Schlagwort Kommentar

Der Kaiser kommt

An diesem Bild einer Gemeinschaft, die, vom Maurer bis zum Gemeindepräsidenten so sehr auf einen einzigen Tag hinarbeitet, auf den vermeintlichen Besuch eines Kaisers, auf ein Ereignis, das dann nicht einritt – an diesem Bild blieb ich immer hängen.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Die wahre unsichtbare Hand

Die typische politische Diskussion rund um ausserfamiliäre Kinderbetreuung: Sie ist zu teuer. Das Einkommen der Frau geht ja vollkommen für die Kinderbetreuung drauf. Die Erwerbsarbeit lohnt sich also gar nicht. Was tun: Kosten senken und Steueranreize schaffen.

Halb so wild?

Ganz wohl wars Isler mit seinem Motto wohl selber nicht; einmal zumindest relativiert er, es gehe nicht darum, dass alle wild würden, sondern: «Man muss in der wilden und unberechenbaren Zeit zurechtkommen.» Fragt sich nur: als Katze oder als Maus?

Ausweitung des Themenspektrums

So gut es tut, solch ermunternde Worte zu hören, die Fortschrittchen, die von der LGBT-Community eins ums andere erstritten werden mussten und weiter müssen, können den kräftigsten Kampfgeist arg strapazieren. Dafür ist das Gemeinschaftsgefühl der Pride da: Energie tanken – und weitermachen.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Kein Schönwetter-Programm

«Ich werde die Menschenrechte zerstören (rip up) und die Gesetze ändern, wenn sie uns daran hindern, den Terrorismus zu bekämpfen», meinte die englische Pre­mierministerin Theresa May im Nachgang zu den Terroranschlägen in Manchester und London. Das kann man auch als Wahlkampfgeplänkel einer zunehmend nervösen May abtun. Oder als Ausdruck der allgemeinen Hilflosigkeit, wenn es um so etwas unfassbar sinnloses wie Terrorismus geht.

Bild von Markus Kunz

Stau im Kopf

Stau wird durch Fehlverhalten verursacht: Zu viele Leute wollen zur selben Zeit durch einen Strassenabschnitt. Über Folgekosten zu jammern, macht damit etwa so viel Sinn, wie wenn ich darüber klage, meine Hosen seien nach einem 7-Gang-Menü zu eng.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Ideologische Scherze

Der Philosoph Peter Boghossian und der Mathematiker James Lindsay leisteten sich einen Scherz. Sie schrieben zusammen ein Papier mit dem Titel «The conceptual Penis» (der konzeptuelle Penis), das in der Zeitschrift Cogent Social Science veröffentlicht wurde. Der Penis sei kein Organ, sondern ein soziales Konstrukt, das isomorphisch zu einer performativen toxischen Maskulinität führe.

Ein gutes Leben

Denn mein Leben ist ein gutes Leben. Und es basiert einzig und allein auf eben diesem Rechtsstaat. Ich bin nichts ohne diesen willkürfreien Rahmen. Ich bin nichts ohne die Gewissheit, dass gleiche Rechte für alle gelten. Ich bin nichts, wenn ich meine Meinung nicht frei äussern, meine Überzeugung nicht offen leben kann. Mein Leben steht auf diesem einen Pfeiler.

In der Mehrheit

Wann hat es das zum letzten Mal gegeben? Oder eher: Hat es das überhaupt schon mal gegeben? Dass man sich am Abstimmungssonntag die Resultate zu Gemüte führt und feststellt: Die Mehrheit hat den Stimmzettel genau gleich ausgefüllt, wie man es selbst getan hat.

Sci-Fi, Trump

… Denn an ihren Dystopien lässt sich ablesen, wie eine Gesellschaft über ihre Unfreiheit denkt.