Januar, 2021

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Normalität

Am Mittwoch wurde Joe Biden als 46ter Präsident der Vereinigten Staaten unter hohem Sicherheitsaufwand vereidigt. Vielleicht ist es wie ein Aufwachen aus einem vierjährigen Alptraum. Vielleicht gibt es danach wieder etwas Normalität. Und etwas Langeweile. Man sehnt sich ja schon fast danach. 

Eine alte Bekannte: die Machtfrage

Die Resultate der Studie «Aussen bunt, innen weiss?» über Diversität als Selbstverständnis von zehn Deutschschweizer Kunstinstitutionen sind noch nicht veröffentlicht. Das Zoom-Podium vom vergangenen Donnerstag ‹im› Helmhaus ermöglichte jedoch schon einmal eine Veranschaulichung der Komplexität der damit einhergehenden Fragestellungen.

«Künstlerin mit männlichem Talent»

Noch besteht die Hoffnung, bis Mitte April die Gemälde von Ottilie Wilhelmine Roederstein (1858 – 1937) in der Retrospektive des Kunsthauses Zürich im Direktkontakt betrachten zu können. Bis dahin ermöglicht der Katalog eine Annäherung an ihre ungewöhnliche Vita.

Im Januarloch

«I‘ve been down so very damn long that it looks like up to me» sang Jim Morrison im Vorschlag­hammer-Blues «Been Down So Long» in den frühen 1970er-Jahren. Das kommt vielleicht nicht nur mir anlässlich der aktuellen Lage bekannt vor.

Sonderfall

Der Politiker und Historiker Alexis de Tocqueville bereiste zwischen 1831 und 1832 die Vereinigten Staaten und schrieb danach das berühmte Buch «Über die Demokratie in Amerika». De Tocqueville war eigentlich der Meinung, dass Freiheit in einer Demokratie gefährdet sei, denn in einer Demokratie würde die Gleichheit mehr geschätzt als die Freiheit. Es drohe daher eine «Tyrannei der Mehrheit».

Sorgsam radikaler werden

Corona zeigte 2020, was es heisst, auf einen Notstand zu reagieren. Bald dürfte wieder deutlicher werden, dass diese Pandemie nur eine globale Krise unter vielen ist. Das könnte ein Grund zum Verzweifeln sein, aber auch Anlass, gründlicher nach Ursachen zu fragen und sorgsam radikal einen Systemwandel voranzutreiben.

«Es braucht eine Radikalkur»

Statt Lohnprozente sollen die Einnahmen aus einer Mikrosteuer auf dem bargeldlosen Zahlungsverkehr verwendet werden, um AHV und Sozialhilfe zu finanzieren: Wie sie auf diese Idee gekommen sind und wie daraus eine neue Volksinitiative entstehen soll, erklären Willi Herrmann und Heini Hagmann im Gespräch mit Nicole Soland.

«Wir haben einen Plan»

Im vergangenen Jahr haben Klimastreikende mit über 60 ExpertInnen verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen Massnahmen ausgearbeitet, die es der Schweiz ermöglichen sollen, bis 2030 ihre Treibhausgasemissionen auf Netto Null zu reduzieren. Am 8. Januar stellten sie ihr 377-seitiges Klimaaktionspapier vor und verkündeten stolz: «Wir haben einen Plan.»