- Verkehrsmittel
Nostalgietriebwagen
Jahrzehntelang beförderten Triebwagen der Südostbahn SOB die Passagiere zwischen Wädenswil und Einsiedeln sowie Rapperswil und Arth-Goldau. Diese Triebwagen mit der offiziellen Bezeichnung ABe 4/4, im Volksmund auch «Glaskasten» oder «Klostertram» genannt, waren bei der SOB von 1939-1993 im Einsatz. Die klaren Linien des Wagenkastens sind vom Bauhausstil geprägt. Gebaut wurden diese Modelle in Schweizer Werkstätten als Arbeitsbeschaffungsmassnahme. Die Firmen MFO (Maschinenfabrik Oerlikon), BBC und SAAS waren für die elektrische Ausrüstung, SLM (Winterthur) für die Triebdrehgestelle und die SIG und SWS (Wagi Schlieren) für die Wagenkästen zuständig. Es waren die ersten Züge mit Rekuperationsbremsen, die bei der Talfahrt Stromgewinnung ermöglichten und so die Energiekosten senkten. Vor der Ausmusterung hatte der Triebwagen Nr. 5 über drei Millionen Kilometer zurückgelegt.
Auf dem Abstellgleis
Jahrelang stand das letzte Exemplar, Bezeichnung ABe 4/4 5, auf einem SOB-Abstellgeleise, wurde da von Vandalen beschädigt. Im Jahre 2002 gründeten Idealisten den «Verein Historischer Triebwagen 5». Ziel: Dieses Exemplar mit fast nur freiwilliger Arbeit wieder fahrtüchtig zu machen. Dafür wurden bisher über 50 000 Arbeitsstunden aufgewendet. Für Materialkosten und Arbeiten, die nicht selbst ausgeführt werden können, wird mit Kosten von 1,1 Mio Franken gerechnet. Das Geld stammt von Lotteriefonds verschiedener Kantone, von Gemeinden, Firmen, Stiftungen und privaten Gönnern. Ein grosser Geldgeber ist dabei der Kanton Zürich. Derzeit steht das Fahrzeug kurz vor der Wiederinbetriebsetzung noch in der Remise in Wald. Anlässlich einer Besichtigung durch die Naturfreunde Rüti-Tann-Bubikon erklärte Vereinspräsident Josef Schnüriger, dass er davon ausgeht, dass die Inbetriebsetzung in diesem Jahr erfolgen kann. Der Triebwagen steht dann für Nostalgieausfahrten von Gruppen mit 48 Sitzplätzen in der 2. Klasse und 9 in der 1. Klasse auf dem normalen Schienennetz wieder zur Verfügung.