Oktober, 2021

Die hässliche Seite

«Facebook und die grossen Tech-Firmen erleben ihren Tabak-Moment», sagte der US-amerikanische Senator Richard Blumenthal. Er meinte damit, dass jetzt rausgekommen sei, dass Facebook und Soziale Medien – wie Zigaretten – süchtig machen und die Firmen wie damals die Tabakkonzerne dies genau wüssten und sogar noch absichtlich verschlimmert hätten. Der Anlass: Das Hearing mit der ehemaligen Facebook-Angestellten und Whistleblowerin Frances Haugen.

Herzige Demokratie

Postenschacher und Gegengeschäfte sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil österreichischer Politik. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das zwar immer wusste, es war ja kein Geheimnis, aber nie so richtig verurteilte. Nicht mal Ibiza-Strache fand ich dramatisch schlimm, mehr so typisch. Die Ereignisse der letzten Tage haben mich diesbezüglich ein wenig verunsichert.

Steilpass

Wenns gut kommt, ist «Madama Butterfly» von Satocho Ichihara auch das Fanal für die Rückkehr des Spotts.

Politik zwischen Tanzvideos

Jenseits der klassischen Medien leisten InfluencerInnen politische Informationsarbeit. Wir haben mit vier ZürcherInnen gesprochen und nachgefragt: Was ist ihr Ziel?

Briefwechsel

Manchmal wird die Schreiberin von Ihrem ‹Stoff› rechts überholt. Verbales Fernlichtblitzen vertreibt poetischen Müssiggang: «Liebe XY, anbei ein Einschreiben an IM und das ich hiermit Ihnen in Kopie per E-Mail zukommen lasse. Ich bitte Sie um unverzügliche Räumung Ihrer Gegenstände. Bedauerlicherweise kann IM die Räume nicht mehr unbeaufsichtigt betreten, weil Diebstahlsbezichtigungen vorliegen und weitere Wirren vermieden werden müssen. Sie wird mit mir oder mit euch für einen Räumungstermin Kontakt aufnehmen müssen.»

Femizide: Wie berichten ­Medien?

Wie schreiben Medien über Frauentötungen? Diese Frage führt immer wieder zu hitzigen Diskussionen. Der Vorwurf von AktivistInnen: Gewalt an Frauen wird sprachlich verharmlost. Eine Bachelorarbeit an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften hat diesen Vorwurf anhand von drei reichweitenstarken Onlinemedien untersucht. 

Mit Tempo in die Krise?

Ich kam im Frühling 1980 in die Kanti. Einer unserer Lehrer, Herr Leuzinger, war Naturwissenschaftler und ein gmögiger Glarner, aber sicher kein Linker. Ein Spruch von ihm ist mir bis heute in Erinnerung geblieben: «Eine Tonne Blech in Bewegung zu setzen, um 70 Kilo Leuzinger von A nach B zu transportieren, ist Verhältnisblödsinn.»