Category Kolumne Post Scriptum

Grapschomat

In meiner Jugend kursierte noch ein Schlager mit dem Refrain: «Beiss nicht gleich in jeden Apfel, denn er könnte sauer sein!» – eine im Ton der fröhlichen Frivolität dargebrachte Lektion in Mässigung an die Adresse junger Frauen. Wobei der Apfel nur ein Sinnbild ist (in Wirklichkeit sind wohl eher Bananen gemeint). Offenbar ging man damals davon aus, dass Frauen wahllos Männer anknabbern würden, wenn man sie nur liesse. Immerhin war aber schon impliziert, dass ein Frölein wählen durfte, bei wem es anbiss und ob überhaupt – wenngleich die Verpflichtung durchschien, beim einmal gewählten Adam (-sapfel) zu bleiben. Die Idee, dass der saure Grünggel auch ohne Umschweife auf dem Kompost landen könnte, verfestigte sich damals erst gerade im kollektiven Bewusstsein. 

Bild von Markus Kunz

Der Fall Fricker

Jonas war politisch tätig, immer auch in den Parteigremien, aber auch als kommunaler und kantonaler Parlamentarier. Er hat viel geleistet – und er war seiner Sache immer gewachsen. Kein Haudegen, kein Extremist, klar grün.

Ohrfeige

Ich habe eine Vergangenheit als Schlägerin. Mir rutschte des Öfteren die Hand aus. Ich war ein kleines, aber durchaus kräftiges Mädchen mit einem schlecht kontrollierbaren Agressionsimpuls.

Selbermetzgen

Auf die Gefahr hin, dass Sie mich fürderhin für gefühlskalt und verklemmt halten, bekenne ich: Ich hasse Filme und Bücher, die auf meine Tränendrüsen drücken oder mich fleischlich antörnen wollen.

Bild von Markus Kunz

Wenn’s nur das wäre

Es ist gefährlich, einen Grünen in die Ferien zu schicken. Er liest dann dort Bücher, in meinem Fall nicht nur den üblichen kriminalistischen Schund, sondern auch Naomi Kleins 700-Seiten-Werk mit dem (in der Übersetzung) knackigen Titel «Die Entscheidung. Kapitalismus versus Klima», das zwar etwas geschwätzig, aber dennoch überaus wichtig ist.

Keine Kompromisse

Heute erzähle ich euch die Geschichte vom Sterben meines Urgrossvaters, die Geschichte der Angestellten von heute und was sie miteinander zu tun haben. 

Vorsorgekrise

Am 24. September dürfen wir über unsere Altersvorsorge abstimmen – aber ich weiss so gar nicht, was in dieser Frage richtig und falsch ist. Herrn Berset schätze ich sehr und möchte ihm keinesfalls in den Rücken fallen. Anderseits finde ich nichts in der Vorlage, das mit meinen Vorstellungen zur Altersvorsorge kompatibel wäre.   Da ist…

Bild von Markus Kunz

Triibhuus

Eine Menge Leute werden mich hassen wegen dem folgenden Text, aber die Geschichte ist einfach zu gut, um nicht erzählt zu werden

Genussmenschen

Das ist ja die Sommerkolumne. Also die letzte vor der grossen Sommerpause. Da schreibe ich etwas Leichtes, dachte ich mir, etwas zum geniessen.
Dann fiel mir ein, dass ich das nicht kann. Geniessen. Es geht einfach nicht.

Mensch, Robi!

«Menschen können am besten mit Menschen arbeiten, und das sollte auch so bleiben», las ich neulich und nickte unwillkürlich. Das scheint in der Digitalisierungs- und Technologie-Euphorie gerne vergessen zu gehen. Schon solchen Roboter-Visionen, die auf den ersten Blick einleuchtend und stringent aussehen, liegt bei genauerem Hinsehen oft ein unglaublich primitiv-mechanistisches Menschenbild zugrunde, das die Grundtatsachen menschlichen Daseins ausser Acht lässt.