Category Kultur

Beseelt

Eine mimische Geste hier, ein Seufzer da, eine Handreiche dort, eine Haltung den Inhalt verstärkend und eine Stimme, die mit Schlag, Timbre, Lautstärke und Intention spielt, als wäre Schauspiel von der Selbstverständlichkeit einer Naturgewalt, entführt Hanspeter Müller-Drossaart sein Publikum für eineinhalb bezaubernde Stunden, dass es einem schon fast wehmütig ums Herz wird, wenns aus ist.

«Eine Erfolgsgeschichte»

Der Untertitel, «eine alternative Mediengeschichte», zeigt die Richtung an: Beim Buch von Stefan Howald über die Wochenzeitung WoZ, «Links und bündig», handelt es sich um eine Entdeckungsreise zwischen Buchdeckeln. Sie führt einen von Publikationen von Ende der 1970er-Jahre und natürlich aus dem heissen Sommer 1980 über diverse ausgedehnte interne Debatten, Spendenaktionen, Reorganisationen, über Primeurs und spezielle Aktionen bis in die heutige Zeit.

Überlebenskampf

«Petit Paysan» ist ein feinfühlig gezeichnetes und trotzdem herbes Sozialdrama, das keine Wunder kennt, ausser der Bereitschaft, im Überlebenskampf für die Tiere und die eigene Zukunft bis zuletzt alles zu geben.

Der Schrank, die Tassen, die Liebe

Der eine hat nicht mehr alle Tassen im Schrank, die andere geht an den Giftschrank, der Designer widmet sich lieber dem Stuhl. Das Wunderland jedoch erreicht nur, wer durch den Schrank steigt: Dieses Möbel begleitet uns durchs Leben, wir nutzen es täglich – und doch schenken wir ihm kaum Beachtung.

Eingepfercht

Die globalisierte Arbeitswelt bringt gemäss Alexandra Badeas Theatertext  «Zersplittert» nur Verlierer hervor.

Verhältnisse

Wenn junge Russen aus Alternativlosigkeit in den Krieg ziehen und eine Journalistin ihre Motivation zu ergründen versucht, wenn der Alleinherrscher Tschetscheniens tobt und droht, weil Interviewantworten genauso gedruckt wurden, wie er sie gesagt hatte, und wenn die Intelligenzija Grosnys ein Moskauer Theater kidnappt, um gegenüber der Fragenden festzustellen, damit nur ihre Existenz demonstrieren zu wollen – dann herrschen Verhältnisse, denen mit Stift und Tonband gegenüberzutreten und im aufklärerischen Sinne professionell arbeitend nach der Wahrheit zu suchen eine unüberschätzbar mutige Tat darstellt.

Spiegelungen eines Materials

Die Ausstellung «Eiswasserglas» im Gewerbemuseum Winterthur zieht das Publikum mit kunstvoll verarbeiteten Glasobjekten von Tora Urup ebenso in ihren Bann wie mit dem präzisen Blick auf Glas, Wasser und Eis, der Hans Hansens Fotografien prägt.

Kunst schauen lernen

Mit Verena Loewensberg war es ausgerechnet eine Zürcher Konkrete, die vor nunmehr fünf Jahren den Erstbesuch im Kunstmuseum Winterthur zur Herzensangelegenheit machte. Seither ist das Haus fix auf dem Radar.