Illustration: Stella Scagliola

(P.) S. O. S.

Seit 1999 gibt es die linke Zürcher Zeitung P.S. Seit ihrer Gründung ist sie immer wieder in ihrer Existenz bedroht und seit ihrer Gründung wurde sie immer wieder von ihren Leser:innen getragen. Darauf hoffen wir auch jetzt. Denn wir glauben, es braucht die linke Stimme mehr denn je.

Wir haben sowohl erfreuliche wie auch schlechte Nachrichten. P.S., die letzte linke Zürcher Lokalzeitung, ist existenziell bedroht. Es ist uns bewusst, dass die letzte Spendenaktion nicht lange her ist. Wir brauchen aber, – um weiter leben zu können, einen Zuwachs an Abonnent:innen. Hier haben wir in den letzten Jahren tatsächlich altersbedingt mehr verloren, als neue hinzugekommen sind. Das führt wiederum dazu, dass wir nach wie vor ein strukturelles Defizit haben, das auch nach Sparmassnahmen nicht ausgeglichen werden konnte.  Die Lage ist ernst. Um dieses Jahr zu überleben und um Massnahmen zu ergreifen, dass die Zukunft des P.S. gesichert ist, brauchen wir 200 000 Franken – und mittelfristig 300 Abonnent:innen mehr. 

So sieht die Situation momentan aus:

Seit der Gründung ist P.S. in einer finanziell prekären Lage. Aber das Medienumfeld ist in den letzten über 25 Jahren noch viel schwieriger geworden. Auch wir leiden unter sinkenden Inserateeinnahmen und veränderten Lesebedürfnissen. Dass wir uns in einem so schwierigen Umfeld so lange behaupten konnten, ist eine Leistung. Wir haben uns ernsthaft gefragt, ob es uns auch weiterhin braucht. Wir glauben: Ja – weil wir wissen, dass wir treue Leser:innen haben. Und weil wir wissen, dass, wenn es uns nicht mehr gibt, wohl kein anderes Angebot in diese Lücke springen wird. 

Wir brauchen also, lieber Leser, liebe Leserin: zusätzliche Einnahmen. Nur so können wir dem P.S. eine Chance verschaffen, in Zukunft weiter zu bestehen. Wir sind vorbereitet für diesen Schritt –  nur können wir ihn ohne Sie nicht vollziehen. Unser Ziel: 200 000 Franken und 300 neue Abos. Dazu brauchen wir Sie. Wir brauchen Ihre Spende. Wir brauchen Ihr Abonnement. Wenn es ein Bitzeli mehr sein darf – dann kann es gerne auch ein Gönner-Abo sein. Oder Sie können P.S. verschenken. Oder in ihrem Umfeld dafür werben. Danke!

Die Zukunft des P.S. betrifft aber auch die hoffentlich erfreuliche, mindestens aufregende Nachricht, die wir für Sie haben. Die linke Zürcher Wochenzeitung P.S. wurde 1999 von Koni Loepfe und Peter Weishaupt gegründet und ist eine Nachfolgerin der linken Zeitungen DAZ, Zürcher AZ und Volksrecht. 2015 übergab Koni Loepfe den Verlag an Min Li Marti weiter. Jetzt – mehr als zehn Jahre später – soll wieder ein Generationenwechsel stattfinden. Neu wird die Verlagsleitung an Sergio Scagliola übergehen. Sergio Scagliola begann seine Karriere als Praktikant beim P.S. und schrieb in den letzten Jahren nicht nur regelmässig im P.S., sondern war auch verantwortlich für das Marketing, den Online-Auftritt und die Abschlussredaktion. Der 28-Jährige hat Germanistik und Zeitgeschichte studiert und gerade abgeschlossen (wir gratulieren herzlich!). Min Li Marti bleibt – wie Koni Loepfe – P.S. weiterhin als Autorin erhalten.


Mit Sergio Scagliola übernimmt eine neue Generation. Wie praktisch alle anderen Medien auch fällt es auch dem P.S. schwer, jüngere Leserinnen und Leser anzusprechen. Für das Überleben des P.S. ist aber zentral, dass wir unsere Leser:innenschaft verjüngen können. Das gelingt aber nur, wenn diese auch von jenen angesprochen werden, die sie selber vertreten. Darum ergänzt neben Sergio Scagliola mit Gian Hedinger ein anderer Vertreter der jungen Generation die bewährte Redaktion mit Nicole Soland und Thierry Frochaux. Der neue Verleger braucht für seine Tätigkeit aber auch einen Handlungsspielraum, gerade auch finanzieller Art. 

Wir wollen aber nicht wie Tamedia journalistische Stellen durch KI ersetzen. Die WOZ berichtete letzte Woche, dass bei Tamedia künftig auch Texte, die zu 95 Prozent durch KI erstellt wurden, nicht deklariert werden sollen. Die Schaffhauser AZ berichtete derweil, dass Tamedia in Schaffhausen – und vermutlich auch anderswo – komplett durch KI generierte Lokalinfos anbiete.

Das ist das komplette Gegenteil von P.S. Wir glauben nach wie vor, dass Menschen wissen wollen, was in Politik und Parlamenten passiert und dazu eine kundige Einordnung möchten. Wir glauben daran, dass soziale und politische Bewegungen medial stattfinden können, ohne nur im Kontext von Ausschreitungen diskreditiert zu werden. Wir sind überzeugt, dass auch eine rotgrüne Regierung aus linker Sicht kritisch beobachtet werden muss. Und wir glauben nach wie vor daran, dass Kulturberichterstattung nicht nur aus Porträts von Stars und Kulturkampf bestehen soll. Sondern darüber berichtet, was Kultur tatsächlich tut, nämlich Bücher, Theaterstücke, Filme oder Musik zu produzieren.

Und wir glauben, dass es in der zunehmenden Medienkonzentration umso wichtiger ist, dass es noch unabhängige und linke Medien gibt. Wenn sowohl der ‹Tages-Anzeiger› wie auch die NZZ dazu aufrufen, Zürich von Rotgrün zu befreien, dann braucht es auch eine andere Stimme. Eine, die Zürich auch befreien will, aber anders: Von Gier, Spekulation oder Strassenlärm. Eine Stimme all jener, die in den noch verbleibenden Medien immer weniger gehört und abgebildet werden. Und eine, die jenen nähergebracht werden muss, die nicht wissen, dass es noch linke, unabhängige Lokalzeitungen gibt.

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