Frieden und Journalismus

Im Zuge unserer Sammelaktion stellen wir unsere MitarbeiterInnen vor – dieses mal geht es um Peter Weishaupt, den Korrektor und Mitbesitzer des P.S.

 

 

Tobias Urech

 

 

«Du bist so etwas wie ein linkes Urgestein hier in Zürich, oder?» Peter Weishaupt schnaubt kurz auf nach dieser Frage und meint trocken, aber durchaus mit Humor: «Nun, manche behaupten das…» Man kennt Peter vor allem für seine Friedensarbeit. Er ist Geschäftsleiter des Schweizerischen Friedensrates und Redaktor der in Zürich erscheinenden Friedenszeitung. Er war bei der 68er-Bewegung dabei, verweigerte damals den Militärdienst und stand auch während der Unruhen in den 80er-Jahren wieder auf den Barrikaden. Doch nicht nur Frieden und Abrüstung trieben ihn um – sondern eben auch der Journalismus. So entstanden nach dem Untergang der DAZ vor rund zwanzig Jahren die Pläne, eine Abendzeitung herauszugeben, Peter war neben Matthias Erzinger federführend dabei. Es sollte eine Pendlerzeitung werden, ähnlich wie ‹20 Minuten› oder ‹Blick am Abend› heute funktionieren. Die Pläne waren ambitioniert, aber nicht übertrieben. «Ich glaube immer noch, dass es funktioniert hätte», meint Peter. Funktioniert hätte. Denn plötzlich sprangen wichtige Investoren vom fahrenden Zug ab. «Wir standen sogar kurz davor, Computer und IT für 200 000 Franken anzuschaffen.» Es kam zum Konkurs. Doch selbst als alles verloren schien, gab sich Peter nicht geschlagen. «Unser heutiger Kulturredaktor Thierry Frochaux, der damals ein Konkursopfer war, löste die IT aus der Abendzeitungs-Konkursmasse heraus – für einen Spottpreis!» Damit war der Grundstein gelegt für den Start des neuen P.S.

 

Tausendsassa

Heute schreibt Peter fürs P.S. zwar gelegentlich Artikel zur Friedensarbeit, vor allem aber ist er «der strenge Herr Korrektor», wie ihn unsere Polit-Redaktorin Nicole Soland zu nennen pflegt. Jeder Artikel kommt zuerst zu ihm, bevor er in den Druck geht. Peter ist aber auch zweiter Besitzer des P.S. neben unserer Verlegerin Min Li Marti und kümmert sich deswegen um die Buchhaltung und viele andere administrative Dinge. Zwar ist er pensioniert, doch meint er lachend: «Dieses Wort kenne ich nicht!» Stattdessen ist und bleibt er so umtriebig wie eh und je. Und es ist etwas in petto. Peter möchte zwar nicht zu viel preisgeben, aber: «Ich möchte noch ein Buch herausgeben.» Worüber genau und wann es herauskommen wird, möchte er noch nicht gross verraten. Aber dass es kommen wird, steht fest.

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