Aus der kleinen Tonhalle

Im Zuge unserer Sammelaktion stellen wir unsere drei ständigen Redaktionsmitglieder und unsere Praktikantin vor. Dieses Mal schreiben wir über den Mitbegründer des P.S. – Koni Loepfe.

 

 

 

Tobias Urech

 

 

Wer in Konis Büro eintritt, fühlt sich sogleich wie in einer anderen Welt. Umgeben von Büchern und CDs erklingt aus den Lautsprechern fast andauernd klassische Musik. Von Mozart über Beethoven bis hin zu Mahler und Bach ist alles da in dieser «kleinen Tonhalle», wie Konis Büro in der Redaktion scherzhaft genannt wird. Und mitten drin sitzt der ehemalige Verleger, stoisch, entweder Bücher für die Buchbeilage lesend oder den Kantonsratsbericht schreibend. Auf die Musik angesprochen meint er, er könne besser arbeiten, wenn um ihn herum etwas los sei. «Ablenkung hilft bei der Konzentration.»

 

Und an Ablenkung – oder besser gesagt Beschäftigung – hat es Koni wohl nie gemangelt. Schon immer konnte er sich für alles mögliche begeistern. Er war Mitbegründer der ‹Aussersihler Zeitung›, arbeitete als Taxifahrer, ist eigentlich ausgebildeter Primarlehrer, studierte auch mal zwischendurch Geschichte, schrieb vor dem P.S. als Redaktor beim ‹Volksrecht› und war natürlich ganze 18 Jahre lang Präsident der Stadtzürcher SP. «Das hat übrigens nie zu Problemen geführt», meint Koni. Im Gegenteil: «Wenn der Präsident der Stadtzürcher SP etwas schreibt, dann bekommst du ein grösseres Medienecho. Das hat dem P.S. gut getan.»

 

Reiner Zufall

Eigentlich hatte Koni vor rund 19 Jahren gar keine Lust, eine Zeitung zu gründen. Nach zwanzig Jahren beim ‹Volksrecht› sei er müde gewesen – «ich habe da täglich drei Artikel geschrieben bei einem 12-Stunden-Arbeitstag.» Doch er liess sich überreden für einen letzten Versuch und tat sich mit dem Kulturredaktor Thierry Frochaux zusammen. «So haben sich die beiden Halbleichen gefunden», kommentiert Koni lachend in seiner gewohnt träfen Art. Dieser Versuch sollte dann auch der letzte bleiben – denn das P.S. gibt es immer noch. Mittlerweile hat Koni aber sowohl die Zeitung als auch seine politischen Ämter abgegeben. Ob ihm das schwergefallen sei? «Überhaupt nicht. Ich konnte immer gut loslassen. Dass ich noch hier arbeite, ist reiner Zufall. Es macht mir halt einfach noch Spass.» Und so bleibt dem Rest der Redaktion noch ein wenig klassische Musik erhalten, die jeweils aus Konis Büro klingt.

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