«Die Landwirte fühlen sich nicht wertgeschätzt»

Die Bauern protestieren, in Tageszeitungen wird über fehlende Pestizide geklagt, und vielleicht gibt es bald kein Bio-Birnel mehr: Was ist los in der Landwirtschaft? Eine Übersicht.

Die Bauernproteste haben die Schweiz erreicht. Die Pflanzenschutzmittelverordnung wird zurzeit totarevidiert. Die Verordnungen zur Umsetzung der Agrarpolitik 22+ des Bundes sind ebenfalls in der Vernehmlassung. Was hat das alles miteinander zu tun, wohin soll die Reise gehen – und vor allem: Wer blickt da noch durch? Mit solchen Fragen hat sich P.S. an Röbi Brunner gewandt. Der ehemalige Kantonsrat der Grünen ist Lebensmittelingenieur und führt in Steinmaur zusammen mit seinem Bruder die Wehntaler Mosterei E. Brunner AG. Weder aktiver Politiker noch klassischer Bauer, aber definitiv vom Fach, ordnet er ein und kommentiert, was sich auf den Webseiten von Bund und Bauernverband, in Tageszeitungen und Studien nachlesen lässt. Seine Anmerkungen und Analysen sind jeweils in Kursivschrift gedruckt.

«Bessere Anerkennung» gefordert

Die Welle der Bauernproteste hat nach mehreren europäischen Ländern nun auch die Schweiz erfasst. In seiner Petition von Ende Januar stellt der Schweizerische Bauernverband Forderungen nach einer «besseren Anerkennung der vielfältigen Rollen der Landwirtschaft»: Was ist wohl damit gemeint?

Das Spektrum innerhalb der Landwirtschaft ist etwa so divers wie das Spektrum des Journalismus. Und wehe, man kritisiert mal eine Zeitung oder einen Journi! Wer lässt sich denn schon gerne kritisieren? – Die Landwirtschaft auch nicht.

Ein Beispiel: In unserem Betrieb arbeiten wir nach den jüdischen Speisegesetzen, also koscher. Das hat damit zu tun, dass unsere Kunden einzelne Produkte im nordamerikanischen Markt verkaufen, wo das Standard ist. Für uns spielt es keine Rolle, wir verarbeiten weder Fleisch noch Milch noch Trauben, und die Schmiermittel sind synthetisch. Diese Regeln sind seit ungefähr 3000 Jahren unverändert.

Wir müssen uns in diesem Bereich nicht immer wieder damit herumschlagen, was jetzt neu verboten oder erlaubt ist. Wenn ich nun schaue, was der Staat oder die Verbände machen, sei es Bio Suisse oder IP oder wer auch immer, ständig gibt es Änderungen. Ich habe letzte Woche gelernt, dass ich nun im Apfelsaft nicht nur den Anteil Fett angeben muss (0), sondern auch den Anteil der gesättigten Fettsäuren (der ja auch Null ist, weil der Fettgehalt schon Null ist). Ich kann also alle Etiketten wieder dem Grafiker zur Überarbeitung schicken. Der ist natürlich erfreut, dass er wieder einen Auftrag bekommt. Dauernd Änderungen, alle Jahre. Ich freue mich auf meine Pensionierung, wenn ich mich nicht mehr mit Kontrolleuren beschäftigen muss.

In den Veterinärwissenschaften gibt es eine Vertiefung in Richtung Kontrollen: Du kannst dich für Grossvieh spezialisieren, für Haustiere, aber auch für amtliche Kontrollen. Dazu gehört die Fleischschau. Dazu gehört aber auch die Kontrolle der Haltung. Früher hatten die Kontrolleure wenigstens noch eine gewisse praktische Erfahrung. Heute kommen vermehrt Kontrolleure auf den Betrieb, die einfach die Checkliste abarbeiten. Ob das Sinn macht oder nicht. Das ist dann einkommenswirksam, weil bei einer gewissen Anzahl Beanstandungen die Direktzahlungen gekürzt werden. Da geht es nicht um einen Gesamteindruck, ob das Vieh gesund ist und die Tiere nicht vernachlässigt oder gequält werden. Nein, da werden Pünktli zusammengezählt, da ein Bügel verbogen und noch nicht geflickt, dort einem frischgeborenen Kalb keinen Kübel mit Wasser hingestellt, obwohl dieses gar kein Wasser trinkt, sondern die Kolostralmilch, und und und. Die Landwirte fühlen sich nicht wertgeschätzt, sondern ständig kritisiert von Leuten, die kein Fachwissen und keine Praxis haben.

