von Ina Müller

Hingehn!

Wenn alles gut gegangen ist, haben Sie heute keine Zeit gehabt, diese Kolumne zu lesen. Dann wären Sie heute alle mit Streiken beschäftigt gewesen – die Frauen zu Tausenden auf den Strassen und die Männer als ihre Stellvertreter im Haus und am Herd, bei der familiären Kinderbetreuung oder im Beruf, der keine Abwesenheiten erlaubt.

Rosarote Elefanten

Ein tolles Heft hat der VPOD mit der «Bildungspolitik» Nr. 211 vom Mai 2019 vorgelegt: Lauter Beiträge zur Geschlechtergerechtigkeit und zum Frauenstreik – grossartig! Leider trüben ausgerech­net zwei Beiträge von Männern das Bild. Schade…

Geht’s mich was an?

“Selbstverständlich ist es Politik, wenn Care-Berufe (zu denen auch die Bildung gehört) kaputtgespart werden, wenn plötzlich Effizienz postuliert, ein Markt eröffnet, Rentabilität gefordert und eine sauteure Evaluations-Kaste etabliert wird.”

Warum streiken?

Die Antwort ist komplexer und vielfältiger als die simple «Gleichberechtigung». Wir wollen ja nicht «gleich», wir wollen «anders». Das Feministische Leseseminar Zürich hat einen Katalog an Gegenfragen gesammelt, mit denen wir weitere Frauen dafür gewinnen können, sich in feministischen Anliegen und als Streikende wiederzuerkennen. Fragen Sie doch mal eine Bekannte oder Unbekannte (Auszug aus dem Fragenkatalog):

crazy / weglaufen

Die Elterngeneration bleibt selbst ewig jugendlich, Ausreissen ist der konsumistischen Form exzessiven Herumreisens gewichen, Selbstverwirklichung ist Pflicht. Sind wir nun alle frei?

Missverständnisse

Dass die Liebe kein angeborener Umstand ist, ist mittlerweile eine Binsenwahrheit. Denken wir nur ans Heiraten. Das war die längste Zeit eine Angelegenheit, die von materiellen Voraussetzungen, gesellschaftlichen Zielen und familiären Traditionen gesteuert wurde.

Rebellionszwang

Als Pädagogin über 50 und Mutter einer mittlerweile erwachsenen Tochter mache ich mir so meine Sorgen zum gesellschaftlichen Erbe meiner Generation…

Ärger vom Dienst

Was gibt’s Schöneres, als sich ab und zu so richtig deftig aufzuregen? Die Stirn in Zornesfalten zu legen, sich graue Haare wachsen zu lassen (aktueller Styling-Tipp!), volle Weingläser an die Wand zu schmeissen, hemmungslos herumzuschreien?

Frauen(t)räume

In den siebziger- und achtziger Jahren wurde es zur feministischen Selbstver-ständlichkeit, für Frauen öffentliche Räume einzufordern. In gemischten Gruppen über das Verhältnis der Geschlechter zu diskutieren, war ja extrem unerspriesslich.

Mycelien und Menschen…

Was ist das für ein schräges Pilzjahr heuer! Den Sommer durch wars so trocken, dass die Pilze geschlossen die Köpfe eingezogen haben. Nicht mal in meinem heimischen Wald war auch nur ein einziges dürres Eierschwämmli zu finden.