaus Zürich dem berühmtesten lebenden deutschen Maler eine grosse Einzelausstellung mit dem Fokus auf die Landschaft.

Verführen mit Weissraum

Christian Brändle lenkt im Museum für Gestaltung das Augenmerk auf das Werk von Alexey Brodovitch (1898 – 1971), einen der gewichtigen Pioniere der modernen Grafik. Für die Umsetzung dieses Herzenswunsches hat der Direktor des Hauses in den letzten acht Jahren die «weltweit umfassendste Sammlung» seiner Werke zusammengetragen, die von Preziosen aus der hauseigenen Plakatsammlung ergänzt, seinen nachhaltigen Einfluss auf die Grafik bildhaft darstellt. Allein seine Vita kommt etwas zu kurz.