«Erhöhung der Produzentenpreise»

Damit zurück zu den aktuellen Forderungen der Bäuerinnen und Bauern – «keine Sparprogramme auf dem Rücken der Landwirtschaft» und «Erhöhung der Produzentenpreise und eine Preisbildung, die auf den effektiven Kosten basiert», konkret fünf bis zehn Prozent mehr: Gibt es nicht gerade deshalb Direktzahlungen, weil aus Produzent:innensicht «faire» Preise nicht möglich sind, beziehungsweise diese Preise aus Konsument:innensicht viel zu teuer wären? Oder nur bezahlt würden, wenn es keinen Aldi und Lidl gäbe und keine Möglichkeit, zum Einkaufen nach Konstanz zu fahren?

Es hat bei der Produktion von Nahrungsmitteln eine Teuerung gegeben (Treibstoff, Dünger, Arbeitslöhne,Krankenkasse etc.) und es ist legitim, wenn Preiserhöhungen verlangt werden (der Schweizer Bauernverband will sich hier vermehrt einbringen, was vernünftig ist). Und wenn Migros und Coop einfach den Import ankurbeln, ist das für die Landwirtschaft nicht vertrauensfördernd: Wir diskutieren über Trockenheit in Spanien, die prekären Arbeitsbedingungen der Pflückerinnen, und schon sind die spanischen Erdbeeren wieder im Gestell. Wer solches kauft, ist in den Augen der Schweizer Produzenten nicht glaubwürdig. Und die Art und Weise, wie Coop und Migros ihre Marktmacht ausüben, ist für viele Produzenten ein grobes Ärgernis.

«Das süsse Gift der Subventionen»

Wir hatten einige massive Brüche in der Landwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Landwirtschaft gesagt, sie solle soviel produzieren, wie sie könne, der Bund übernehme die Vermarktung. Dieser Protektionismus führte dann zu Fehlentwicklungen, die man zum Beispiel mit Milchkontingentierung etc. in den Griff bekommen wollte. Aber eigentlich war es eine Planwirtschaft. Das süsse Gift der Subventionen! Für Linke manchmal schwer zu verstehen: Planwirtschaft funktioniert nicht, auch nicht in der Landwirtschaft.

Dann versuchte man, wieder etwas mehr Markt zu etablieren. Das Gatt-Abkommen und anschliessend die WTO führten dann dazu, dass man die Produktpreise nur noch eingeschränkt subventionieren/schützen durfte. Das war der Beginn der Direktzahlungen, die dann mehr und mehr auch mit ethischen und ökologischen Zielsetzungen befrachtet wurden. Aber es gab halt auch mehr Markt. Markt bedeutet (wenn er funktioniert), dass Angebot und Nachfrage die Preise bestimmen. Und wenn man falsch investiert, kann man scheitern.

Zudem gibt es einige Rahmenbedingungen, die man auch beachten muss. Vor etwas mehr als 20 Jahren wurde der Euro eingeführt. Damals war der Wechselkurs 2 Fränkli für 1 Euro. Mittlerweile ist 1 Euro weniger wert als 1 Fr. Die Produktivität der Schweizer Landwirtschaft ist nicht stärker gestiegen als im Ausland. Importware kommt also zum halben Preis über die Grenze. Viele Schutzzölle, die damals beim Gatt-Abkommen fixiert wurden, wirken nicht mehr schützend. Wir haben aktuell eine Diskussion darüber, dass wir in der Schweiz ein Prekariat haben, dass immer mehr Menschen abgehängt werden und sich schweizerische Lebensmittelpreise nicht leisten können. Diese Menschen gehen über die Grenze und können sich dort Fleisch und Käse kaufen, zu Preisen, die tief unter unseren Gestehungskosten liegen. Darum stimme ich für den 13. bei der AHV.

