Category Kolumne Post Scriptum

Schinkengipfeli

… Wenn ich allerdings junge Frauen, junge Menschen in meinem Umfeld beobachte, dann habe ich so etwas wie Hoffnung. Sie wollen explizit nicht perfekt sein. Sie wollen nicht alles machen, sondern nur das, was sie wollen und wie sie es wollen.

Robogugus

Als ich letzthin in einer Reha war, starrte das gesamte ärztliche und pflegerische Personal bei ausnahmslos jeder geplanten Interaktion konsequent in den Bildschirm. Die Schwester, Pardon: Fachangestellte Gesundheit, trat nicht ans Bett, sondern schob einen monströsen Computerwagen zwischen sich und mich. Mein Befinden betreffend Schmerzen, Schlaf, Stimmung usw. hatte ich in Zahlen von 1 bis 10 auszudrücken, eine verbale Ausdifferenzierung war (in der Excel-Tabelle?) nicht vorgesehen. Ina Müller über Menschen und Maschinen

Bild von Markus Kunz

Lutherjahr. Tischrede

„Wie oft hab ich gesagt, ihr könnt predigen, über was ihr wollt, aber predigt niemals über vierzig Minuten.“

Widerspruch

Gymi? Die Mutter neben mir schaute zufrieden zu unseren beiden Söhnen, Freunde und ein Herz und eine Seele. «Hoffentlich gehen sie dann auch mal aufs gleiche Gymi», hatte sie gerade gesagt und ja, fand ich, das tönt gut, einmal später sagen zu können: das ist mein Freund, ich kenne ihn seit dem Kindergarten, wir waren…

Feministen / mÄrsche

Dürfen Männer Feministen sein? Diese Frage stellte die vorgestrige ‹20Minuten›; es ging darum, ob Männer in einen Women’s March gehören. Der grüne Nationalrat Jonas Fricker wurde da zitiert: Feministinnen, die Gleichstellung forderten, ohne die Männer einzubeziehen, seien stehengeblieben; Frauenrechte seien Menschenrechte und daher auch ein Anliegen der Männer.

Bild von Markus Kunz

Kalt entsorgen

Es gibt sie, die Gnade der frühen Geburt. Man wird weise und milde und hat alle Schuldebatten schon mal erlebt. Nach 26 Jahren Bildungspolitik kenne ich so ziemlich jede Äusserung darüber, was die Volksschule soll und will und nicht soll und nicht darf. Und das, bitteschön, in einer nicht einfachen Partei, denn: Drei Grüne, sechs…

Mir graut

Wenn ich mich dann heute so sehe, oft schweigend im privaten Raum, in dem es nur auf mich ankommt und ich allein die Anwältin für oder gegen etwas sein könnte, dann wünsche ich mir, dass ich den einen Moment nicht verpasse, in dem ich dann wirklich etwas sagen muss.

Büsichappe-Wulle

Ich war sofort begeistert, dass hiesige Feministinnen und Gewerkschafterinnen diese Idee am Frauenkampftag vom 8. März aufnehmen wollen und zum Mützenstricken aufrufen, und habe mir selber einen Pussyhat gestrickt. Bei meiner ersten Fahrt durch die Stadt sprach mich ein etwa 30-Jähriger im Tram darauf an: Ob das so ein Anti-Trump-Hut sei, was es damit genau auf sich habe, wer die Mütze verkaufe etc.

That’s the way, aha aha…

… I like it, aha aha, klingt es aus dem Teenagerzimmer. Ein glücklicher Teenager erfüllt immer auch den Stiefvater mit Glücksgefühlen, selbst wenn genau diese Melodie meist eher ein Anzeichen für Schadenfreude ist als für quasi unschuldige Ausgelassenheit. Auch mein Alltag gibt ja derzeit diverse Anlässe zur Freude: Natürlich die Abstimmungsresultate, dann Holdener, Feuz und Aerni, schliesslich ein 4:0 des FCZ in Wil – was Wil man mehr (billiger Kalauer).

Bild von Markus Kunz

Redistribution 2.0

Gretchenfrage: Wie hält es die Linke mit der Religion? Einfache Antwort! Gar nicht. Daher wird sie von Gott ja auch gehasst, und wen Gott wirklich hasst, dem erfüllt er all seine Wünsche.