Schlagwort Kommentar

Schlechter Witz

Die Altersvorsorge ist ja gerade wieder in aller Munde, und langsam erscheint mir das Thema integral als schlechter Witz.

Transformation

Dass der Kapitalismus eigentlich auch nicht funktioniert, zumindest für einen grossen Teil der Weltbevölkerung nicht, haben wir im Westen meistens geflissentlich übersehen. Denn nicht funktionieren hiess Totalitarismus, hiess Mao oder Stalin, hiess Gulag. Nicht funktionieren hiess weltfremde Ideologie, wozu der Kapitalismus nicht gehört, da dieser in den Augen vieler keine Ideologie darstellt, sondern Realität.

Apropos Witz

«Bademeister überlegt, ob er Ertrinkenden rettet oder ob das Schlepperei wäre», titelte am Montag die satirische Internet-Publikation «Der Postillon»* und räsonnierte ausgiebig darüber, ob das Retten Ertrinkender nicht erst die Badenden animiere, sich in gefährliche Situationen zu begeben – ob nicht gar «weniger sterben müssten, wenn es keine Bademeister gäbe und dadurch ein gewisser Abschreckungseffekt eintreten würde». Das Lachen bleibt einem im Halse stecken.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Endlich Dynamik

25 Frauen und Männer wollen für die amerikanischen Demokraten zu den Präsidentschaftswahlen vom nächsten Jahr antreten. Noch letzte Woche schien der Fall gelaufen zu sein. Joe Biden, ehemaliger Vizepräsident von Barack Obama, lag in allen Umfragen unangefochten und mit grossem Abstand an der Spitze. Dies im Wesentlichen aus zwei Gründen: Nostalgie und Wählbarkeit.

TINA

Auch wenn die FDP nun kuscht, gibt es dennoch kaum Konsens in der etwas zerredeten Klimadebatte. Ausser vielleicht einem, der allerdings entscheidend ist, nämlich: «So wie bisher geht es nicht mehr weiter.»

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

1, 2 Genderpolizei

Es gibt kaum eine Debatte, die mir mehr auf die Nerven geht, als jene über Political Correctness, kurz PC genannt. Zum einen, weil diese Debatte vor zwanzig, dreissig Jahren schon exakt gleich geführt wurde und seither weder bei BefürworterInnen noch GegnerInnen irgendein neues Argument dazu gekommen ist. Zum zweiten, weil diese Debatten, Diskussionen und Aufreger, die seitenlange Essays und erbitterte Twitter-Streite auslösen, oft relativ wenig mit der Lebensrealität und den Problemen hierzulande zu tun haben.

Look back in Anger

Dann stand ich am Frauenstreik inmitten aller anderen Frauen. Und ich verstand die Vorahnung. Denn ich blickte zurück im Zorn.
Ich dachte an meine Generation und alle Frauen vor mir, denen man nicht zugestanden hat, einfach zu wollen und zu machen, weshalb sie es auch heute noch nicht immer können.

«Im Herbst sind Wahlen»

Mit dieser pragmatischen Aufforderung, selbstständig an der Veränderung der politischen Machtverhältnisse mitzuarbeiten, brachte die ehemalige Zürcher Stadträtin Ruth Genner (Grüne) die am simpelsten realisierbare Einflussnahme durch Interessensvertretung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transpersonen (LGBT+) auf den Punkt.

Hingehn!

Wenn alles gut gegangen ist, haben Sie heute keine Zeit gehabt, diese Kolumne zu lesen. Dann wären Sie heute alle mit Streiken beschäftigt gewesen – die Frauen zu Tausenden auf den Strassen und die Männer als ihre Stellvertreter im Haus und am Herd, bei der familiären Kinderbetreuung oder im Beruf, der keine Abwesenheiten erlaubt.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Frauensolidarität

Zuerst war der Zweifel. Dann die Hoffnung. Der Ärger. Und jetzt nur noch Freude. Die Rede ist natürlich vom Frauenstreik.