Category Kultur

Wir könntens schon schaffen!

Nach eindrücklichen Klima-Demonstrationen und nicht zufällig vor dem 1. Mai möchte ich hier zwei wichtige Bücher empfehlen. Ausdrücklich beide! Schmitter belegt theoretisch überzeugend, dass die alternative Politik radikaler werden sollte. Welzer zeigt, warum das Wissen um eine notwendige Weltwende nicht lähmend sein muss. Wenn wir jetzt wirklich beginnen. Praktisch, selbstbestimmt, überall.

Handeln statt lavieren

Der rückblickend wiedergegebenen Lebensgeschichte droht die Gefahr einer Idealisierung, was «K.U.R.S.K.» gekonnt bricht und dafür plädiert, selbst vermeintlich profanes, aktives Eingreifen in Erwägung zu ziehen.

Was bleibt ausser Mord?

Zu Port au Prince, auf dem französischen Anteil der Insel St. Domingo, lebte zu Anfange dieses Jahrhunderts, als die Schwarzen die Weissen ermordeten, auf der Pflanzung des Herrn Guillaume von Villeneuve, ein fürchterlicher alter Neger, namens Kongo Huango.» Was ist schlimmer an diesem Anfang der Novelle «Die Verlobung in St. Domingo von Heinrich von Kleist»: Die Einschätzung der französischen Revolution als Genozid oder der unverhohlene Rassismus?

Fundamentale Erschütterung

Faszinierend und abstossend, frei von Gewissheit über Zeit, Raum, Wirklichkeit und Wahn, schwebt die zentrale Figur in Antonio Tabucchis «Für Isabel» im Nichts, getrieben von einem genauso rätselhaften Antrieb.

Die Ungewissheit ist gewiss

Ein Tag im Leben einer jüdischen Geschichtslehrerin, einer palästinensischen Märtyrerin und einer US-amerikanischen Söldnerin aus nur einem Mund erzählt, verdeutlicht ihre unfreiwillige Schicksalsgemeinschaft.

Kunstkrux

Ruedi Häusermann beschenkt uns mit einer Kleinkunstperle, die Kunst­herstellung als solche thematisiert.

Mehr als tausend Worte

Hunderte Seiten Theorie oder Bloglaufmeter lesen, bringen die Stellung der Frau nicht dermassen auf den Punkt wie ein Gang durch die grosszügig gehängte Ausstellung von Anne Collier im Fotomuseum Winterthur.

Kopfkino

Soli sind im Theater Kanton Zürich ein eher neueres Phänomen, das aber neidlos anzuerkennen eine gute Idee ist.

«Jetzt sind wir dran!»

Nach dem phänomenalen «Winter Sleep» glückt Nuri Bilge Ceylan schon wieder ein poetisch beseelendes Filmepos. In kurzweiligen drei Stunden verwebt er in «The Wild Pear Tree» eine vordergründige Handlung mit einer Vielzahl hintergründiger Symbolik zu einem Tableau über die heutige Türkei.

Brainstorming

Daseinszweck oder Systemfehler? «Les reines prochaines» stellen sich in ihrer Jubiläumsrevue «Let’s sing Arbeiterin*» über eine umfassende Infragestellung von Arbeit nichts geringerem als der Sinnfrage.