Category Kultur

«Furchtbarheimelig»

Können Inseln kippen und sind darum Schiffe der sicherere Hafen? Nicole Knuth und Olga Tucek durchleuchten in ihrer neusten Produktion den Komplex der Heimat mit ihrer pointierten Hinterfragerei.

Klüger, als es scheint

In der «freien Wirtschaft», also dem Off-Off-Off-Theater, ist eine zweite Austragung schon ein Jubiläum, und weils im Herbst mit der «Philippe Graber Late Night» weitergehen soll, nahmen wir einen Augenschein.

Herzallerliebst

Sie ist neunzig Jahre alt und die grande dame der nouvelle vague. Er ist dreiundreissig und der französische hotshot der Street-Art. Gemeinsam fahren sie ein bisschen rum, verschönern Fassaden von Häuserruinen mit geplotteten Vergrösserungen von Automatenbildern der direkten AnwohnerInnen, unternehmen vergebliche Besuche bei alten Bekannten und plaudern reichlich philosophische Fragestellungen tangierend miteinander.

Verblüffend

Während ihrer Tätigkeit als Korrespondentin in Afghanistan für französische Medien lernte Sonia Krolund das Phänomen Salim Shaheen kennen und ‹musste› ihm einfach einen Langfilm widmen. Salim Saheen kann weder lesen noch schreiben und Filme schaut er sich auch keine an, wie er «Sonia Mister» gegenüber kundtut. Dafür dreht er selber Filme im Akkord, meist vier gleichzeitig.

Nicht stehenbleiben

Die Filmauswahl des schwullesbischen Filmfestivals PinkApple zwingt einen im positiven Sinne immer wieder, vermeintliche Gewissheiten infrage zu stellen. Auch indem sie die selbstsicher hochgehaltene Toleranz jedes Jahr neu strapaziert und einen damit die Ansätze von Scheuklappen einer privilegierten Perspektive bewusst macht.   Die Denkbequemlichkeit könnte einen dazu veranlassen, sich kolossal darüber aufzuregen, dass das Doppelleben…

Zweischneidig

Initiativen zur Hilfe leben alle mit dem Dauerclinch, ob oktroyierte Unterstützung nicht vielleicht vielmehr ins Kontraproduktive kippte, und der gegenläufigen Hilflosigkeit, ob oder was in dem Fall zu unternehmen wäre, falls Hilfe zur Selbsthilfe nicht angenommen würde und im Sande verliefe.

Allein

In einem über zweistündigen Parforceritt entlang der in jeder Hinsicht überwältigenden Gefühlsachterbahn verarbeiten die Choreographin Crystal Pite und der Autor Jonathon Young mit dem Tanztheater «Betroffenheit» den tragischen Verlust eines Kindes.

Überraschend unbequem

Mit «Beytna» aus Libanon und «The Enormous Room» aus Grossbritannien liefern gleich zwei Produktionen im Rahmen von Steps existenzielle Infragestellungen der Schlagwortforderungen nach Integration und Inklusion.

Beseelt

Eine mimische Geste hier, ein Seufzer da, eine Handreiche dort, eine Haltung den Inhalt verstärkend und eine Stimme, die mit Schlag, Timbre, Lautstärke und Intention spielt, als wäre Schauspiel von der Selbstverständlichkeit einer Naturgewalt, entführt Hanspeter Müller-Drossaart sein Publikum für eineinhalb bezaubernde Stunden, dass es einem schon fast wehmütig ums Herz wird, wenns aus ist.

«Eine Erfolgsgeschichte»

Der Untertitel, «eine alternative Mediengeschichte», zeigt die Richtung an: Beim Buch von Stefan Howald über die Wochenzeitung WoZ, «Links und bündig», handelt es sich um eine Entdeckungsreise zwischen Buchdeckeln. Sie führt einen von Publikationen von Ende der 1970er-Jahre und natürlich aus dem heissen Sommer 1980 über diverse ausgedehnte interne Debatten, Spendenaktionen, Reorganisationen, über Primeurs und spezielle Aktionen bis in die heutige Zeit.