Das Mösli strahlt in neuem Glanz

Seit 1931 dient das Kinderfreundeheim Mösli bei der Felsenegg sowohl als Rückzugsort für Erwachsene wie auch als Lagerhaus für Kinder. Im Winter 2016/17 brauchte das alte Haus schliesslich eine Auffrischung.

 

 

Leonie Staubli

 

 

 

Das rote Haus im Grünen wird es genannt: das Kinderfreundeheim Mösli, das auf einer grossen Waldlichtung steht. 1931 wurde es von Leuten aus der Zürcher Arbeiterbewegung erbaut, damit ihre Kinder einen Ort zur Erholung in der Natur hätten. Heute kann man es mieten – zum Beispiel für Klassenlager, Familienfeste oder die regelmässigen Weekends der Roten Falken. Mit den grossen Schlaf- und Aufenthaltsräumen, einer Spielwiese mit Feuerstelle und einem Schwimmbassin ist es dafür bestens geeignet. Damit das Kinderfreundeheim weiter im Sinne seines Gründungszwecks geführt werden kann, wurde es 1988 zu einer Stiftung gemacht. Es lebt von der Vermietung, von den Mitgliederbeiträgen des Fördervereins «Freundeskreis Mösli» und von Spenden. Betrieben wird es von freiwilligen HelferInnen.

 

Doch 2016 war eine Renovierung nötig. Also machte man sich auf Spendensuche – und obwohl die Erneuerungsarbeiten fürs Erste abgeschlossen sind, ist der Bedarf an Geld für das Haus noch nicht gedeckt. Im Winter 2016/17 konnten das Dach und die Fassade samt Isolation erneuert werden. Ausserdem läuft die Telefonleitung nun unterirdisch zum Haus. Doch die neuen Auflagen der Feuerpolizei brauchten einen guten Teil des Geldes auf, so dass das Projekt zusammengestrichen werden musste, wie Barbara Hobi vom Stiftungsrat des Mösli erzählt. Auch das Schwimmbassin, das mit Quellwasser aus der Umgebung gefüllt wird, hätte eine Überholung nötig, und die Waschräume und die Küche müssten umgebaut werden. Das Sammeln geht also weiter.

 

Abenteuer Naturhaus

Noch eine weitere Neuerung gibt es, wie auf der Homepage zu lesen ist: Da das Kinderfreundeheim jetzt besser isoliert ist, kann es auch im Winter vermietet werden. Stiftungsrätin Hobi ist sich da aber noch nicht so sicher. Das Haus werde zwar sicher warm, aber der Winterbetrieb sei weit aufwändiger. Da-rum sollte man das Mösli am besten schon gut kennen, wenn man dort Sylvester verbringen will. Auch die Anreise dürfte nicht ganz einfach sein, da die Strasse zum Haus nicht vom Schnee befreit wird. Ein Aufenthalt könnte sich also abenteuerlich gestalten. Aber auch im Sommer hat das Mösli viel zu bieten – wie zum Beispiel den jährlich stattfindenden Bildungstag, der sich dieses Jahr um das Thema «Soziale Ungleichheit und Demokratie» dreht. Insgesamt lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall: «In den linken Kreisen ist das Mösli nicht mehr so bekannt – das ist sehr schade», sagt Hobi.

 

Bildungsveranstaltung «Soziale Ungleichheit und Demokratie» mit Ueli Mäder, Kurt Wyss und Andi Gross: Samstag, 9. Juni, 10.00-17.00h, Anmeldung bis zum 31. Mai. www.moeslihaus.ch

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