von Thierry Frochaux

Gretchenfrage

Die Dialektkomödie «Die Niere» hinterfragt den 08/15-Liebesschwur auf seine tatsächliche Aufrichtigkeit.

Piepts?

Was ist los am Schauspielhaus? Wer sich an reaktionärem Scheiss reibt, dient letztlich dessen Verbreitung.

Gespenster sind Sinnestrübungen

Es ist verrückt. Die Schlagworte der GegnerInnen der Schliessung einer weiteren Lücke in der gesetzlichen Gleichbehandlung aller, was die eidgenössische Vorlage «Ehe für alle» ist, werden als Zukunftsängste dargestellt, zeigen sich bei Licht betrachtet aber als Dämonen aus der Vergangenheit. Das ist doppelt irritierend.

Fördern, aber wie?

Auch private und staatliche Fördergremien sind besorgt über den Rückgang der Kulturberichterstattung in den Massenmedien. Die Swissfoundations-Tagung «Kulturberichterstattung in der Krise – wie kommt Kultur künftig zu den Menschen?» vom Donnerstag der Vorwoche in Solothurn atmete den Geist eines Kick-off-Meetings, sich der Problemlage aktiv bewusst werden zu müssen und mögliche Handlungsfelder zu definieren.

Experimente sind immer auch Grenzauslotungen

Formal forscht die 1937 in Ungarn geborene Künstlerin Dóra Maurer mit allen sie interessierenden Medien. Von Fotografie über Performance bis Druckgrafik und Malerei. In der «kleinen Retrospektive», die ihr Sabine Schaschl im Haus Konstruktiv ausrichtet, wird schnell augenscheinlich, wie sehr die meisten ihrer Arbeiten politisch wirken.

Mehr als Kirchner

Die von Andrea Lutz und David Schmidhauser eingerichtete Übersichtenschau «Expressionismus Schweiz» im Kunst Museum Winterthur / Reinhart am Stadtgarten ist ein veritabler Augenöffner. Darüber, welch reichhaltige Vielfalt an Werken in Inhalt und Form unter diesem Sammelbegriff in der Schweiz entstanden ist – inklusive dem Tessin und der Romandie.

Kunst im Raum über die Zeit

Innerhalb von vier Jahren präsentiert das Aargauer Kunsthaus mit «Schweizer Skulptur nach 1945» die bereits dritte Ausstellung mit dem Anspruch einer Übersichtenschau. Während die Schwerpunkte Pop Art und Surrealismus gut mit der Ausstellungsfläche zurande kamen, dürften die jetzt versammelten Exponate gerne auf noch viel mehr (Innen-)Raum ihre Wirkung entfalten können. 

Wünschenswert: ein œuil extérieur für den Feinschliff

Die Mehrheit der vierzehn ZHdK-Diplomfilme 2021 lassen sich grob in drei Kategorien unterteilen: Kurz & knackig, Kamera draufhalten und rätselhaft bleiben. Ausnahmen bilden ein recht klassischer Dokumentarfilm und eine Filmkomposition, worin die einzelnen Elemente klug miteinander in Einklang gebracht werden.   Aktuell scheint die langjährig zu beobachtende Erschwernis einer nicht gänzlich zuende gedachten Dramaturgie in…

Kontrollverlust

Florian Zeller überführt das Bedrohliche einer zunehmenden Demenz in eine nachfühlbare Form.

Selbstgenügsam

Ursina Greuel glückt es mit ihrer Inszenierung, aus Martina Clavadetschers «Auf Granit» die schier unendliche Vielschichtigkeit der darin innewohnenden und sich überlagernden Themenstränge herauszuholen.