Neue Auflagen nur gegen Entschädigung

Nächste Forderung: «Keine neuen Auflagen im Umweltbereich, die nicht entschädigt sind» – aber der Bundesrat hat doch bereits am 24. Januar das landwirtschaftliche Verordnungspaket zur Umsetzung der Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) auf Verordnungsebene in die Vernehmlassung gegeben. Und in der Medienmitteilung dazu steht, dass die eigentlich beschlossenen 3,5 Prozent Biodiversitätsförderflächen erst per 2025 eingeführt werden. Zudem habe das Parlament in der Wintersession auf eine Kürzung des Direktzahlungskredits um rund 55 Mio. Franken verzichtet. Also: Wo brennt es genau?

Noch vor 30 Jahren hatte man im Naturschutz einen einigermassen vernünftigen Umgang mit der Landwirtschaft. Wir hatten im Vogelschutzverein viele Landwirte, die sich auch an Arbeitstagen einsetzten. Auch in der Landwirtschaft kann ich mich an Persönlichkeiten erinnern, die sich sehr wohl auch für den Erhalt der Natur einsetzten und Freude hatten, wenn mal ein seltenes Vögeli vorbeiflog. Im Archiv unserer Firma gab es eine Jubiläumsschrift «50 Jahre Schweizer Bauernverband», hunderte Fotos der Landwirtschaft aus der Zeit um den Zweiten Weltkrieg, davon gerade mal vielleicht fünf Fotos, auf denen ein Traktor zu sehen war.

Gehen wir noch weiter zurück. Der Bauerngeneral Ernst Laur war schlau genug, um zu erkennen, dass die Landwirtschaft der Jahrhundertwende (also 1900) in der Produktivität massiv zu verbessern ist. Die überflüssigen Arbeitskräfte waren gesucht in der Industrie. Dazu brauchte es aber ein Narrativ. In dieser Transformation war man schon ein besserer Mensch, wenn man bäuerlicher Herkunft war. Das tröstete darüber hinweg, dass man aus der Landwirtschaft wegrationalisiert wurde. Eine Freundin von mir machte nach der Matur die Bäuerinnenschule. Am Abschlussanlass hat ein Regierungsrat die Rede gehalten, dabei ermahnte er die anwesenden Kursbesucherinnen, möglichst viele Kinder auf die Welt zu stellen, weil aus dem Bauernstand ein gesundes Volk entstehe. Das Narrativ existiert noch heute. Damit lenkt man aber auch die Landwirte davon ab, dass man sie immer wieder bescheisst. Es brennt, weil es endlich mehr Planungssicherheit braucht, damit Investitionen nicht in den Sand gesetzt werden.

«Weniger Pestizide, aber…»

Auch zur Totalrevision der Pflanzenschutzmittelverordnung und Revision der Gebührenverordnung BLV läuft die Vernehmlassung. Im ‹Tagi› vom 6. Februar war zu lesen, der Bund wolle weniger Pestizide in der Landwirtschaft, doch so, wie er das anstelle, sei es «eine Zumutung für die Bauern». Es gebe immer weniger Pflanzenschutzmittel und immer mehr Notzulassungen. In Bern stapelten sich die Gesuche um Neuzulassungen.

