Category Gedanken zur Woche

Versteckte Rache

Parteiwechsel gehören zur Politik, ich finde sie durchaus legitim. Ich finde es sogar nachvollziehbar, dass man eine Partei mit Rachegelüsten und wüsten Reden verlässt, aber dann sollte man dazu stehen, dass man der alten Partei schaden will. Und sich auch überlegen, wie sehr man sich selber wandelte, und nicht einfach der verlassenen Partei Sturheit vorwerfen.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Aufbrechen

“So ehrlich war kaum je ein Unternehmer. Denn in deren Sonntagsreden kommt sonst stets ein Bekenntnis zum Markt und zum Wettbewerb. Aber letztlich will ein Unternehmer oder eine Unternehmerin vor allem eins: Geld verdienen. Und das geht besser ohne Konkurrenz.”

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Wählbarkeit

Was macht Wählbarkeit aus? «Wählbarkeit», meint die Philosophin Kate Manne in einem Gespräch mit Ezra Klein auf Vox, «ist kein statischer Faktor, es ist ein Faktor, den wir sozial konstruieren.» Weisse alte Männer gelten als wählbarer, weil sie der Norm derjenigen entsprechen, die ebendiese Ämter auch ausüben.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Freiheit und Waffen

Interessant scheint mir, wie also jetzt die Waffengesetz-GegnerInnen diesen amerikanischen Diskurs übernehmen, sich also amerikanisieren. Dabei sind sie nicht die Einzigen. Auch auf linker oder liberaler Seite stelle ich oft fest, dass amerikanische Debatten mehr oder minder unverändert übernommen werden. Auch wenn mich amerikanische Politik wohl überdurchschnittlich interessiert und mir jeder tumbe Antiamerikanismus fern liegt, finde ich diese Tendenz zuweilen bedenklich.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Die Party ist vorbei

Zuweilen frage ich mich ja, ob ich zu viel Zeit in den sozialen Medien vertrödle. Aber dann findet sich wieder eine Trouvaille. Zum Beispiel dieser Tweet von Roger Köppel: «Klima ist eine Intensiv-Mode, ein Rausch. Die Leute sind wie betrunken davon. Betrunkene nur bedingt ansprechbar, Gehirn teilweise ausser Kraft. Man muss warten, bis sie wieder nüchtern sind. Und selber keinesfalls aus dieser Flasche trinken.»

Vier Jahre mit Chancen

Die Wahlen im Kanton Zürich sind keine Vorwahlen oder ein Versuchslabor für die eidgenössischen Wahlen im Herbst. Am letzten Sonntag stimmten wir über Parlament und Regierung in Zürich für die nächsten vier Jahre ab. Wenn Politologen und JournalistInnen bereits am Tag nach den Wahlen sich seitenlang und mathematisch über die möglichen Auswirkungen der Zürcher Wahlen auf Bern ausbreiten, sei das ihnen überlassen. Ich verweigere mich diesen Spekulationen, weil es über Zürich genügend zu schreiben gibt.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Wählen wirkt schon

Es gibt genügend Gründe zu wählen. Und genügend Gründe, die Nachbarin, den Onkel oder die Arbeitskollegin auch noch davon zu überzeugen. Auch an der Urne abstimmen ist nicht schwer. Man kann es mit dem Sonntagsspaziergang verbinden oder seinen Kindern etwas Staatskundeunterricht erteilen. Es lohnt sich so oder so.

Wir sind es uns Wert

Die EinwohnerInnen der Schweiz schätzen das hiesige System, was sich bei Umfragen immer wieder zeigt. Durchaus mit guten Gründen: Es existieren wenig Branchen, in denen der Arme (meist sogar ein Sans-Papier) so gut wie im Gesundheitswesen bedient wird – und in den entscheidenden Bereichen sogar gleich gut wie der Reiche.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Glück gehabt

«Jeder ist seines Glückes Schmid» ist ein beliebtes Sprichwort jener, die an die Leistungsgesellschaft glauben. Die sozialeren unter ihnen betonen vielleicht noch den Einsatz für Chancengleichheit oder Chancengerechtigkeit. Aber wirklich gleiche Startchancen gibt es nicht, solange Reichtum und Glück derart ungleich verteilt sind.

Widerspruch bitte

Mit dem Thema Wellenreiten in der Politik befasste sich Michael Hermann im ‹Tages-Anzeiger› vom Dienstag. Wie rasch man von einer Welle getragen oder abgeworfen werden kann, erlebte die SP in den letzten Tagen.