von Thierry Frochaux

Realitätsverschiebung

Film und Papierkopien sind nicht die Medien, deren Erstassoziation in Richtung bildender Kunst deutet. Die Ausstellungspräsentationen von Jaqueline Fraser und von Pati Hill in der Kunsthalle Zürich sind denn auch vielmehr als Brückenbauten zu ihren Universen zu lesen.

Das Private ist politisch

Sport, Arbeit, Gesundheit, Mode, Politik. Fünf Pionierinnen stehen mit ihren Geschichten für den erkämpften gesellschaftlichen Wandel seit den 1970er-Jahren im RTS-Podcast «chères pionnières» von Sarah Clément und Juliane Roncoroni. Die Historikerin Pauline Milani ergänzt die Erzählungen mit Zeitgeistkontext.

Super Nebelpetarde!

Mit den Schlagworten «Extremismus stoppen», «wirksame Terrorabwehr», «Schluss mit vermummten Chaoten» und sogar «Ja zur Gleichberechtigung» verquirlt das Initiativkomitee für ein schweizweites «Verhüllungsverbot» gleich mehrfache Ursachen für ein diffuses Unwohlsein oder Unrechtsgefühl und preist eine einzige Massnahme als alleinmögliche Lösung an. Super Nebelpetarde!

Sechs Prisen Neustalgie

Weil die Welt grad wieder einer Scheibe gleicht, sind auch Flanieren und Stöbern in ihren sinnlichen Komponenten auf das Bildschirmformat eingeschränkt. Immerhin sind darin, so suggeriert die Heileweltsehnsucht, mit den sechs Kurzfilmen «Kurt Früh reloaded» kleine Fluchten in die Schwelgerei mit fein dosierter Sozialkritik möglich. 

«Der Weg zu ihrem Ziel existiert nicht»

Die neue Wettbewerbskategorie «Opera Prima» für Langfilmerstlinge an den Solothurner Filmtagen ist nicht mit einer Nachwuchsplattform zu verwechseln. Sie ist das Sammelbecken aller Erstlinge der aktuellen Auswahl. Von den 15 Co-RegisseurInnen sind zwei im engeren Sinne jung und zwei auf der Zielgeraden ins Rentenalter.

Eine alte Bekannte: die Machtfrage

Die Resultate der Studie «Aussen bunt, innen weiss?» über Diversität als Selbstverständnis von zehn Deutschschweizer Kunstinstitutionen sind noch nicht veröffentlicht. Das Zoom-Podium vom vergangenen Donnerstag ‹im› Helmhaus ermöglichte jedoch schon einmal eine Veranschaulichung der Komplexität der damit einhergehenden Fragestellungen.

«Künstlerin mit männlichem Talent»

Noch besteht die Hoffnung, bis Mitte April die Gemälde von Ottilie Wilhelmine Roederstein (1858 – 1937) in der Retrospektive des Kunsthauses Zürich im Direktkontakt betrachten zu können. Bis dahin ermöglicht der Katalog eine Annäherung an ihre ungewöhnliche Vita.

«Damals war alles unkomplizierter und meine Aufgaben vielfältiger»

Fast zwei Drittel der Zeit seit der Gründung des Theaters Winkelwiese war Sabina Burri als Administratorin und später mit den wachsenden Strukturen als künstlerisches Betriebsbüro das Herz im Innern des Theaters Winkelwiese. Bevor sie Ende Jahr in Pension geht, blickt sie im Gespräch mit Thierry Frochaux zurück auf fast vier Jahrzehnte Entwicklung.

Malerische Sprache

Hanspeter Müller Drossaart entführt sein Publikum mit der malerischen Sprache von Flavio Steimanns «Bajass» für eineinhalb Stunden in eine Welt ausserhalb der Zeit.

Selbsterrettung

Stephan Roppel inszeniert zwei Monologe über die Auswüchse von Rettungsversuchen aus der Einsamkeit.