- Stadt Zürich
Keine Revolution beim Globus-Provisorium
Das Globus-Provisorium sei schweizweit bekannt und trotzdem nicht gerade ein Instagram- oder Postkartensujet, sagte Stadtpräsidentin Corine Mauch am Mittwoch an der Medienkonferenz, an der die Stadt erklärte, wie ihre Pläne für das Areal aussehen. Schliesslich steht das 1961 erbaute Provisorium, das ursprünglich für eine Nutzungsdauer von acht Jahren gedacht war, nun schon seit über 60 Jahren. Heute ist das Gebäude in Sachen Tragwerk, Erdbebensicherheit, Dämmung und Brandschutz nicht mehr ausreichend. Die Stadt will deshalb für rund 60 Millionen Franken das Gebäude umbauen. Weil es sich beim Globus-Provisorium um einen schutzwürdigen Bau handelt, sei ein Abbruch nicht infrage gekommen. Damit erübrigen sich auch Ideen, auf dem Areal einen Park ohne Gebäude oder ein Hochhaus zu bauen. Stattdessen soll das Gebäude bestehen bleiben und weiterentwickelt werden.
Um die Bedürfnisse der Bevölkerung abzuklären, führt die Stadt seit 2021 ein Dialogverfahren durch. Daraus ergab sich, dass die Quartierbewohner:innen aus dem Kreis 1 die aktuelle Nutzung durch Coop als Einkaufsmöglichkeit schätzen und auch weiterhin einen Detailhandel an diesem Standort wünschen. Zudem soll das Erdgeschoss durchlässig sein und eine Dachterrasse entstehen. So sehen dann auch die aktuellen Pläne der Stadt aus: Der Detailhandel soll zukünftig im ersten Untergeschoss einziehen, im zweiten Untergeschoss wird die Stadtpolizei ihre Fahrzeuge parkieren, dafür würde aus dem Erd- und Obergeschoss ein öffentlicher Raum mit Gastronomieangebot und einem Lichthof. Die Bürogebäude, die sich im hinteren Teil des Baus befinden und aktuell unter anderem von der Stadtpolizei genutzt werden, sollen geleert werden, damit das ganze Erdgeschoss durchquert werden kann.
Grosses öffentliches Interesse
Das Interesse am Globus-Provisorium als öffentlichem Ort dürfte hoch sein. Das zeigt ein kleiner Park hinter dem Gebäude, der bereits 2024 umgestaltet wurde. Wer dort Mittagessen wolle, müsse früh dort sein, um noch einen Platz zu finden, erzählte Simone Brander, Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements. Um den Ort noch attraktiver zu machen, werden in diesem Sommer zusätzliche Bäume gepflanzt, die Sitzkante zur Limmat vergrössert und ein Presscontainer der ERZ wird an einen anderen Ort verlegt. Ebenfalls im Sommer wird ein Plan aufgelegt, um die Uferseite des Gebäudes umzugestalten. Dafür sollen 11 der 22 Parkplätze aufgehoben werden, der Boden würde entsiegelt, zudem gäbe es neue Sitzelemente und Bäume. Wie das Projekt genau aussieht, zeige sich nach den Rückmeldungen auf die Planauflage. Dass bereits jetzt, bevor der Architekturwettbewerb für das Gebäude abgeschlossen ist, erste Massnahmen getroffen wurden, sei ebenfalls eine Erkenntnis aus dem Dialogverfahren gewesen. Die Teilnehmer:innen hätten sich gewünscht, dass schon früh Verbesserungen durchgeführt werden. Denn bis das Globus-Provisorium tatsächlich umgebaut wird, dürfte es noch einige Jahre dauern. Das Ergebnis des Architekturwettbewerbs ist für den Sommer 2028 vorgesehen, die Realisierung ist von 2032 bis 2035 geplant. Die vorgesehenen Kosten betragen inklusive Kreditreserven und Mietzinsausfall während der Bauzeit 78 Millionen Franken. In einem ersten Schritt beantragt der Stadtrat beim Gemeinderat einen Investitionskredit von 3,08 Millionen Franken. Die Stadt habe zudem einen Gebäudeerneuerungsfonds erstellt, der dank der Mieteinnahmen «substanziell gefüllt» sei, wie Finanzvorsteher Daniel Leupi sagte. Auch in Zukunft werde sich das Gebäude wirtschaftlich tragen und sei langfristig kostendeckend.