Gemäss der Webseite swiss-food.ch – im Impressum steht, sie sei «powered by Syngenta und Bayer» – gibt es wegen fehlender Pestizide bald kein Obst, keine Beeren, keinen Wein mehr und auch keine Pommes… und ein Artikel trägt gar den Titel, «Bio-Bauer fordert Genom-Editierung für den Obstbau». Es brauche dringend mehr Pestizide und am besten gleich noch die Zulassung der Genschere Crispr, denn auch der Bio-Anbau komme nicht ohne synthetische Pestizide aus: «Auch die biologische Landwirtschaft ist auf den Einsatz von Pestiziden (Pflanzenschutzmittel und Biozide) angewiesen. Mehr als 40 Prozent der in der Schweiz verkauften Pestizide sind für den Bio-Landbau zugelassen. Unter den zehn meistverkauften Pflanzenschutzmitteln in der Schweiz befinden sich vier Bio-Pestizide. Viele von Bio-Bauern eingesetzte Pflanzenschutzmittel sind nicht direkt natürlichen Ursprungs. So werden sämtliche im Bio-Landbau eingesetzten Kupfersalze synthetisch hergestellt. Auch Schwefelprodukte, Kaliumbicarbonat, Kaliseife und Eisenphosphat, die als Bio-Pestizide eingesetzt werden, gelten als synthetisch. Viele Bio-Mittel enthalten zudem Zusatz- und Hilfskomponenten, die synthetisch produziert werden. Lockstoffe, die in Bio- wie konventioneller Landwirtschaft zum Beispiel gegen den Apfelwickler oder die Kirschessigfliege eingesetzt werden, sind alle synthetisch hergestellt, denn es macht schlicht keinen Sinn, Millionen von Insekten auszuquetschen, um an den Lockstoff zu kommen. Somit ist auch die heutige in der Schweiz praktizierte Bio-Landwirtschaft stark von synthetischen Pestiziden abhängig.»

Ja, es gibt Schädlinge, die schwierig zu bekämpfen sind, und es wird den Produzenten nicht einfacher gemacht, wenn die entsprechenden Wirkstoffe verboten werden, ohne dass man Alternativen kennt. Es kommen auch dauernd neue Schädlinge dazu, Folge der Globalisierung und des Klimawandels. Beispiel Kichererbsen: Alle Veganen wollen Kichererbsenanbau. Da gibt es die Baumwollkapseleule, die zu Totalausfall führt: Die Bauern wollen verständlicherweise wissen, was man dagegen tun kann (ich zum Beispiel auch, hat mir auch etwa einen Drittel gefressen). Es gibt aber noch keine vernünftige Methode.

«Resilientere Sorten kaufen»

Die Grünen/Linken und die Naturschutzverbände glauben immer wieder, dass man vorstössig werden müsse, damit sich endlich etwas ändert. Das wird dann zum Beispiel von einer Franziska Herren ausgenützt. Was ist das Resultat: Wir bekommen bei jeder Abstimmung im Verhältnis 70 Nein zu 30 Ja auf den Sack, und es ändert sich gar nichts. Der heutige Bauerngeneral Ritter kann so seine recht diverse Gefolgschaft hinter sich scharen, und mit der Geld-und-Gülle-Allianz mit den Wirtschaftsverbänden kann er ungestraft recht frivole Beziehungen pflegen. Wovor hat zum Beispiel der Obstverband Angst? Sicher nicht vor Franziska Herren! Nein, dass die Zahl der Pflanzenschutzmittel reduziert wird!

Die Hauptsorten, sowohl beim Obst wie bei den Beeren, sind hoch anfällig auf Pilzkrankheiten. Statt nun den Konsument:innen resilientere Sorten anzubieten, sagt man, wenn man einer Obstsorte Gala einen Genschnipsel einfügt, dann muss man weniger spritzen. Es gibt aber Alternativen zur Sorte Gala! Aber wenn Migros und Coop und Denner und Aldi und Lidl sagen, die Konsument:innen wollen Gala, dann werden halt Gala gepflanzt und mit Pestiziden gespritzt. Also sind die Konsument:innen schuld? Oder die Landwirte?

Eine Bäuerin hat mir von einem Besuch einer Schulklasse erzählt: Ein forsches Mädchen hat den Tarif durchgegeben, dass die Bauern alles vergifteten. Boshafterweise hat die Bäuerin dann am Schluss den Kindern die Auswahl gegeben zwischen makellosem Obst und solchem, das halt Makel hatte. Die makellosen Äpfel wurden genommen, die anderen nicht. Das forsche Mädchen war dann nicht mehr so forsch.

Es gibt resiliente Sorten in allen Bereichen. Man muss sie einfach kaufen. Zum Beispiel Piwi-Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten. Oder Vitabella-Kartoffeln, die weniger krautfäuleanfällig sind. Das wäre Markt. Und dann muss man auch nicht mehr über biologische Pflanzenschutzmittel diskutieren, die es halt noch braucht mit den anfälligen Sorten. Ich baue Vitabella-Kartoffeln im Garten an. Blöderweise haben mir die Scheissmäuse etwa einen Drittel gefressen! Mistviecher. Aber Pflanzenkrankheiten hatte ich keine.

