September, 2015

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Refugees welcome

Manchmal dreht urplötzlich die Stimmung und keiner weiss genau warum. Wochenlang dominierte das herbeigeredete Asylchaos die Schlagzeilen. Ob Eritrea eine ganz schlimme Diktatur sei oder nur eine schlimme. Allerlei Methoden, wie man die Schweiz noch unattraktiver machen kann für Asylsuchende. Und über das Verständnis, dass man haben sollte, für die Ängste der Bevölkerung. Jetzt scheint alles ein bisschen anders. Plötzlich geht es um Solidarität.

Veräppelt

Zur Saisoneröffnung dominieren in Migrosmuseum wie in der Kunsthalle die Videos. Neben akustisch mangelhafter Präsentation ärgert vor allem der Inhalt, der mehrheitlich nicht fassbar gemacht wird.

Schämt euch!

Das diesjährige Sommerloch bescherte uns saure Gurken zuhauf. Mir jedenfalls bimmeln nur so die Ohren vor lauter «ekelerregend» grosser Schamlippen, männerkastrierender Gleichberechtigung und humanitärer Schönheits-OPs am weiblichen Genitale… Derart ballerte die Gilde der Genital-ChirurgInnen im Bunde mit den LebensberaterInnen aus vollen Rohren ihre Werbe-Kampagne für die Wiederherstellung gesellschaftlich akzeptabler Geschlechter-Grössen-Verhältnisse los.

Kommentar EWZ: Der falsche Weg

Das EWZ tut sich als Produzent in einem Markt, der derzeit den Strom unter den Gestehungskosten handelt, schwer. Das Unternehmen muss die Gewinne anderswo suchen. Insofern ist das Anliegen des Werks nach mehr unternehmerischer Freiheit und vor allem nach einer neuen Finanzordnung verständlich. Wobei das Reden von einem Strommarkt ziemlich hochtrabend ist. Faktisch besteht der Strommarkt aus einem Dschungel von Subventionen, der dazu führt, dass vor allem grosse Unternehmen den Strom billig erhalten und vom so eingeheimsten Zusatzgewinn nicht einmal Steuern bezahlen. Das musste ich zuerst loswerden.

Ein freieres Unternehmen?

Der Zürcher Stadtrat will dem eigenen Elektrizitätswerk mehr unternehmerische Freiheiten geben. Ein vom Stadtrat gewählter Verwaltungsrat entscheidet im Rahmen der Rechtsform einer öffentlich-rechtlichen Anstalt künftig über die Investitionen und Beteiligungen an Tochtergesellschaften.