Schlagwort Kommentar

Genussmenschen

Das ist ja die Sommerkolumne. Also die letzte vor der grossen Sommerpause. Da schreibe ich etwas Leichtes, dachte ich mir, etwas zum geniessen.
Dann fiel mir ein, dass ich das nicht kann. Geniessen. Es geht einfach nicht.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Einfach kompliziert

Der G20-Gipfel ist zu Ende. Und hinterlässt einen etwas ratlos. Die Berichterstattung war dominiert von den Krawallen. Unglaubliche Zerstörungswut der Chaoten. Wie im Krieg sei es gewesen. Und gewisse Bilder sehen auch tatsächlich so aus. Andere wiederum schreiben, es sei die falsche Polizeitaktik gewesen, die zur Eskalation geführt habe. Im Zentrum aber bei beiden Erzählungen: Die Krawalle. Was bleibt noch? Höchstens Angela Merkels Augenrollen.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Der Balken im eigenen Auge

Ich ärgere mich relativ regelmässig über die Artikel in der NZZ und anderswo, die den Meinungs- und Tugendterror der sogenannten Political Correctness anprangern.

Mensch, Robi!

«Menschen können am besten mit Menschen arbeiten, und das sollte auch so bleiben», las ich neulich und nickte unwillkürlich. Das scheint in der Digitalisierungs- und Technologie-Euphorie gerne vergessen zu gehen. Schon solchen Roboter-Visionen, die auf den ersten Blick einleuchtend und stringent aussehen, liegt bei genauerem Hinsehen oft ein unglaublich primitiv-mechanistisches Menschenbild zugrunde, das die Grundtatsachen menschlichen Daseins ausser Acht lässt.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Gewollte Machtlosigkeit

Wenn man in der Opposition ist und gegen die Regierung antritt, so ist das Motto klar: Wir wollen einen Wechsel! Für die Regierung hingegen gilt: Wer will, dass es so bleibt, wählt uns. Prototypisch dafür ist «keine Experimente», Konrad Adenauers Slogan bei den Bundestagswahlen 1957 oder Barack Obamas berühmtes «Change» bei der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2008. «Change» oder Wechsel wollen auch die Bürgerlichen in der Stadt Zürich. Wie vor vier Jahren schon treten SVP, FDP und CVP gemeinsam an, um die bürgerliche Wende im Stadtrat zu erreichen. Die Chancen dafür sind allerdings nicht unbedingt gestiegen.

Bild von Markus Kunz

Krieg den Alten

„Ich aber sage: An dem Tag, an dem NaP freigegeben wird, erklärt ihr den Alten den Krieg. Und ich verspreche: An diesem Tag wandle ich mich vom Pazifisten zum Kriegsteilnehmer.“

Der Kaiser kommt

An diesem Bild einer Gemeinschaft, die, vom Maurer bis zum Gemeindepräsidenten so sehr auf einen einzigen Tag hinarbeitet, auf den vermeintlichen Besuch eines Kaisers, auf ein Ereignis, das dann nicht einritt – an diesem Bild blieb ich immer hängen.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Die wahre unsichtbare Hand

Die typische politische Diskussion rund um ausserfamiliäre Kinderbetreuung: Sie ist zu teuer. Das Einkommen der Frau geht ja vollkommen für die Kinderbetreuung drauf. Die Erwerbsarbeit lohnt sich also gar nicht. Was tun: Kosten senken und Steueranreize schaffen.

Halb so wild?

Ganz wohl wars Isler mit seinem Motto wohl selber nicht; einmal zumindest relativiert er, es gehe nicht darum, dass alle wild würden, sondern: «Man muss in der wilden und unberechenbaren Zeit zurechtkommen.» Fragt sich nur: als Katze oder als Maus?

Ausweitung des Themenspektrums

So gut es tut, solch ermunternde Worte zu hören, die Fortschrittchen, die von der LGBT-Community eins ums andere erstritten werden mussten und weiter müssen, können den kräftigsten Kampfgeist arg strapazieren. Dafür ist das Gemeinschaftsgefühl der Pride da: Energie tanken – und weitermachen.