Category Gedanken zur Woche

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Suppen und Sündenböcke

Ich kann gut damit leben, für Dinge zu zahlen, die ich nicht oder selten nutze, aber dennoch sinnvoll sind. Tue ich ja mit meinen Steuern auch. Nur geht es nicht nur um mich. Die sich verändernden Mediengewohnheiten sind ein grosses Problem für die SRG. Die Zeiten, als sich eine Nation am Samstagabend vor dem TV als modernem Lagerfeuer versammelt, sind vorbei. Das Durchschnittsalter der SRF-ZuschauerInnen steigt.

Filz für Fortgeschrittene

Das Koch-Areal, genauer die Lautstärke der dort gespielten Musik, war vor nicht allzu langer Zeit in aller Munde. Das heisst, vor allem im Munde der FDP, die im Gemeinderat fleissig Vorstösse einreichte. Dann sank der Lärmpegel – und parallel dazu das Geschrei in den Medien.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Scherben

Nach der Abstimmung zur USR III und dem Ja zur Energiestrategie hatte man sich als Linke ein wenig ans Gewinnen gewöhnt. Der letzte Sonntag war deshalb ein ziemlicher Dämpfer. Umso mehr, weil wir eine Vorlage verloren haben, die wir hätten gewinnen können und sollen. 52,7 Prozent sagten Nein zur Altersvorsorge 2020, bei der Finanzierung durch die Mehrwertsteuer war es noch knapper: Aber auch sie scheiterte 50,05 Prozent – es hätte allerdings auch wegen dem Ständemehr nicht gereicht.  

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Unspektakulär

Der Spuk war relativ schnell vorbei. Bereits im zweiten Wahlgang erhielt Ignazio Cassis die erforderlichen Stimmen. Und schon nach dem ersten Wahlgang schien ziemlich sicher, dass der Favorit das Rennen machen wird. Cassis erhielt im ersten Wahlgang 109 Stimmen – 122 hätte er gebraucht. Pierre Maudet erhielt 62 Stimmen, Isabelle Moret 55, 16 Stimmen gingen an andere (wohl Spassvögel, die Christa Rigozzi oder ähnliches aufgeschrieben haben).

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Vogt, Gessler und Seldwyla

Es war eine der mühsamen Debatten im Gemeinderat. Und wie oft bei besonders mühsamen Debatten sind sie erst kaum totzukriegen und kehren später als Wiedergänger zurück. Die Rede ist hier vom Spurabbau beim Bellevue. All diese Gemeinderatsdebatten, endlosen Diskussionen – ich hätte es erfolgreich verdrängt, müssten wir jetzt nicht – mindestens indirekt – noch einmal darüber befinden.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Erwartungen, Enttäuschungen

Eine Zahl überraschte mich nach dem deutschen TV-Duell vom Sonntag. 54 Prozent seien laut Forschungsgruppe Wahlen der Meinung, dass Martin Schulz besser abgeschnitten hat als erwartet.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Die Zückerchen-Metapher

Der Zuschlag von 70 Franken für NeurentnerInnen sei ein bedauernswertes «Zückerchen», schreibt der Politgeograph Michael Hermann in seiner Kolumne im ‹Tages-Anzeiger›. Das sei keine sinnvolle Massnahme, sondern ein «rein abstimmungstaktisch motiviertes Überzuckern». Und das Problem sei, dass künftig – frei nach Mary Poppins – immer noch etwas Zucker in eine Reform getan werden muss, damit das Volk die bittere Medizin schluckt. 

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Vom Sockel gestürzt

Im Mai 1997 forderte der damalige SP-Gemeinderat Dominik Schaub, dass die Rudolf-Brun-Brücke in Moses-Ben-Menachem-Brücke umbenannt werden sollte. Der Grund: Rudolf Brun, der erste Bürgermeister Zürichs, sei der Hauptverantwortliche für ein Pogrom gewesen, den «Judenbrand», dem 1349 ein Grossteil der jüdischen Gemeinde zum Opfer fiel.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Einfach kompliziert

Der G20-Gipfel ist zu Ende. Und hinterlässt einen etwas ratlos. Die Berichterstattung war dominiert von den Krawallen. Unglaubliche Zerstörungswut der Chaoten. Wie im Krieg sei es gewesen. Und gewisse Bilder sehen auch tatsächlich so aus. Andere wiederum schreiben, es sei die falsche Polizeitaktik gewesen, die zur Eskalation geführt habe. Im Zentrum aber bei beiden Erzählungen: Die Krawalle. Was bleibt noch? Höchstens Angela Merkels Augenrollen.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Der Balken im eigenen Auge

Ich ärgere mich relativ regelmässig über die Artikel in der NZZ und anderswo, die den Meinungs- und Tugendterror der sogenannten Political Correctness anprangern.