«Draussen vor der Tür» und etwas 1. Mai

«Radio fürs linke Ohr: Radioprogramm von Hans Steiger 

 

Samstag, 25. April 

8.30 SWR: «Eine Frage der Erziehung?» Filiz Kükrekol über muslimische Jungs als Bildungsverlierer. Sie bleiben lieber unter sich, ihr Schulalltag ist konfliktbeladen, die Arbeitssuche schwierig. Das belegen Studien. Doch woran liegt es? An einer konservativ islamischen Erziehung, sagt der Soziologe Ahmet Toprak. Die liberale Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor hingegen sieht die Integration vorab durch Ausgrenzungserfahrungen behindert. Und was sagen die, um die es geht?

11.00 DLF: «Lähmende Altlasten.» Tschechien in der Schuldenfalle. Reportagen von Kilian Kirchgessner in der Reihe Gesichter Europas. 10,5 Millionen Einwohner – und 4,5 Millionen Zwangsvollstreckungen stehen an. Viele bedrücken die Schulden seit Jahrzehnten. Da es keine Gesetze gegen Wucher gab, wurde aus der vergessenen Stromrechnung mit Mahngebühren und Zinsen schnell eine existenzgefährdende Last. Nun wird die Massenverschuldung mehr und mehr zu einer Gefahr für die Demokratie … SRF 2 wiederholt die «Musik für einen Gast» mit Thomas Cerny, Präsident der Krebsforschung Schweiz.

17.00 SWR: «Zeitgenossinnen.» Ulla Lohmann, Fotojournalistin. Und bei SRF 2 die «Jazz Collection» über Rebekka Bakken.

20.00 SRF 2: «Draussen vor der Tür» von Wolfgang Borchert. Zu hören aus Anlass des 75. Jahrestages des Weltkriegs-Endes in einer zweiteiligen Radiofassung, die 1969 beim Schweizer Radio produziert wurde. Regie: Urs Helmensdorfer. Fritz Bachschmidt in der Rolle von Beckmann. Unter den bekannten Mitwirkenden finden sich Hanns Ernst Jäger und Ellen Widmann. Das vom jung verstorbenen Borchert verfasste Stück gilt – so die Programmvorschau – «als deutsches Nachkriegsdrama schlechthin. Es erzählt die vergeblichen Versuche eines Kriegsheimkehrers, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden». Beckmann, der Frontsoldat, kehrt heim. Die Kniescheibe zerschossen. Elf gefallene Kameraden auf dem Gewissen. Drei Jahre Sibirien in den Knochen. Von seiner Frau und deren Liebhaber aus dem Hause gejagt, will Beckmann verzweifelt ins trübe Elbwasser. Doch das Leben holt ihn zurück … Der zweite Teil folgt am 2. Mai zur gleichen Zeit! Gleichzeitig ist beim Deutschlandfunk eine weitere Folge von «Enden der Parabel» zu hören, der Radiofassung des Kriegsenderomans von Thomas Pynchon.

21.00 SRF 2: «Ich hasse es, konsequent zu sein, weil es tödlich ist.» Bruno Maderna in Musik unserer Zeit. Geboren wurde er vor 100 Jahren. «Ein erstaunlicher Mensch, temperamentvoll, spontan, herzlich, humorvoll.»

22.00 DLF: «Anrufung der Geister.» Drei zeitgenössische Komponierende in New Mexico. Vorgestellt von Egbert Hiller im Atelier neuer Musik.

23.00 DLF: «Unter dem Vulkan.» Eine Lange Nacht über Neapel. Gestaltet von Cristiana Coletti und Wolfgang Hamm.

0.05 SWR: «Die Enden der Parabel.» Gravity’s Rainbow. Radiofassung des Romans von Thomas Pynchon. Hier nochmals der Anfang: Jenseits von Null. 18. Dezember 1944.

 

Sonntag, 26. April

 8.30 SWR: «Wie Unternehmen die Schule beeinflussen.» Tim Engartner zu (s)einer Studie über Werbung im Schulunterricht. Sanierungsbedürftige Schulgebäude oder gesunkene Schulbuchetats, die wachsende Bedeutung fachfremder Lehrkräfte – all das ebnet Privatunternehmen zunehmend den Weg, der Einfluss von Industrie und Wirtschaft auf Deutschlands Schulen steigt, wie eine Studie im Auftrage der Otto-Brenner-Stiftung zeigt. Engartner ist Sozialwissenschafter der Uni Frankfurt/Main. Parallel bei SRF 2 in den Perspektiven: «Professionalität und Nächstenliebe.» Über die Pflegepionierin Liliane Juchli.

