Category Gedanken zur Woche

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Die wahre unsichtbare Hand

Die typische politische Diskussion rund um ausserfamiliäre Kinderbetreuung: Sie ist zu teuer. Das Einkommen der Frau geht ja vollkommen für die Kinderbetreuung drauf. Die Erwerbsarbeit lohnt sich also gar nicht. Was tun: Kosten senken und Steueranreize schaffen.

Ausweitung des Themenspektrums

So gut es tut, solch ermunternde Worte zu hören, die Fortschrittchen, die von der LGBT-Community eins ums andere erstritten werden mussten und weiter müssen, können den kräftigsten Kampfgeist arg strapazieren. Dafür ist das Gemeinschaftsgefühl der Pride da: Energie tanken – und weitermachen.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Kein Schönwetter-Programm

«Ich werde die Menschenrechte zerstören (rip up) und die Gesetze ändern, wenn sie uns daran hindern, den Terrorismus zu bekämpfen», meinte die englische Pre­mierministerin Theresa May im Nachgang zu den Terroranschlägen in Manchester und London. Das kann man auch als Wahlkampfgeplänkel einer zunehmend nervösen May abtun. Oder als Ausdruck der allgemeinen Hilflosigkeit, wenn es um so etwas unfassbar sinnloses wie Terrorismus geht.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Ideologische Scherze

Der Philosoph Peter Boghossian und der Mathematiker James Lindsay leisteten sich einen Scherz. Sie schrieben zusammen ein Papier mit dem Titel «The conceptual Penis» (der konzeptuelle Penis), das in der Zeitschrift Cogent Social Science veröffentlicht wurde. Der Penis sei kein Organ, sondern ein soziales Konstrukt, das isomorphisch zu einer performativen toxischen Maskulinität führe.

«Wir sind das Präsidium für alle»

Die Delegierten der SP Kanton Zürich haben am Montag entschieden: Priska Seiler Graf und Andreas Daurù bilden das neue Co-Präsidium. Wie sie das Amt interpretieren und was sie als erstes anpacken wollen, erklären die beiden im Gespräch mit Nicole Soland.

In der Mehrheit

Wann hat es das zum letzten Mal gegeben? Oder eher: Hat es das überhaupt schon mal gegeben? Dass man sich am Abstimmungssonntag die Resultate zu Gemüte führt und feststellt: Die Mehrheit hat den Stimmzettel genau gleich ausgefüllt, wie man es selbst getan hat.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Unwillkommenskultur

Ganz selten bin ich mal einer Meinung mit Barbara Steinemann oder Claudio Zanetti von der SVP. Nur in einem wohl: In der Skepsis gegenüber Integrationsvereinbarungen. Ich habe ein wenig ein grundsätzliches Unbehagen, wenn der Staat seine Bewohner erziehen will. Und es gruselt mich auch ein wenig vor einer Vorstellung einer Leitkultur, die vom Staat oder vom Boulevard diktiert wird. Wo ein Wohlverhalten verlangt wird, das über die Verfassung und unsere Gesetzgebung – und über das von SchweizerInnen hinausgeht. Und letztlich, ja, finde ich auch, dass Integration auch in der Eigenverantwortung der MigrantInnen liegt.

It’s the Mehrheit, Stupid!

Fassen wir zusammen: Dass ein Privater seine Häuser verlottern lässt, dennoch hübsch Miete verlangt, sie sodann der Stadt zu einem hohen Preis verkauft und die Transaktion obendrein so einfädelt, dass er ordentlich Steuern spart, ist und bleibt, nett ausgedrückt, unschön. Doch stört das die Bürgerlichen, die doch sosehr darauf aus sind, dass «pfleglich» mit Steuergeldern umgegangen wird? Anscheinend nicht. Sonst müssten sie die Steuergesetze ändern oder etwas gegen Mietwucher unternehmen.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Bomben und Monster

Was also tun? Ceglowski schlägt unter anderem vor, dass es nicht nur ein Recht auf Vergessen – wie es von DatenschützerInnen schon seit längerem gefordert wird – geben soll, sondern auch eine Pflicht.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Zurück in die Zukunft

Nun kann man selbstverständlich der Meinung sein, dass die Sozialdemokratie obsolet geworden ist. Dass der Patient nicht mehr zu retten sei. Ich sehe das natürlich anders. Auch in Zukunft sind sozialdemokratische Werte und Lösungen gesucht: Wie können Kapitalismus und Globalisierung gezähmt werden? Wie können internationale Institutionen demokratischer und transparenter werden? Wie gehen wir mit den Herausforderungen der künftigen Arbeitswelt um? Wie kann der Sozialstaat reformiert werden, so dass er den Anforderungen der modernen Gesellschaft besser genügt?