Schlagwort Kommentar

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Ich, Roboter und Steuerzahler

«Gestützt auf die aktuellen Arbeitsmarktkennzahlen kann davon ausgegangen werden, dass der technologische Fortschritt auf absehbare Zeit ähnliche Veränderungen auslösen wird wie in der Vergangenheit: Stellen fallen weg und in anderen Bereichen entstehen neue Beschäftigungsfelder.» So die Analyse im Bericht des Bundesrates zu den zentralen Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft. Die industrielle Revolution, der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft, all dies hat unter dem Strich nicht Jobs vernichtet, sondern neue geschaffen. Vor hundert Jahren gab es Berufe wie Sozialarbeiter oder Social Media Managerin noch nicht. So könnten auch künftig neue Stellen entstehen, die wir gar noch nicht kennen. Diese Ansicht ist verbreitet.

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That’s the way, aha aha…

… I like it, aha aha, klingt es aus dem Teenagerzimmer. Ein glücklicher Teenager erfüllt immer auch den Stiefvater mit Glücksgefühlen, selbst wenn genau diese Melodie meist eher ein Anzeichen für Schadenfreude ist als für quasi unschuldige Ausgelassenheit. Auch mein Alltag gibt ja derzeit diverse Anlässe zur Freude: Natürlich die Abstimmungsresultate, dann Holdener, Feuz und Aerni, schliesslich ein 4:0 des FCZ in Wil – was Wil man mehr (billiger Kalauer).

Bild von Markus Kunz

Redistribution 2.0

Gretchenfrage: Wie hält es die Linke mit der Religion? Einfache Antwort! Gar nicht. Daher wird sie von Gott ja auch gehasst, und wen Gott wirklich hasst, dem erfüllt er all seine Wünsche.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Haupt- und Nebengleise

Bereits die ersten Resultate zeigten: Die USR III wird abgelehnt. Und auch bei der erleichterten Einbürgerung der dritten Generation war der Fall bald klar. Und so gab es schon früh viel zu feiern.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Polit-Pop

Prognosen sind bekanntlich schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Ich habe mir selber früher immer ein gutes Gespür für politische Stimmungen zugeschrieben. Mittlerweile habe ich mich doch ein paar Mal gründlich geirrt, so dass ich etwas mehr Vorsicht walten lasse. Ich spekuliere daher nicht über den Ausgang der Abstimmungen am Sonntag. Aber ich hoffe…

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Empathie abschaffen?

Der Winter geht weiter. Hier und offenbar in Belgrad. «Scheiss-Belgrad, verdammt nochmal!», fluchte neulich eine Frau neben mir im Zug. Sie war offenbar mit einem Hilfswerk vor Ort gewesen, um dort gestrandete Flüchtlinge mit dem Allernötigsten zu versorgen. «Eine Farce!», klagte sie ihrem Gegenüber. Die Menschen fänden in der bitteren Winterkälte kein Dach überm Kopf,…

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Zuviel Gemütlichkeit?

Es gibt so Totschlagargumente, die ich nicht gerne höre.  «Das haben wir schon einmal versucht und es hat damals auch nicht funktioniert», beispielsweise. Oder:  «Jammern auf hohem Niveau». Letzteres ist ein wenig perfid, denn es ist nicht unwahr. Wir leben in einem reichen Land und in Frieden, und im Vergleich zu vielen Orten dieser Welt…

Bild von Markus Kunz

Liebe Daniels

Es heisst, dass jeder Mensch über maximal sechs Ecken mit allen anderen auf der Welt bekannt sei. Ich weiss nicht, ob ihr beide euch eigentlich gekannt habt. Wenn nein, so wäre ich die gemeinsame Ecke. Was ihr aber gemeinsam habt, ist der traurige Umstand, dass ihr beide im Alter von 67 Jahren und im Abstand…

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Falsche Widersprüche

1985 erfand die Comic-Zeichnerin Alison Bechdel in ihrem Comic «Dykes to watch out for» (Bemerkenswerte Lesben) einen ganz einfachen Test: «Ich gehe nur noch in Filme, die drei Kriterien erfüllen», sagte dort die eine Frau zur anderen. «Erstens, mindestens zwei Figuren im Film sind weiblich, zweitens sprechen sie mindestens einmal miteinander, und drittens über ein…

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Der bessere Mensch

Es ist so, dass ich kürzlich beim Abwaschen, mit den Händen tief im lauwarmen Spülwasser, Zeugin eines bemerkenswerten, weil beunruhigenden Ereignis wurde. Simonetta Sommaruga erläuterte im Radio die Abstimmungsempfehlung des Bundesrates zur Vorlage der erleichterten Einbürgerung für Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation. Sie warb für ein Ja und es gefiel mir nicht, wie sie…