von Thierry Frochaux

Geht nicht, gibts nicht

Wo die Liebe hinfällt, bleibt sie liegen. Wenn auch nicht unbedingt bequem, so doch immerhin nicht gelangweilt, wie Udo von Ooyens Inszenierung der Komödie «How to date a feminist» von Samantha Ellis genüsslich vorexerziert.

Spielerisches Lernen

Simple Naturwissenschaft. Die richtigen Fragen müssen her. Sibylle Aeberli und Stefanie Grob haben den grössten Durchbruch in der Geschichte der Grundlagenforschung der Geschlechterverhältnisse erzielt: It’s her story.

Schön bös

Eva Roth entwirft mit «Falls China kommt» eine Parabel über freiwillige Unterordnung aus Furcht vor dem imaginär Schlimmsten.

Wespennest

Marina Belobravaja setzt die Maxime «Mein Bauch gehört mir» konsequent um und stösst nicht nur auf Begeisterung.

Zeitgeist

Zwei Frauen ziehen sich an den Haaren aus dem Sumpf, dessen Klebrigkeit sich dann aber doch als überlegen herausstellt.

Allmacht 2.0

Bryan Fogel rekonstruiert in «The Dissident» die Hintergründe und Beweisführung der staatlich höchstrangig verordneten Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Kashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul am 2. Oktober 2018 – und wie sie bis heute für die faktisch überführten Schuldigen komplett folgenlos blieb.

0100101110101101.org

Seit Mitte der 1990er-Jahre beschäftigen sich Eva & Franco Mattes (*1976) künstlerisch mit der Digitalisierung. Eine aktuelle Auswahl ihrer Werke ist bis Ende Mai im Fotomuseum Winterthur unter dem Titel «Dear Imaginary Audience» zu sehen. Noch vor einem Erkenntnisgewinn wird die Auseinandersetzung zu einem kaum mehr überschaubaren Fragenkomplex.

Zwischen Stuhl und Bank

Der flämische Zeichner und Maler James Ensor (1860 – 1949) ist über Kunstkreise hinaus kaum bekannt und auch sein eigenwilliges Werk bleibt weitestgehend nicht eindeutig fassbar, weil es vor Zwiespälten nur so strotzt. David Schmidhauser rückt ihn jetzt – in Kombination mit dem Zugpferd Picasso – im Kunstmuseum Winterthur/Reinhart am Stadtgarten anhand seines graphischen Werkes und einiger Gemälde ins örtliche Bewusstsein.

«Entweder ich male oder ich bin unglücklich»

Nach den Ausstellungen im Kunstmuseum Winterthur mit Werken von Gerhard Richter in jüngerer Vergangenheit – «Streifen auf Glas» und «100 Selbstbildnisse» – widmet jetzt auch das Kunsthaus Zürich dem berühmtesten lebenden deutschen Maler eine grosse Einzelausstellung mit dem Fokus auf die Landschaft.

Verführen mit Weissraum

Christian Brändle lenkt im Museum für Gestaltung das Augenmerk auf das Werk von Alexey Brodovitch (1898 – 1971), einen der gewichtigen Pioniere der modernen Grafik. Für die Umsetzung dieses Herzenswunsches hat der Direktor des Hauses in den letzten acht Jahren die «weltweit umfassendste Sammlung» seiner Werke zusammengetragen, die von Preziosen aus der hauseigenen Plakatsammlung ergänzt, seinen nachhaltigen Einfluss auf die Grafik bildhaft darstellt. Allein seine Vita kommt etwas zu kurz.