März, 2022

Stell dir vor, es ist Krieg

Es muss wohl im Gymi gewesen sein, wo mir Paul Celans Frage, ob man nach Auschwitz noch Gedichte schreiben könne, erstmals begegnet ist. Und Brechts Gedicht an die Nachgeborenen mit der Frage, «Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist», was dasselbe meint. Ich verstand, was das bedeutet, aber ich begriff es nicht. Selbstverständlich nicht. Zwei Jahrzehnte später gab mir die Realität Nachhilfe.

Selbstinszenierung in Kriegszeiten

Andrej Markovic ist Historiker mit Schwerpunkt in osteuropäischer Geschichte und in der Fachkommission Frieden und Sicherheit der SP Schweiz aktiv. Im Gespräch mit Sergio Scagliola ordnet er die politische Kommunikation der involvierten Parteien zeitgeschichtlich ein und versucht, deren ideologische Selbstinszenierung und die westliche Rezeption zu kontextualisieren. 

Doppelleben

Auf Basis von Tagebüchern stellt «Loving Highsmith» den Menschen hinter der Promiautorin vor.

Einen Franken Vierzig weniger auf die Stunde

Am feministischen Kampftag präsentiert der Winterthurer Stadtrat seinen Gegenvorschlag zur Mindestlohninitiative. Dieser soll tiefer ausfallen und für weniger ArbeiterInnen gelten als in der Initiative vorgesehen. Das treffe vor allem Frauen, kritisieren die InitiantInnen. 

Gut für alle

1928 sorgte eine überdimensionale Schnecke mit dem provozierenden Namen «Fortschritte des Frauenstimmrechts in der Schweiz» anlässlich der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit SAFFA für Aufsehen. Bekanntlich wurde das Frauenstimmrecht erst 1971 eingeführt. Das Symbol einer Schnecke für Fortschritte in Frauenfragen hat nichts an Aktualität verloren. Tatsächlich scheint Gleichstellung in der Schweiz nur im Schneckentempo voranzukommen. Auch darum hat wohl eine Rekordzahl von Frauen am Frauenstreik 2019 teilgenommen.

Nur der Mann im Mond schaut zu

Wenn zum Schluss von «Verminte Seelen» die Stimmen von Verwahrungsopfern und ursächlich dafür Verantwortlichen im Originalton zu hören sind, entblösst die Tragweite ihre Zeitkomponente und verdeutlicht damit die Ausweglosigkeit.

«Wir dürfen uns nicht an Gewalt gegen Frauen gewöhnen»

Die Stiftung Frauenhaus Zürich widmet sich anlässlich ihres 40-Jahre-Jubiläums in einem Buch der Geschichte des Frauenhauses. Die Geschäftsführerin der Stiftung, Susan A. Peter, hat in den 1980er-Jahren als Praktikantin im Frauenhaus angefangen, das aus der autonomen feministischen Bewegung entstand. Im Gespräch mit Roxane Steiger beschreibt sie die Verbesserungen und Baustellen in der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.

Knacknuss Kita-Finanzierung

Der Zürcher Gemeinderat hat einen Bericht über die familienergänzende Kinderbetreung ausführlich debattiert und schliesslich zur Kenntnis genommen.

Hühner versichern, Plakate verschicken

Seit vierzig Jahren ist das Sozialunternehmen ‹Espas› in der Arbeitsintegration tätig. Ein Rundgang im Hönggerberger Hauptstandort: ein Arbeitsort mit geringem Leistungsdruck, ohne Profitorientierung, aber mit wirtschaftlicher Konkurrenzfähigkeit.