Februar, 2023

Unbarmherzig

Im Speisewagen im Intercity von Zürich nach Bern kam ich mit einem Mann ins Gespräch. Wir sassen am gleichen Tisch, es war später Nachmittag und es war vor vielen Jahren. Der Mann war unterwegs an eine Preisverleihung, wie sich herausstellte, hatte er bei einem Schreibwettbewerb gewonnen. Das Buch schickte er mir später einmal zu, es hiess «Der unbarmherzige Samariter» und handelte von einem Ehemann, der aus purer Hilfsbereitschaft eine weitere Frau in sein Haus aufnahm, mit der er dann ebenfalls eine Beziehung anfing. Und beide Frauen brachten es fertig, das Verhältnis des Mannes mit der jeweils anderen nicht zu bemerken. Des Weiteren habe ich keine Ahnung mehr, wie die Geschichte ausging. 

Unverstanden oder aktiv ignoriert

Das Fluide im Werk von Pippa Garner (*1942) umfasst auch ihr Leben und erschwert es, ihre zwischen Industrialdesign, Kunst und politischer Agitation changierenden Arbeiten einer gewöhnlichen Zuschreibung zu unterwerfen. Die Kunsthalle Zürich lädt zu einer Reise ins Archiv.

Wo bleiben die Genossenschaftswohnungen?

Das Wädenswiler Zentrum soll mit Wohnungen und Gewerbeflächen verdichtet und urbaner werden und zudem ein neues Coop-Center bekommen. Nun hat das Parlament für zwei Grossprojekte die Gestaltungspläne verabschiedet – und die Ratslinke sich dabei genervt, dass die Stadt mit der Vergabe von Bauland an eine Genossenschaft nicht vorwärts macht.

Verwerfungen im Fokus

Nach dem Standortentscheid ist vor der Debatte – das gilt auch für das geplante geologische Tiefenlager im Zürcher Unterland.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Das Fräulein und die Farce

Ich bin alt genug, mich daran erinnern zu können, wie das «Fräulein» abgeschafft wurde. Auf amtlichen Formularen wurde es bereits Anfang der 1970er-Jahre abgeschafft, also knapp vor meiner Geburt. Im Sprachgebrauch lebte es aber noch eine Weile weiter, insbesondere in der Beiz, wo man die Serviertochter (die heute auch nicht mehr so heisst) gerne so rief.

Goldene Fallschirme, grüner Teppich

Der Zürcher Gemeinderat hat sich mit goldenen Fallschirmen und dem Filmfestival mit dem grünen Teppich befasst und ein Postulat überwiesen, das dafür sorgen helfen soll, dass alle Anspruchsberechtigten ihre Krankenkassenprämienverbilligung bekommen.

Kanti-Besetzung sorgt für rote Köpfe

Am Dienstag besetzten Schüler und Studentinnen die Kantonsschule Enge, um für ein ökologisches und soziales Bildungssystem zu demonstrieren. Die Aktion verlief friedlich, der Unterricht konnte uneingeschränkt stattfinden. Trotzdem fordern die bürgerlichen Parteien den Rücktritt des Rektors.