Mai, 2023

«Schwamendingen ist nicht so geschniegelt wie der Rest von Zürich»

Während es für die einen ein Problemviertel ist, feiern die anderen die kulturelle Vielfalt, die in Schwamendingen gelebt wird. Für den Filmemacher Raoul Meier ist klar: Sein Zuhause ist so, wie eine Stadt sein sollte. Unverblümt – also offen, ehrlich, direkt. Im Gespräch mit dem Filmemacher geht Lara Blatter dem Ruf des Zürcher Kreises 12 auf die Spur. 

Fragwürdig

Als Jugendliche hatte ich mal ein Gespräch mit einer Mitschülerin über Zukunftspläne, und ich war damals ganz verblüfft über ihre Antwort. Sie sagte nämlich, dass sie Lehrerin werden wolle, weil man da gut Teilzeit arbeiten kann, wenn man mal Kinder hat. Wir waren damals vielleicht 15, ich weiss es nicht mehr so ganz genau. Aber ich kann mich genau erinnern, dass ich die Antwort überhaupt nicht verstanden habe, weil es mir so irrational schien, seine ganze Zukunftsplanung an einem Ereignis aufzuhängen, von dem man ja gar nicht weiss, ob es eintreffen wird.

Vertrauen 2.0

Mein Freund Z. meint, dass das mit dem Vertrauen noch dieses Jahr endgültig den Bach ab gehen werde, und er wird’s wohl wissen, denn er ist sowohl theoretisch wie praktisch in der Lage, selber ein bisschen dafür zu sorgen. Die Rede ist nicht von den Banken, die haben das bereits verkackt, sondern die Rede ist von künstlicher Intelligenz. KI, vor allem dort, wo sie nunmehr in der Lage ist, perfekte Fakebilder und -videos in Massen zu produzieren und damit den Markt zu fluten, dürfte also noch heuer parat sein, um unser Verständnis von Wahrheit, das ohnehin schon von Trump und Keller-Sutter erschüttert wurde, nochmals zu pulverisieren. Fragt sich bloss, wie man das werten will.

«Privilegien für alle!»

Die alljährliche Weltreise in Filmen am 26. queeren Filmfestival PinkApple erfreute sich einem annähernd vorpandemischen Publikumszuspruch. Die Filmpalette war wie immer erfreulich breit und förderte Wissenslücken zutage, feierte Vorbilder der Selbstermächtigung, unterhielt bis zum Tränenfluss aus zweierlei Gründen und sorgte selbstredend auch für Kopfschütteln.

Arbeitstag

Die Gesetzmässigkeiten einer Gesellschaft lassen sich auch im Kleinen darstellen.

Neue alte Feindbilder

«Wenn der Feind kein Gesicht hat, erfindet die Gesellschaft eins», schrieb Susan Faludi 1991 in ihrem Buch «Backlash». Tatsächlich scheint es immer wieder so, dass immer wieder neue Feindbilder auftauchen, die vorher niemanden je gekümmert haben. Ein gutes Beispiel hierzu ist die Teilzeit-Debatte, die seit ein paar Monaten viele Medien beschäftigt. 

Wo vermitteln hilft

Mehr als Statistiken und erklärende Philosophien zeigen praktische Beispiele, was die Ombudsstelle mitunter vermag: Lösungen in Konflikten zu finden, bei denen alle Beteiligten sich subjektiv berechtigt im Recht fühlen.

«Man wird viel weniger beschimpft im Kantonsrat»

Demnächst werden sowohl der Zürcher Kantons- als auch der Gemeinderat von der SP präsidiert. Die designierten Präsidentinnen Sofia Karakostas und Sylvie Fee Matter sprechen im Interview mit Steffen Kolberg über «ganz normale Frauen» und die Frage, ob man sich lieber duzen oder siezen sollte.

Eine andere Welt ist möglich – aber wie?

Zur Zeit toben 22 Kriege auf der Welt. Wohl kein Mensch wünscht sich, im Krieg zu leben, kaum ein Mensch erträgt es, Ungerechtigkeit zu erleiden. Wenn ein Krieg so nahe liegt wie der russische Krieg in der Ukraine, dann fordern dieser Krieg «vor der Haustür» und die mit ihm verknüpften Gerechtigkeitsfragen unser Denken und unsere Haltung heraus, wir kommen nicht darum, nach Positionen zu suchen. Ein Essay, das Menschen vorstellt, die nicht nur denken, sondern auch handeln.