9.30 DLF: «Das Lachen der Anderen.» Essay von Kerstin Hensel. Wir alle lachen anders und über andere Dinge, je nach Geschlecht oder sozialer Zugehörigkeit – und nicht alle Comedians, Kabarettisten oder Dramatiker haben denselben Humor. Es finden sich mit Dieter Nuhr, Jan Böhmermann, Shakespeare und Aristoteles nur männliche Namen in der Vorschau…

11.00 und 20.00 SRF 2: «Ich an meiner Seite» von Birgit Birnbacher. Buch-Gespräch. Die österreichische Autorin schreibe in ihrem Roman über unser System der Sozialarbeit, die Sinnlosigkeit von Strafsystemen, den Wert von Freiheit und Selbstverantwortung. «Scheitern inbegriffen, Überraschungen ebenfalls.»

12.00 SWR: «Der Glaube an das Gute.» Was bringt private Entwicklungshilfe? Marion Barzen über eine NGO aus der Region Trier, die sich in Kenia engagiert.

12.40 SRF 2: «Musik für einen Gast.» Constantin Seibt, Journalist.

13.30 DLF: «Zwischentöne.» Musik und Fragen zur Person. Matthias Bormuth, Kulturwissenschaftler.

14.00 SWR: «Der Garten Eden an der Lahn.» Zur Kur im Paradies. Feature von Rainer Schildberger.

15.00 SRF 2: «Ich dank Dir für die Zyt.» Eine Passage-Sendiung von This Wachter. Eine Krebsdiagnose erhalten, sich gegen die Operation entscheiden, aber dafür über die letzte Zeit im Leben für die Öffentlichkeit ein Tagebuch führen. Dazu hat sich 1982 der Strafrechtsprofessor Peter entschlossen. «Diktate über Sterben und Tod» erschien 1984 – mit einer Totenrede seines guten Freundes Max Frisch – und wird in Deutschland und in der Schweiz zum Bestseller. Nicht nur das Leben seiner Tochter Rebekka wurde durch das Buch geprägt. Es bewegt bis heute Menschen, die es lesen. Parallel bei SWR 2: «Zur Person» Martin Grubinger, Percussionist. Und beim Deutschlandfunk in Rock et cetera: «Der Idealist.» Der US-amerikanische Sänger James Taylor, porträtiert von Marcel Anders.

16.30 DLF: «Sonne, Wind und mehr.» Power-to-X für die Energiewende. Ralf Krauter in der Rubrik Forschung aktuell.

18.20 SWR: «Licht im August.» Hörspiel nach dem Roman von William Faulkner. Heute der vierte Teil.

20.00 DLF: «Skateboarding.» Heaven is a Halfpipe. Feature von Elisabeth Weilenmann.

23.00 SWR: «Maria Mazzotta.» Die neue italienische Stimme traditioneller Musik. Eine Musikpassage von Cristiana Coletti.

 

Montag, 27. April

8.30 SWR: «Polens Fachkräftemangel.» Ernst-Ludwig von Aster und Anja Schrum gehen von dem aus, was sich jeden Sonntag abspielt: Tausende von Handwerkern, oder Pflegekräften und andern reisen zu ihren Arbeitsplätzen in Holland, Belgien, Frankreich und Deutschland. Hunderttausende sind gleich ganz ausgewandert …

14.00 SRF 1: «Die Eltern – pränatal bis postpubertär.» Spoken-Word-Szenen.

15.00 SWR: «Solidarität um jeden Preis?» 40 Jahre Hilfe für Nicaragua aus Freiburg. Brigitte Koerner über das Wiwili-Team in Freiburg. Als die Sandinisten die Macht übernahmen, reisten tausende Freiwillige nach Nicaragua, um dabei zu helfen, das Land aufzubauen. Mit der Zeit das Engagement. Marlu Würmell-Klauss blieb dabei, und ihr Wiwili-Team kennt alle Abgründe der «Solidaritätsarbeit». Ein Freiburger Arzt wurde von Contras erschossen; der Revolutionsführer Ortega wandelte sich zum autoritären Herrscher. Zeit für einen Blick zurück.

