Category Gedanken zur Woche

Vier Jahre mit Chancen

Die Wahlen im Kanton Zürich sind keine Vorwahlen oder ein Versuchslabor für die eidgenössischen Wahlen im Herbst. Am letzten Sonntag stimmten wir über Parlament und Regierung in Zürich für die nächsten vier Jahre ab. Wenn Politologen und JournalistInnen bereits am Tag nach den Wahlen sich seitenlang und mathematisch über die möglichen Auswirkungen der Zürcher Wahlen auf Bern ausbreiten, sei das ihnen überlassen. Ich verweigere mich diesen Spekulationen, weil es über Zürich genügend zu schreiben gibt.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Wählen wirkt schon

Es gibt genügend Gründe zu wählen. Und genügend Gründe, die Nachbarin, den Onkel oder die Arbeitskollegin auch noch davon zu überzeugen. Auch an der Urne abstimmen ist nicht schwer. Man kann es mit dem Sonntagsspaziergang verbinden oder seinen Kindern etwas Staatskundeunterricht erteilen. Es lohnt sich so oder so.

Wir sind es uns Wert

Die EinwohnerInnen der Schweiz schätzen das hiesige System, was sich bei Umfragen immer wieder zeigt. Durchaus mit guten Gründen: Es existieren wenig Branchen, in denen der Arme (meist sogar ein Sans-Papier) so gut wie im Gesundheitswesen bedient wird – und in den entscheidenden Bereichen sogar gleich gut wie der Reiche.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Glück gehabt

«Jeder ist seines Glückes Schmid» ist ein beliebtes Sprichwort jener, die an die Leistungsgesellschaft glauben. Die sozialeren unter ihnen betonen vielleicht noch den Einsatz für Chancengleichheit oder Chancengerechtigkeit. Aber wirklich gleiche Startchancen gibt es nicht, solange Reichtum und Glück derart ungleich verteilt sind.

Widerspruch bitte

Mit dem Thema Wellenreiten in der Politik befasste sich Michael Hermann im ‹Tages-Anzeiger› vom Dienstag. Wie rasch man von einer Welle getragen oder abgeworfen werden kann, erlebte die SP in den letzten Tagen.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Kompromisslos

Der Abstimmungskampf über die Zersiedelungsinitiative schlug hohe Wellen: Die Initiative sei viel zu radikal, hiess es. Nun tritt in Zürich, Zug, Obwalden und Glarus kurzfristig faktisch das Gleiche in Kraft: Ab 1. Mai dürfen in diesen Kantonen keine Einzonungen mehr vorgenommen werden.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Wasser und Wahrheit

Ein verbreiteter Irrtum aller, die in Politik und Journalismus tätig sind und zu viel auf Twitter rumhängen ist, dass man die Informiertheit der meisten Menschen massiv überschätzt. Selbst wenn eine Geschichte wochenlang in den Medien und in den Parlamenten diskutiert wurde, heisst das noch lange nicht, dass sie bei Otto und Anna Muster angekommen ist. Gleichzeitig darf man nicht den Fehler machen, zu meinen, die Leute seien deshalb blöd.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Beton und Rosen

Der Kampf gegen den Rosengartentunnel wird kaum einfach zu gewinnen sein. Am einfachsten wäre das Projekt wohl zu bodigen, wenn sich Rotgrün mit Enthusiasmus hinter das Projekt stellen würde. Dann würde der bürgerliche Kanton in Versuchung geführt, der linksversifften Stadt eins auszuwischen.

Plädoyer für den Alltag

Wer im Kantonsrat zu einem Geschäft spricht, an dem er persönlich interessiert ist, legt zu Beginn seine Interessen dar. Das habe ich bei meinem Plädoyer für den Rahmenvertrag, respektive für die Bilateralen auch vor.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Das Avocado-Dilemma

Bereits 2017 schrieb Martin Lukacs im ‹Guardian›, es sei ein raffiniertes Täuschungsmanöver des Neoliberalismus, dass er uns einredet, die Klimaproblematik sei vor allem ein individuelles Versagen von uns Konsumentinnen und Konsumenten. Dabei seien nur rund 100 Unternehmen auf der Welt verantwortlich für über 71 Prozent aller Treibhausemissionen.