Category Kultur

Dekadenz

Wer alles hat und sich in der Wohlfühlwatte unter seinesgleichen verbarrikadiert, ist gefährlich leicht verführbar – zu allem.

«Nur weil ich Männer liebe, muss ich jetzt auch Disco mögen?»

Alte, dicke Tunten und die körperliche Liebe, sexuelle Monotonie und das Ende einer Lesbenbeziehung, ein überwältigendes Glücksgefühl und das frömmlerisch verinnerlichte Hingabeverbot, eine Zuneigung unter Sexworkern und die Not barer Existenzsicherung – das 22. «schwullesbische+ Filmfestival PinkApple» ist vorüber, die Vielzahl an inhaltlichen Anregungen aber hallt nach. Eine tour d’horizon nach drei Dutzend Filmen.

Und jetzt breiter weiter

Nach dem Klimaalarm wird nun auch das Wissen um den Artenschwund allgemeiner. Die beiden Krisen sind kaum zu trennen und haben gleiche Wurzeln: Nur ein radikaler Wandel der Wirtschafts- wie Lebensweise könnte die dramatische Lage entschärfen. Zudem würde mehr Biodiversität unsere Lebensqualität verbessern.

Endlos zuhören können

Joachim Rittmeyer ist ein Meister des fantastischen Geschichtenerzählens, ohne dass einem dabei jemals in den Sinn käme, den Vergleichswert eines Realitätsbezugs für die Einordnung auch nur schon Betracht zu ziehen.

Wir könntens schon schaffen!

Nach eindrücklichen Klima-Demonstrationen und nicht zufällig vor dem 1. Mai möchte ich hier zwei wichtige Bücher empfehlen. Ausdrücklich beide! Schmitter belegt theoretisch überzeugend, dass die alternative Politik radikaler werden sollte. Welzer zeigt, warum das Wissen um eine notwendige Weltwende nicht lähmend sein muss. Wenn wir jetzt wirklich beginnen. Praktisch, selbstbestimmt, überall.

Handeln statt lavieren

Der rückblickend wiedergegebenen Lebensgeschichte droht die Gefahr einer Idealisierung, was «K.U.R.S.K.» gekonnt bricht und dafür plädiert, selbst vermeintlich profanes, aktives Eingreifen in Erwägung zu ziehen.

Was bleibt ausser Mord?

Zu Port au Prince, auf dem französischen Anteil der Insel St. Domingo, lebte zu Anfange dieses Jahrhunderts, als die Schwarzen die Weissen ermordeten, auf der Pflanzung des Herrn Guillaume von Villeneuve, ein fürchterlicher alter Neger, namens Kongo Huango.» Was ist schlimmer an diesem Anfang der Novelle «Die Verlobung in St. Domingo von Heinrich von Kleist»: Die Einschätzung der französischen Revolution als Genozid oder der unverhohlene Rassismus?

Fundamentale Erschütterung

Faszinierend und abstossend, frei von Gewissheit über Zeit, Raum, Wirklichkeit und Wahn, schwebt die zentrale Figur in Antonio Tabucchis «Für Isabel» im Nichts, getrieben von einem genauso rätselhaften Antrieb.

Die Ungewissheit ist gewiss

Ein Tag im Leben einer jüdischen Geschichtslehrerin, einer palästinensischen Märtyrerin und einer US-amerikanischen Söldnerin aus nur einem Mund erzählt, verdeutlicht ihre unfreiwillige Schicksalsgemeinschaft.

Kunstkrux

Ruedi Häusermann beschenkt uns mit einer Kleinkunstperle, die Kunst­herstellung als solche thematisiert.