Mai, 2018

Bild von Markus Kunz

2000 Watt.  Eine Brandrede

Heilandsack! Jetzt hört endlich mal auf mit dem elenden Gewinsel! Ihr seid wie die Matrosen, die andauernd jammern: «Käpt’n, Käpt’n, wann endlich erreichen wir diesen Polarstern, den du da immer anpeilst?» Und ich sag: «Verfluchtes Pack, schrubbt das Deck weiter und geht mir nicht auf den Anker! Den Polarstern erreichen wir nie, denn darum geht es auch gar nicht.»

Nicht stehenbleiben

Die Filmauswahl des schwullesbischen Filmfestivals PinkApple zwingt einen im positiven Sinne immer wieder, vermeintliche Gewissheiten infrage zu stellen. Auch indem sie die selbstsicher hochgehaltene Toleranz jedes Jahr neu strapaziert und einen damit die Ansätze von Scheuklappen einer privilegierten Perspektive bewusst macht.   Die Denkbequemlichkeit könnte einen dazu veranlassen, sich kolossal darüber aufzuregen, dass das Doppelleben…

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Wahlen haben Konsequenzen

Überall, wo Bürgerliche an der Macht sind, also in praktisch allen Kantonen und im Bundesrat, ist es üblich, Departemente machtpolitisch zu verteilen. Warum also der Aufschrei in der rotgrünen Stadt Zürich?

Sollen Städte für Banken bluten?

Was furchtbar technisch tönt, ist ganz einfach. Wer ein Grundstück mit Gewinn verkauft, muss darauf eine spezielle Steuer, die Grundstückgewinnsteuer bezahlen. Diese Steuer ist stark progressiv. Bei Gewinnen über 100 000 Franken beträgt die Steuer 40 Prozent. Wer ein Grundstück nach einem Jahr bereits wiederverkauft, zahlt einen Zuschlag von 50 Prozent auf der errechneten Steuer. Ab fünf Jahren Besitzesdauer wird die Steuer dafür reduziert.

Unschuldig frei

Es ist furchtbar falsch. Ich weiss das so genau, wie ich seit Jahrzehnten nicht weiss, wie ich es ändern könnte. Bis es mir vielleicht einfällt, mache ich es nun so wie Elena Ferrante: «Ich weigere mich aus Prinzip, schlecht über eine andere Frau zu sprechen, selbst wenn ihr Verhalten inakzeptabel, verletzend oder ärgerlich war. Der Grund für meine Haltung ist, dass mir die Situation von Frauen dieser Welt bewusst ist.

Zweischneidig

Initiativen zur Hilfe leben alle mit dem Dauerclinch, ob oktroyierte Unterstützung nicht vielleicht vielmehr ins Kontraproduktive kippte, und der gegenläufigen Hilflosigkeit, ob oder was in dem Fall zu unternehmen wäre, falls Hilfe zur Selbsthilfe nicht angenommen würde und im Sande verliefe.

Mit Marx in die Zukunft der Digitalisierung?

Die Diskussion rund um Digitalisierung verläuft heute allzu oft in Extremen. Die Positionen sind dann entweder maschinenstürmerisch-alarmistisch oder geprägt durch naiven Techno-Optimismus beziehungsweise -Fatalismus. Die Digitalisierung ist in dieser letzteren Lesart unaufhaltsam wie ein Naturereignis, dem wir uns beugen oder durch das wir untergehen müssen.