Category Gedanken zur Woche

Ausgleich für wen?

Kein Wunder, haben die Bürgerlichen keine Medienmitteilungen verschickt. Sie dürften rundum zufrieden sein: Wieder mal hat ihre Regierung eine potenziell mühsame, da auf den Geldbeutel der Vermögenden zielende Idee der Linken elegant gebodigt. Und die Moral von der Geschicht›? Wer hat, dem wird gegeben. Amen.

Den Wählerauftrag gibts nicht

«Die 460 000 Mitglieder der SPD dürfen in den kommenden Wochen über den ausgehandelten Koalitionsvertrag abstimmen. Die Gegnerinnen und Gegner einer grossen Koalition sind gerade mächtig im Auftrieb. Ihr Argument unter anderem: Zuerst Opposition versprechen, dann grosse Koalition machen, zuerst einen Ministerposten ablehnen, dann Aussenamtschef werden wollen: Bald wird uns niemand mehr etwas glauben.»

Der Tropfen zuviel

Zum Schluss noch etwas Nachdenkliches: Claudia Nielsen ist nach Monika Stocker und Ruth Genner die dritte Frau mit einem unguten Ende als Stadträtin. Ohne dass sich die Drei mehr zuschulden kommen liessen als viele Männer.

Velorouten im Faktencheck

Im selben Interview darauf angesprochen, dass er doch «unsinnige Projekte – taktisch clever – hinziehen» könnte, entgegnet Leutenegger der Ehrliche, das liege ihm fern: «Wenn der Auftrag klar ist, dann kremple ich die Ärmel hoch und erfülle ihn, so gut es geht.»

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Geschichten von vorn & hinten

Ebenfalls klar scheint: Auch in einem unabhängigen Journalismus lohnt es sich manchmal, nach der Geschichte hinter der Geschichte zu suchen. Weil nicht immer so einfach ist, was zu schön einfach klingt.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Alles wird gut

Früher, sagen viele Rechte, da gab es noch vernünftige Sozis. Die nicht so jusofiziert und genderwahnsinnig waren. Oder die noch echte Büezer waren. Auf jeden Fall konnte man mit denen noch reden. Die gleiche Nostalgie gibt es aber auch umgekehrt. Der Patron mit dem goldenen Herzen. Der bildungsbürgerlich kulturinteressierte Liberale – vom Zürichberg oder aus dem Basler Daig – mit sozialem Engagement.

Gedanken zur Woche von Min Li Marti

Doppelt oder nüt

Mit der Doppelt-oder-Nüt-Strategie, wie sie Claudia Blumer propagiert, erreicht man in erster Linie das, was die Gegner wollen: Nämlich eben nichts. Und das ist erst recht nicht befriedigend.

Eine Ode an den Verzicht

Zürcher Bahnhofstrasse an einem Dienstagnachmittag im Dezember. Körper an Körper quetscht sich planlos entlang der Regale, gestresste Last-Minute-ShopperInnen drängeln sich links und rechts vorbei, Kinder zerren ungeduldig an Ärmeln und weinen. Es handelt sich um eine Gattung von Menschen, die sich in den letzten Jahren, so scheint es mir jedenfalls, rasant fortgepflanzt hat. Eine gross angelegte Studie in den USA kam zum Schluss, dass jeder Fünfte in den Tagen rund um Weihnachten gestresst ist. Laut einer Studie aus Grossbritannien verbringen wir im Schnitt sogar 288 Stunden mit Weihnachtsvorbereitungen. Das sind zwölf Tage und zwölf Nächte.

Lieber gut verwalten als schlecht regieren

Bleibe ich beim NZZ-Thema, ist die Antwort einfach: Lieber brav (oder gut) verwaltet, als schlecht regiert. Oder noch zugespitzter: Gutes Verwalten ist eine Voraussetzung, um im entscheidenden Moment regieren zu können. Wir befinden uns allerdings nicht in einer Krisensituation, und die Aufträge der Stimmberechtigten brav zu verwalten, ist derzeit wohl nicht das Dümmste. 

Anatomie eines Skandals

Der Skandal scheint perfekt: Eine linke Genderforscherin an der Uni Basel verbreitet «demokratiefeindliches Gedankengut». Als Folge davon «entzieht» ihr die Uni den Lehrauftrag. Die Rechten freuts und die Linken schiessen gegen die rückgratlose Uni. Die Rede ist von der Medienaffäre um die Soziologin Franziska Schutzbach, die in den letzten Wochen ihre Wellen schlug.