März, 2021

Denkwürdiges Jubiläum

Ein Jahr Corona. Ein denkwürdiges Jubiläum. Auf Twitter kursierte die Frage, was man seinem Ich vor einem Jahr mit dem heutigen Wissen mitgeben würde. Ich wüsste nicht viel zu sagen. Ausser: Du sollst den Sauerteig von Nicole auch nach dem Lockdown weiterpflegen. Vor allem hätte ich vor einem Jahr nicht gedacht, dass es so lange dauert. Und wenn ich ehrlich bin, würde ich das wohl meinem Ich vor einem Jahr nicht sagen. Dabei kann ich nicht klagen. Homeoffice geht bei mir gut. Die Absage von Veranstaltungen hat mir viele freie Abende beschert, die ich nicht missen möchte. In den Ausgang ging ich auch vorher nur selten.

«Gierig darauf, die Welt zu sehen»

Die kluge Hängung der Abzüge in der Fotostiftung Schweiz widerspiegelt die Haltung der Fotografin Pia Zanetti (*1943) wie von allein. In der Summe aus empathischer Menschenzuneigung, scheuklappenfreier Neugierde und einem ausgeprägten Arbeitsethos bei zeitgleich situationssicherem Blick und handwerklichem Können resultieren Reportagen, die wirken, als erzählten sie ihre Geschichten ganz spielerisch und mühelos. 

Irrungen, Verwirrungen

Im Prinzip war man sich ja einig, dass die Vollverschleierung ein Problem ist, das die Schweiz höchstens am Rand betrifft, da es in der Schweiz kaum Frauen gibt, die einen Niqab tragen. Der radikale Islam ist ein Problem, hat aber mit der überwältigenden Mehrheit der Schweizer Muslime nichts zu tun. Die Vollverschleierung ist aber dennoch ein durchaus problematisches Symbol.

Orientierung

Vielleicht war es immer schon so und ich habs nicht bemerkt, aber mir scheint, es häuft sich ein bisschen, dass ich mit Leuten darüber rede, was links sein eigentlich bedeutet. Man kann solcherlei Selbstfindung ja bereits in der Tageszeitung lesen, wo sich selbstdefinierte Linke hinterfragen, was eine eigenartige Anmutung hat, aber natürlich immer gut ankommt. Sagte nicht schon mein Onkel selig, «wer zwanzig ist und nicht links, hat kein Herz, wer vierzig ist und immer noch links, keinen Verstand»? So eine Art reduzierter Pestalozzi-Meccano, bei dem die unsichtbare Hand vergessen gegangen ist. Diese Debatte, so wie sie gerade auftaucht, weist eine eigenartige Dynamik auf. Ist es derart mainstreamig geworden, links zu sein, dass man sich öffentlich versichern muss, was denn genau der Inhalt sei?

Mädchenzimmerrosa zum Trotz

Die Ausstellungsinszenierung von Iris von Rotens «Frauen im Laufgitter» durch Mass&Fieber alias Brigitte und Niklaus Helbling ist eine angenehm unaufdringliche, wenngleich wenig unterschwellige Aufforderung, ihre «Offenen Worte zur Stellung der Frau» von 1958 zu lesen.

Feministischer Kampf in Chile  

Die Performance des feministischen Kollektivs LASTESIS sorgte im November 2019 weltweit für Schlagzeilen. Nun erscheint sein feministisches Manifest: «Verbrennt eure Angst!» Ein wütender Aufruf, sich der Bewegung für eine wahrhaftig gleichberechtigte und feministische Gesellschaft anzuschliessen.

«Mein Alltag hat mich politisiert»

Die AL will in einem Jahr den Sitz ihres nicht mehr antretenden Stadtrats Richard Wolff verteidigen (siehe Kasten). Warum sie sich der internen Ausmarchung stellt und wofür sie sich als Stadträtin einsetzen würde, erklärt Gemeinderätin Olivia Romanelli im Gespräch mit Nicole Soland.