- Bezirk Uster
Grüne wollen mehr Bäume in Uster
Der Kanton Zürich ermittelt jeweils, wie hoch oder tief der Prozentsatz an Fläche in Gemeinden und Städten ist, die von Baumkronen beschattet werden. Es ist ein wichtiger Indikator für die Summe des Stadtgrüns und der Biodiversität. Ermittelt werden die Zahlen durch die Auswertung von Luftaufnahmen. Wenn von den Resultaten die Rede ist, wird der Begriff Kronendeckungsgrad verwendet.
Immer weniger Schatten
Und dieser Grad hat in den Gemeinden und Städten des Bezirks Uster in der Zeit zwischen 2027 und 2021 abgenommen. In Uster beispielsweise von 10,8 auf 9,4 Prozent, was einer Abnahme von -13,5 Prozent entspricht. Noch grösser war die Abnahme in Dübendorf mit -15,5 Prozent, Greifensee mit -15 Prozent. Eine kleinere Abnahme des Kronendeckungsgrades wurde in Volketswil (-13,2 Prozent), Egg -12,8 Prozent und Schwerzenbach (-12,3 Prozent), ermittelt.
Eine Abnahme des Kronendeckungsgrades um 13,5 Prozent in Uster innerhalb von vier Jahren hat die Grünen von Uster dazu bewogen, eine Initiative zu lancieren, um diese Entwicklung zu stoppen.
4,5 Millionen Franken für 15 Jahre
Gemäss Initiativtext muss die Stadt Uster mit einem Baumförderungsprogramm den Baumbestand schützen, pflegen und fördern. Im Fokus stehen dabei ökologisch wertvolle Bäume im Siedlungsgebiet. Massnahmen zur Förderung der Biodiversität und zur Entsiegelung von Flächen sollen unterstützt werden. Im Weiteren sind Anreize für Private für die Baumpflege und für Neu- und Ersatzpflanzungen vorgesehen. Um die Massnahmen zu finanzieren, soll ein Rahmenkredit von 4,5 Millionen Franken für die 15 Jahre nach Annahme der Initiative bewilligt werden und der Stadtrat muss dem Gemeinderat jährlich einen Bericht erstatten über den Stand der Umsetzung des Rahmenkredits.
Bäume verbessern das Klima
Patricio Frei, Mitinitiant und Gemeinderat, ist klar, dass genügend «Bäume für eine Stadt wie Uster unverzichtbar sind». Sie trügen wesentlich zu einem guten Klima in der Stadt bei, einerseits kühlten sie die Oberflächen in der Stadt durch Verdunstung und dadurch, dass sie Schatten spenden. Darüber hinaus würden sie die Luftqualität verbessern, weil sie Staub und Schadstoffe aus der Luft filtern. Ein weiterer Nutzen besteht darin, dass sie CO2 speichern. Bäume würden dadurch wesentlich zu einer höheren Lebensqualität der Einwohner beitragen, halten die Grünen in der Begründung ihrer Initiative fest.
Richtlinien verhinderten Abnahme nicht
Bäume, oder deren Erhalt und Pflege sind in Uster immer wieder ein Thema. Die Stadt hat entsprechende Richtlinien verfasst und verabschiedet. Zum Beispiel die 23 Seiten umfassenden Richtlinien zur Baumpflanzung und Jungbaumpflege. Sie hat auch eine Anweisung verfasst für den Baumschutz auf Baustellen und temporären Installationen und natürlich hat die Stadt die Waldbesitzer verpflichtet, einen Betriebsplan festzulegen. Eine Massnahme, die auch für die Stadt gilt, da sie im Besitz von 150 Hektaren Wald ist. Trotz all den Richtlinien, an die sich die Verwaltungen und die Einwohner zu halten haben, hat der Kronendeckungsgrad abgenommen, und nicht nur die Grünen befürchten wahrscheinlich, dass der Deckungsgrad weiter abnehmen könnte.
Baumallee beim Zeughaus schützen
Bäume liegen den Ustermerinnen und Ustermer offenbar am Herzen. Im August 2025 sorgte nämlich eine Volksinitiative für Gesprächsstoff, bei der es um den Erhalt einer Baumallee beim Zeughaus-Areal ging. Titel der Initiative: «Rettet unsere Bäume auf dem Zeughausareal.» Mit der Initiative soll der Stadtrat beauftragt werden, «alles zu unternehmen, wie zum Beispiel eine Änderung des Gestaltungsplans und des Bauprojekts, damit die stadteigene zweireihige Baumallee auf dem Zeughaus-Areal vollständig erhalten bleibt».
In den Übergangsbedingungen wurde gefordert, dass diejenigen Teile des Gestaltungsplans aufgehoben werden, die die Allee gefährden. Mit den Bauarbeiten sei zuzuwarten, bis die Initiative «rechtsgenügend erledigt» worden sei. Die Annahme der Initiative würde zu einer nichtdefinierbaren Verzögerung des Projekts «Kultur- und Begegnungszentrum für alle» sorgen. Seit 2007 wurde über die Nutzung des Areals diskutiert und gestritten. Am 9. Juni 2024 hat die Stimmbevölkerung schliesslich Ja gesagt zum Kultur- und Begegnungszentrum auf dem Zeughaus-Areal und gleichzeitig den Baukredit von 36,6 Millionen Franken genehmigt.
Die Gegner der Initiative hielten fest, dass die Baumallee auf keinen Fall zerstört würde, weil «nur 2 von 15 Platanen» gefällt werden müssten. Die gefällten Bäume würden durch 61 Neupflanzungen kompensiert und 72 bestehende Parkplätze in der Allee würden in die Tiefgarage verschoben.