19.15 DLF: «Waschstrasse Ost.» Wie Schwarzgeld aus Russland Europa unterwandert. Feature von Andrea Rehmsmeier. «Mit atemberaubenden Summen Schwarzgeld werden die reichen Staaten der Europäischen Union geflutet, in den Schwellenländern bluten die Staatskassen aus. Wer darüber berichtet, lebt gefährlich.»

22.00 SWR: «A Noble Craft.» Über das Unheimliche. Essay von Pascal Richmann. Auf welche Weise sind eigene Erinnerungen verwoben mit jenen, die wir teilen? Woher rührt das unheimliche Gefühl, sobald diese Grenze verwischt – und was haben eigentlich Sie an jenem 11. September getan? Danach von Michael Rebhahn in der JetztMusik: «Die Schwierigkeit, aus dem Rahmen zu fallen.» Das sogenannte Framing.

 

Dienstag, 28. April

 8.30 SWR: «Solarstrom für Afrikas Dörfer.» Thomas Kruchem in einer Klima-Serie der Rubrik Wissen.

15.00 SWR: «Pünktlich, fleissig, typisch deutsch.» Matthias Baxmann, fragte nach, wie Ausländer die Deutschen sehen.

19.15 DLF: «Die Sophienhöhe.» Jenas enteignete Geschichte. Feature von Heike Tauch. Anfang des 20. Jahrhunderts ein weltweit viel beachtetes Zentrum der sich neu entwickelnden Heilpädagogik. Heute weitgehend vergessen. Nicht nur Nazis und die DDR zerstörten das Erbe des Pädagogen Johannes Trüper.

20.00 DLF: «Die Enden der Parabel» von Thomas Pynchon. Fortsetzung!

21.00 SRF 2: «Jazz Collection.» Sharon Jones and the Dap-Kings.

22.00 SWR: «Geschichte eines Hochstaplers.» Benjamin Quaderer über seinen Debütroman ‚Für immer die Alpen’. Anschliessend in MusikGlobal: «Lemberg, Lviv, Lwow.» Ein musikalischer Streifzug durch die Hauptstadt Galiziens.

 

Mittwoch, 29. April

 8.30 SWR: «Frischer Wind für die Wissenschaft?» Volkart Wildermuth über Laien als Forscher.

10.00 DLF: «Deutschland Ost – Deutschland West.» Wie entwickelt sich die Parteienlandschaft?

15.00 SWR: «Wie Lukas doch noch Fuss fasste.» Tim Wiese über eine Befreiung von der Borderline-Diagnose.

19.15 DLF: «Müll für Millionen.» Manuel Waltz über Deponien, die zu High-Tech-Unternehmen wurden.

20.00DLF: «Feindbild Islam.» Suzanne Krause über Frankreichs Kolonialpolitik in Afrika. Gleichzeitig bei SRF 1: «We are the word.» Patti Basler & Partner agieren im bundesrätlich verordneten Lockdown. Und bei SRF 2: «Musik aus dem Inferno.» Der amerikanische Komponist Michael Hersch.

21.00 DLF: «Sick Comedy! Very healthy!» Der Comedian Johnny Armstrong, porträtiert von Achim Hahn. «Das war englischer Humor. Wenn es euch nicht gefallen hat, hättet ihr den Krieg gewinnen sollen.»

22.00 SWR: «Rechte Kulturstörung.» Eine Bestandsaufnahme. Feature von Agnes Steinbauer. AfD-(Anti)Kulturpolitik.

 

Donnerstag, 30. April

 8.30 SWR: «Wie gefährlich sind braune Ökobauern und rechte Esoteriker?» Rolf Cantzen über völkisches Denken.

15.00 SWR: «Senioren gegen Atomwaffen.» Christine Werner über fünf widerständige Alte und ihren Protest. Sie sind zwischen 67 und 79, haben 2018 die Startbahn des Fliegerhorst Büchel blockiert, wollten den Start eines Tornados verhindern und so gegen die US-Atomwaffen protestieren. Von einem Gericht wurden sie wegen «Hausfriedensbruch» verurteilt. Doch das wollen sie nicht akzeptieren. Sie berufen sich auf «höheres Recht», wollen im Extremfall ins Gefängnis gehen.

