von Thierry Frochaux

Zauber

Paralysiert, schockgefroren, ins Leere starrend? Auf jeden Fall unbeweglich hockt Ville Oinonen in einer Ecke des Tanzteppichs. Das Publikum sitzt in unmittelbarer Nähe rundherum.

Unterträglich, aber nötig

Unkommentierte Bildaneinanderreihungen eines Afrikabildes der «stolzen Wilden» aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts durch den damals offenbar einflussreichen Vermittler René Gardi (1909 – 2000) sind auf eine Dokumentarfilmlänge ausgedehnt, nur sehr schwer auszuhalten.

Wie ein Sprung in der Platte

Acht Jahre Krieg in Syrien. Lubna Abou Kheir findet mit «Gebrochenes Licht» eine sprachliche Krücke, um die daraus erwachsende menschliche Ohnmacht erahnbar zu machen – in jedem Alter, an jedem Ort, zu jeder Zeit

Stotterndes Rädchen

In Modellrechnungen ist die Just-in-time-Produktion ein Segen. Primär ermöglicht durch den Fortschritt der Digitalisierung, die auch dem Konsumismus die gesamte Warenwelt eröffnet.

Poesie-verdoppelung

Das vom Sterbebett aus das Leben rückwärts bis ins Nochnichtleben leben, wie das Ilse Aichinger 1949 in «Mich wundert, dass ich so fröhlich bin» beschrieben hat, erweckt Nelly Bütikofer zu emotional fassbarem Leben.

Sturmgerede

Die Lecture-Performance «Die Mondmaschine» von «Mass und Fieber (Ost)» erinnert an die Vorgehensweise von «The Yes Men», die erstmals 2005 im Film von Dan Ollman und Sarah Price einer etwas bereiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein gebracht wurde.

So gesehen, ergibts Sinn

Statt die Faust im Sack zu ballen, ermöglichte eine (natürlich streng wissenschaftliche) Andersbetrachtung der Ursprünge von Alltagsärgernissen sogar, das eigene Gemüt zu erhellen. Patti Basler hat die Anleitung dazu.

Staatskunst

Wenn die Obrigkeit dirigiert, was Kunst ist und was nicht, wirds eng für die Fantasie. Also gilts dagegenzuhalten.

Erinnern

«Vaters Aktentasche» ist ein Versuch des Erinnerns, was durch mehrere Fluchten und die Jahre erschwert ist.

Ein bunter Strauss an Möglichkeiten

Kryptisch   «Sudden Rise» bildet (vermutlich) die Gleichzeitigkeit des ewigen Gut/Böse-Widerspruch multimedial ab.   Für Performances oder Tanz aus den USA gilt es zu berücksichtigen, dass dort Auseinandersetzungen mit Pathos und stilisierter Körperlichkeit keine zwingende verinnerlichte kritische Distanz oder Brechung einer Übertreibung benötigen, was aus mitteleuropäischer Sicht tendenziell irritierend wirken kann. Das ewige Dilemma der…