Wir müssen in der Schweiz wieder vermehrt die Züchtung von resilienten Sorten unterstützen. Und ja, wir müssen die Menge an Pestiziden endlich reduzieren, mittels resilienteren Sorten. Das geht auf Kosten von Bayer und Syngenta, das tut mir aber nicht weh.

Auch die Biobäuerinnen und -bauern müssen Fortschritte machen bei der Biodiversität. Wieso machen sie es nicht? Weil sie es sich nicht leisten können? Liegt das allenfalls daran, dass sie Sorten produzieren müssen, die anfällig sind, oder daran, dass sie für ihre Produkte zuwenig bekommen?

Wir haben heute mit dem Ressourcenprojekt ZiBiF (Zielorientierte Biodiversitätsförderung) – einem Projekt des Amts für Landschaft und Natur des Kantons Zürich zusammen mit der landwirtschaftlichen Beratungszentrale der kantonalen Fachstellen Agridea, dem Zürcher Bauernverband und dem Strickhof, mit finanzieller Unterstützung des Bundesamtes für Landwirtschaft – eine Alternative. Die Landwirte bekommen mehr Verantwortung, müssen aber auch mehr Fachwissen generieren. Ist sehr spannend und läuft im Kanton Zürich zum Beispiel beim Rebberg Uster oder im Biogemüsebetrieb der Familie Höneisen von Thurlandbio.

Hoffen auf die «Lex Birnel»

Auf der Webseite der Wehntaler Mosterei ist zu lesen, dass es vielleicht bald kein Bio-Birnel mehr gibt, weil das Ionenaustauschverfahren, das für dessen Produktion verwendet wird, per 1. Januar 2025 für den Bioanbau verboten werden soll. Wie ist da der Stand der Dinge?

Das Bundesamt für Landwirtschaft hat zugesagt, dass es eine Lex Birnel machen will, damit wir auch in Zukunft Bio-Birnel produzieren können. Ich hoffe fest, dass das gelingt. Bundesbern versteckt sich aber gerne hinter dem autonomen Nachvollzug der EU-Gesetzgebung, der wie ein Tsunami funktioniert.

Und zum Schluss: Es wäre zu wünschen, dass wir wieder einen vernünftigeren Dialog mit der Landwirtschaft führen könnten. Aber dazu braucht es etwas mehr Planungssicherheit, etwas mehr Wertschätzung und Empathie auf allen Seiten, etwas weniger SVP, etwas kritischere Konsument:innen, etwas bessere Preise für die Landwirte, etc.

 

Aufruf zu Mahnmärschen

Unter dem Motto «Es ist jetzt der Zeitpunkt, unseren Unmut zum Ausdruck zu bringen», organisiert der Zürcher Bauernverband ZBV heute Freitagabend um 20 Uhr drei Mahnmärsche durch die Bezirkshauptorte Affoltern am Albis, Bülach und Hinwil. Auf welchen Routen die Bäuerinnen und Bauern marschieren werden, war bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht bekannt. Klar sind aber die Hintergründe für die Mahnmärsche, wie aus dem Aufruf des Zürcher Bauernverbands hervorgeht: Sowohl der ZBV als auch der Schweizerische Bauernverband SBV hätten die letzten drei bis vier Wochen auf die Karte Preisverhandlungen gesetzt: «Die Forderungen von fünf bis zehn Prozent höheren Produktpreisen wurden den Grossverteilern mit 60 000 Stimmen unserer Basis persönlich überreicht.» Nun stehe «die erste bedeutende Preisverhandlung für die Zukunft unserer Bauernfamilien» an. Doch alle Signale deuteten darauf hin, dass die Branchenorganisation Milch die Forderung nach einer Preiserhöhung von vier Rappen nicht erfülle: «Wir sind der Meinung, dass es jetzt an der Zeit ist, gemeinsam und mit der Öffentlichkeit unseren Unmut und unsere Existenzängste friedlich, aber nachhaltig kund zu tun», heisst es im Aufruf.

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