19.15 DLF: «Haiti Chérie.» Das Geschäft mit der Hilfe. Feature von Jenny Marrenbach. «Wir nennen unser Land die Republik der Hilfsorganisationen», sagt der haitianische Schriftsteller Lyonell Trouillot. «Sie kommen alle, denn wir sind der schönste Albtraum der Welt.»

22.00 SWR: «Der Krieg geht zu Ende.» Chronik für Stimmen. Januar bis Mai 1945. Nach einer Dokumentation von Walter Kempowski und Walter Adler. Erstmals gesendet 1995. «Geschichte von unten.»

 

Freitag, 1. Mai

 8.30 SWR: «Flexibel, selbstbestimmt, ohne Hierarchie.» Der erste Teil eines Gesprächs zur Zukunft der Arbeit. Matthias Horx erläutere hier «neue Trends für die Arbeit 4.0». Mehr dazu liefert der Zukunftsforscher vom Dienst dann in der Aula-Sendung am Sonntag zur gleichen Zeit.

9.30 DLF: «Tränen säen, Hoffnung ernten.» Essay von Gesine Palmer. Wie das Lachen – siehe Tipp für Sonntag – sei auch das Weinen ein höchst paradoxes Phänomen …

10.00 SWR: «Dem Morgenrot entgegen?» Lieder zum 1. Mai. Präsentiert werden sie von Wolfgang Hamm. Daran anschliessend: «L’Histoire du soldat» von Igor Strawinsky mit dem Ensemble Contact Strasbourg.

14.00 DLF: «Objektwahllesen.» Oder: Tante Dorchen liest Theweleit. Feature von Barbara Eisenmann. Und bei SWR 2 was für Kinder: «Gib’s zurück!» Hörspiel von Silke Seibold. «Na super! Statt mit seinem besten Freund ins Ferienlager zu fahren, muss der Weltklasse-Reporter Lucas zwei Wochen zur Grosstante aufs Land.»

15.00 SWR: «Radio im Zweiten Weltkrieg.» Archiv-Dokumentation von Christoph König. Am 8. Mai 1945 wird die Nachricht vom Kriegsende in Europa verbreitet. Admiral Karl Dönitz verkündet die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Über die BBC beschwört Thomas Mann aus dem Exil die «Rückkehr Deutschlands zur Menschlichkeit». Erste befreite Insassen der Konzentrationslager kommen zu Wort. Und welche Rolle spielte das Radio im Krieg und danach? Gleichzeitig beim Deutschlandfunk: «Games und Politik.» Raphael Smarzoch über Computerspiele, die politisch sind – trotz Unterhaltung im Vordergrund.

17.00 SWR: «Zeitgenossinnen.» Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

18.20 SWR: «Licht im August.» Hörspiel nach dem Roman von William Faulkner. Schluss!

20.00 DLF: «Persona non grata.» Unter Menschen, Affen und Vampiren. Feature von Michael Langer. King Kong & Co. Parallel dazu bei SRF 1: «Supermänner.» Hörspiel von Jens Steiner. «Eine konfliktgeladene Vater-Sohn-Beziehung, in deren Mittelpunkt Jerry Siegel steht – der Erfinder des Comic-Helden Superman.» Und schliesslich gibt es bei SRF 2 Kultur am 1. Mai immerhin noch Forderungen: «Wir 2000er – was wir fordern, wer wir sind!» Aus der Vorschau: Wer sind die Menschen, die zur Jahrhundertwende zur Welt kamen und dieses Jahr 20 werden? Was denken, fühlen, wovon träumen diese jungen Erwachsenen? Welche Erwartungen haben sie ans Leben, an ihre Zukunft? «Antworten gibt die Generation selbst.» Redaktion: Bernard Senn. Zweitausstrahlung am Sonntag nach 15 Uhr!

22.00 SWR: «Spiel’s noch einmal Sam.» Gedanken über die Wiederholung. Feature von Malte Oppermann. Und nach 22 Uhr in NowJazz von Ulrich Kriest: «Die Jasager und die Neinsager.» Songs of Resistance. Resistance through Songs? Wie geht’s denn dem Protestsong aktuell?

 

DLF/Deutschlandfunk – 100,6 und 105,1 MHz. SWR/Südwestrundfunk 2 – 90,4 und 97,9 MHz auf UKW sowie in digitalen Kanälen und Netzen. Zudem sind die meisten Sendungen auch im Podcast-Angebot. 

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