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Eine global gerechtere Welt

Mit guten Gründen stellen viele die UN-‹Development Goals› neben, ja über das Pariser Klima-Abkommen. Ohne eine nachhaltig gerechtere Ordnung der Welt ist das Abwenden von katastrophalen Entwicklungen kaum vorstellbar. Von der Wissenschaft und aus der Zivilgesellschaft wird jetzt deutlich an Defizite der Politik in der Schweiz erinnert.

Zuhören statt verbieten

Um es vorweg zu nehmen: Ich hatte selber einmal Sympathien für dieses Modell. Es klang wunderbar: Freier bestrafen, Nachfrage verbieten und Sexismus beenden. Weil natürlich: Prostitution ist ein Gewerbe, in dem Gewalt und Ausbeutung vorkommen,  sexistische Machtverhältnisse herrschen und Frauen, die Sex verkaufen, sind vulnerabel und oft prekarisiert. Ich bezeichne mich als Feministin und als Linke. Ich verabscheue das Patriarchat, ich mag keine Freier und ich halte Männer, die glauben, sie haben ein Recht auf Sex, für ein grosses Problem. Diese Männer würde ich ebenfalls gerne verbieten. Aber ich habe mir Leitlinien für die Politik, die ich unterstütze, gegeben.

Regeln statt Fingerzeigen

Die Einstellung, dass die Beibehaltung unseres Lebensstandards wichtiger ist, als der Gedanke daran, wie dieser sich auf den Rest der Welt auswirkt, machte sich kürzlich auch bemerkbar, als das Gesetz zum Export von Schweizer Waffen in krisenbetroffene Länder gelockert wurde. Die Vorgabe sei jetzt nur noch, dass die Waffen an Organisationen gehen, die nicht direkt mit dem Konflikt zu tun haben.

Der Bünzli rockt

«Rocken» war ja mal etwas Wildes, Rebellisches. Die inflationäre Verwendung des Verbs für alles und jedes («IT St. Gallen rockt») zeigt, wie der rebellische Habitus schon lange im Selbstverständnis des kleinen Bürgers angekommen ist. Wir hören Volksmusik, aber – hey! – die rockt sowas von! Wir stehen täglich im Stau, aber – hey! – dabei sitzen wir im SUV, dem Symbol für unbändige Freiheit! Wir zahlen brav unsere Steuern, aber – hey! – wir haben das Konto in Liechtenstein unterschlagen!

Die Rückkehr der Religion

Die Linke sollte sich auf ihr religionskritisches Fundament zurückbesinnen. Statt einer «Islam-Debatte» braucht es eine ergebnisoffene Diskussion über das Verhältnis von Religion und Gesellschaft.

«Niemand will heute die Frauen an den Herd zurückschicken»

Die Einkommenslücke der Frauen, die u.a. massive Auswirkungen auf die Rentenhöhe hat, setzt sich wie folgt zusammen: Rund ein Viertel der Lücke sind auf den Gender Pay Gap (GPG), das ist der Unterschied zwischen Bruttostundenlöhnen von Männern und Frauen, zurückzuführen. Der weitaus grösste Teil der Einkommenslücke, drei Viertel – d.h. rund 80 Milliarden Franken – hat jedoch mit der Verteilung der unbezahlten und bezahlten Arbeit zu tun.

Abschied

Fasten Your Seatbelt! Von Turbulenzen ist auszugehen.