von Thierry Frochaux

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Gleichgepolte Magnete

Gemäss Ankündigung verhandelt das rein männliche Tanzkollektiv Frantics, das nur unter diesem Titel auftritt, ohne ihre Einzelnamen aufzuführen, mit diesem Stück die offenbar vermehrt aufkommende Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung ADHS. Dabei vermischt sich während der knappen Stunde atemloser Bilderfolge alles.

Balla Balla

«Mad Heidi» ist voll bescheuert, aber eben auch hochgradig sich selbst veräppelnd, ergo potenziell kultverdächtig.

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Scheues Rehkitz

Aus der Zeit, als allein im Wald am umfassendsten Trost und Schutz gefunden werden konnte, stapft Phil Hayes in «Invited Ghosts» Orientierung suchend zurück in die sogenannte Zivilisation.

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Preziose

Selbst zwölf Jahre nach Kriegsende ist Ada Harris (Lesley Manville) noch immer davon überzeugt, dass ihre erste Liebe Eddie eines Tages zu ihr zurückkehren werde. Sogar ihre beste Freundin Violet Butterfiled (Ellen Thomas) tut dies als Schrulligkeit ab und ermuntert sie immer wieder dazu, ihr Herz doch neu zu verschenken.

Olivia Schenker

Neugier

Malika Fankhas «Techicolor Dreamz» changiert zwischen Einladung und Appell, das Sensorium geöffnet zu halten.

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Leidenschaft

Ausdruck überwindet Sprachgrenzen. Das spanisch gesprochene «Mujeres y su Picasso» ist selbsterklärend.

Renée Green: Idyll Pursuits, 1991. Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz, Foto: Flavio Karrer

Zeitfaktor

Geschichte lässt sich nur rückwärts verstehen, was aber voraussetzt, sich mit ihr auch kritisch auseinanderzusetzen.

Bild: Maude Hélène Vuillemier

Deutungshoheit

Tochter von, Geliebte von, Patientin von… Lucia Joyce (1907 – 1982) wurde, wenn nicht überhaupt vergessen, immer nur in Relation zu berühmten Männern erwähnt. Das soll sich ändern.

Im Dämmerzustand der Traumphase hülfe bloss das Aufwachen. Bild: Gregory Batardon

Mephistos Liebreiz

Unerschrockenheit und Panik sind Geschwister im Geiste, die sich immer nur um Haaresbreite voneinander unterscheiden, aber mit Gewissheit jede Dominanz allein unter sich ausmachen. Marcos Morau stellt mit «Nachtträume» ein äquivalent verzückend-bedrohliches Tanztheater auf die Bühne.

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Landlos

Den eigenen Untergang vor Augen, entwickelt jede Generation eine verschiedene Methodik, um vor lauter Existenzangst nicht komplett im roten Bereich zu drehen.