Category Kolumne Post Scriptum

Bild von Markus Kunz

Ist Hotzenplotz Schweizer?

Zum Jahresschluss doch noch etwas Biss! Die Nationalität bei Tatverdächtigen – es gilt, ausser bei Männern mit Bart, die Unschuldsvermutung – wird von der Stapo nicht mehr automatisch genannt. Gut so. Es folgte lautes Aufjaulen im ‹Blick›, gefolgt vom ‹Tagi›, der den Hals kurz darauf wendet und lauter zustimmende Texte abdruckt. Da musste die NZZ natürlich auftrumpfen und publizierte eine Woche später ein Interview mit dem obersten Wachmeister Dimpfelmoser, vulgo Hans-Jürg Käser, Präsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren. Da lohnt sich die genaue Lektüre.

Ha ke Ahnig

Was das ist, werdet ihr euch fragen. Nun. Es ist ein Song von Steffe la Cheffe, einer Rapperin aus dem Breitsch (das ist ein Quartier in Bern, ich erkläre es euch ein andermal). Aber es ist natürlich noch mehr, der Soundtrack nämlich zum aktuell heissesten Streifen in Zürich. «Alle vs. Nielsen» heisst der. Es ist ein Politkrimi, wie ihn nur Wahlkämpfe schreiben können, geboren in der Not mangels anderer Argumente, und wenn ich auch ein grosses Verständnis habe für alles, was man in Wahlkämpfen macht, dann geht es mir hier ein birebitzeli zu weit. Ok, es geht mir viel zu weit.

Digiblast

Mit viel Trara ist eben der Digital Day abgefeiert worden. Bei der gesellschaftlichen Analyse der Digitalisierung dümpeln die Medien leider mehrheitlich im seichten Gewässer: Sie schicken sich hier ins angeblich naturgewaltig Unvermeidliche, das nur Ewiggestrige kritisieren können, preisen es da als ökonomisches Allheilmittel und  beten dort die Probleme technikgläubig gesund.

Bild von Markus Kunz

Massenumerziehung

Man muss die Würste grillen, wenn sie prall sind. Die Gelegenheit dazu kommt mit der städtischen Volksinitiative zur gesunden Ernährung bzw. ihrem weichgekochten Gegenvorschlag. Die Tatsache, dass die InitiantInnen happige Konzessionen gemacht haben, um immerhin noch einen Teil ihrer Anliegen retten zu können, muss natürlich gar nicht heissen, dass der wurstige Wutbürger bzw. die wütende Wurstbürgerin nicht dennoch kräftig vom Leder ziehen können, um im Bild zu bleiben.

Dieser Herbst

Ich werde dann einfach zu einem netten Menschen und während das vielleicht etwas doof wirkt, wenn ich Fremde im Tram und auf der Strasse anlächle, dann öffnet es gleichzeitig den Blick für Besonderes und Beeindruckendes. 

Bildungs-Utopie

Ich wünsche mir daher Schulen, in denen die Neigungen der Kinder früher zur Geltung kommen, aktiv unterstützt werden und auch promotionswirksam sind; Schulen, die nicht mit standardisierten Tests mangelnde Wirtschaftstauglichkeit aufspüren oder verschmähtes Wissen «spielerisch» einflössen müssen – sondern Gemeinschaften von Erwachsenen und Kindern sind, die die Ressourcen haben und den Rahmen bieten, in dem jedes Kind zu seinem persönlichen Lerneifer finden kann.

Bild von Markus Kunz

E-Quatsch

Als ich in die Politik einstieg, nahm ich mir eigentlich vor, nicht auf jeden sauren Görps zu reagieren, meiner Psychohygiene zuliebe und weil’s Zeitverschwendung ist. Aber dann kamen die Fake-News und die Elektromobilität (und eine diesbezüglich leicht durchgeknallte grüne Zürcher Nationalratsdelegation). Und daher muss ich nun mal was klarstellen.

Gegengift

Da schrieb also einer auf Facebook, dass er zwar wisse, dass das jetzt keinen Zusammenhang habe, er aber, sollte die SPÖ mit der FPÖ eine Koalition eingehen, augenblicklich aus der SP Schweiz austrete. Es sei denn, die SP Schweiz stemme sich lauthals gegen ein solches Vorhaben. Auf den ersten Blick schien mir das wirklich völlig zusammenhanglos und furchtbar unlogisch.

Grapschomat

In meiner Jugend kursierte noch ein Schlager mit dem Refrain: «Beiss nicht gleich in jeden Apfel, denn er könnte sauer sein!» – eine im Ton der fröhlichen Frivolität dargebrachte Lektion in Mässigung an die Adresse junger Frauen. Wobei der Apfel nur ein Sinnbild ist (in Wirklichkeit sind wohl eher Bananen gemeint). Offenbar ging man damals davon aus, dass Frauen wahllos Männer anknabbern würden, wenn man sie nur liesse. Immerhin war aber schon impliziert, dass ein Frölein wählen durfte, bei wem es anbiss und ob überhaupt – wenngleich die Verpflichtung durchschien, beim einmal gewählten Adam (-sapfel) zu bleiben. Die Idee, dass der saure Grünggel auch ohne Umschweife auf dem Kompost landen könnte, verfestigte sich damals erst gerade im kollektiven Bewusstsein. 

Bild von Markus Kunz

Der Fall Fricker

Jonas war politisch tätig, immer auch in den Parteigremien, aber auch als kommunaler und kantonaler Parlamentarier. Er hat viel geleistet – und er war seiner Sache immer gewachsen. Kein Haudegen, kein Extremist, klar grün.