Möglichkeiten

Rendite ist ein eindimensional mit Geld assoziierter Begriff, der umfassend begriffen weltveränderndes Potenzial aufweist.

Vier einander ergänzende Betriebe mit existenzsichernden Löhnen für Dutzende spezialisierte Fachangestellte und Aufragsvolumina im Millionenhöhe sind es, für die Barbara Buser und ihr Büropartner Eric Honegger heute eine Nachfolgelösung suchen. Als studierte Architektin ETH erkannte sie in ihren frühen Jahren als selbstständige Projektleiterin in der Entwicklungshilfe, was hinter dem heute so oft als Leerformel verwendeten Begriff Nachhaltigkeit tatsächlich steckt. Was für die einen Abfall darstellt, ist für die anderen ein wertvoller Rohstoff. Übersetzt auf eine Bautätigkeit, gerade während der Jahre der Deindustrialisierung der Schweiz, die haufenweise Neunutzungen für grosse Areale als Chancen anerbot, betrieben Barbara Buser und Eric Honegger erfolgreich die Anstrengung, Grundeigner und Investoren davon zu überzeugen, mit klugen Umnutzungen sowohl eine ehemals für anständig gehaltene Rendite in Franken erzielen zu können, aber darüber hinaus auch noch mehrere für das rein profitorientierte Bauen dieser Zeit unübliche Extras erwirtschaften zu vermögen. 

Die Idee der Kreislaufwirtschaft, des Recyclings, die soziale Durchmischung durch eine Umnutzung der bereits bestehenden, gegebenen Ressourcen wurde vor der letzten Jahrhundertwende noch als recht eigentlich spinnert wahrgenommen. Entsprechend hart waren die Anfänge. Die Überzeugung, richtig zu liegen, war bei beiden Gründer:innen aber so ausgeprägt, dass sie in mehreren ehemaligen Industriestädten wie Winterthur oder Basel Areale kaufen (lassen) und nach dem idealen Match zwischen Vorhandenem und einer künftigen Nutzung umbauen konnten. Die Liste ist lang und beeindruckend und hat die Filmemacherin Gabriele Schärer leider auch dazu veranlasst, etwas zu viele Arealüberflüge im finalen Schnitt zu belassen, was den Dokumentarfilm «Barbara Buser. Pionierin der Nachhaltigkeit» nicht eben gewinnbringend länglich erscheinen lässt. Inhaltlich und vom Potenzial, Möglichkeiten hartnäckig zu verfolgen, selbst wenn sie dem gerade dominierenden Zeitgeist zu widersprechen scheinen, taugt ihre jahrzehntelange Ausdauer gut zum leuchtenden Beispiel. Ein Perspektive weit über den nächsten Quartalsabschluss hinaus, zahlt sich längerfristig grad mehrfach aus – in Geld, vor allem aber auch im Schonen der Umwelt, im Zusammenbringen von Menschen und im Entwickeln von spezialisierten Fachkräften einer Arbeitswelt, die dem Blick in die Zukunft standhalten.

«Barbara Buser. Pionierin der Nachhaltigkeit» spielt im Kino Cameo. Nächste Woche auch im Piccadilly.

(P.) S. O. S. !

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