Äh … VBZ? Tiefbauamt?

Habt ihr nicht irgendwie einen öffentlichen Auftrag, der Bevölkerung der Stadt Zürich möglichst gefahrenfreies Fortkommen zu ermöglichen? Da frage ich mich doch, wo genau es bei euch beiden klemmt! Nur falls es euch entgangen sein sollte: Wir haben grad Pandemie, und wie! Drei neue, aggressive Mutationen machen uns das Leben schwer. Wir versauern im Homeoffice und kriegen kaum Bewegung.

 

Genau, geschätztes Tiefbauamt: Wie gerne wären wir mal zu Fuss einkaufen gegangen, als die Landschaft so schön verschneit war, oder wären durch den endlich mal wieder weissen und gehörig kalten Winter gejoggt! Als die Trams und Busse stillstanden, hätten wir liebend gerne das Velo genommen. Bloss: Ein Winter, wie er bis in die 1980er-Jahre noch völlig üblich war und auch in den 1990er-Jahren noch öfters vorkam, hat dich heuer in Schockstarre versetzt. Man könnte meinen, du hättest deine Schneepflüge verscherbelt, das Salz geschnupft und das Kies verpulvert. Da, wo ich wohne, wurden die Trottoirs jedenfalls erst unmittelbar vor dem Föhneinbruch geräumt. Die zehn Tage davor wurde weder gesalzen noch gekiest. Die Fusswege am Hang waren die reinsten Bobbahnen. In meinen solidesten Winterwanderschuhen bin ich täglich nur knapp nicht gestürzt. Wie war das wohl für alte Leute? Am öV-Stillstand warst du ja auch nicht unbeteiligt. Nun gut, Bäume sind umgekippt – aber was sollte denn diese seltsame Politik, nur Hauptstrassen schwarz zu räumen, an Fussgängerstreifen und Haltestellen aber dreikäsehohe Schneemahden zu hinterlassen? Amtliche Autoförderung? Fahrgäste mit Postiwägeli und Snowboard, Rollator und Zalando-Paketen mussten derweil auf einem Fussbreit aperer Strasse dem Bus entlang kreuzen. Haha, Corona-Abstand! Wie ich einem Gespräch unter Chauffeuren entnahm, hats aber in
St. Gallen innert drei Tagen geklappt mit dem Schneeräumen.

 

Und jetzt zu dir, VBZ. Was machst du nicht für Krämpfe mit der Maskenpflicht! Zu Beginn wurden wir ständig mit sauglatten Dankesdurchsagen auditiv belästigt. Der reinste Hohn, wenn der Nebenpassagier Mund und Nase blank durch die Welt fahren lässt. Das hast du dir zum Glück ja wieder abgewöhnt. Nun setzt du auf Vollpflastern der Scheiben mit Hinweisklebern, die Maske sei Pflicht. Gut, das wäre ja mal ein Anfang. Aber forderst du das auch ein? Hast du irgendeine Handhabe, dich gegen renitente Nichtmaskengläubige durchzusetzen und die übrigen Passagiere zu schützen? Setzt du Uneinsichtige vor die Tür? I wo! Fehlanzeige. Nachdem ich praktisch in jedem Bus zwei oder drei Verweigerern ausgesetzt war (Maskulinum intendiert), habe ich mir ein Herz gefasst und diese angesprochen. Ich kriegte nur unflätige Antworten. Als ich mich ans Fahrpersonal wendete, wurde ich im einen Fall abgekanzelt («Sagen Sie es doch denen, ich bin nur zum Fahren da!») und im anderen Fall unter einem Wortschwall begraben mit der Kernaussage, dass es FahrerInnen leider nicht möglich ist, die Fehlbaren zum Verlassen des Busses aufzufordern (der zufällig anwesenden Stadtpolizistin übrigens auch nicht). Das machst du prima, VBZ! So lernen die ganz schnell, dass die MaskenträgerInnen eben die Dummen sind und die Klappe halten sollen. Geht es jedoch um dein Geld, VBZ, dann hast du offenbar genug Personal, um Bussen zu verteilen, und dann lässt du auch ungeniert Fahrgäste aussteigen. Tja, Prioritäten muss man eben haben!

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