von Ina Müller

Geht’s mich was an?

“Selbstverständlich ist es Politik, wenn Care-Berufe (zu denen auch die Bildung gehört) kaputtgespart werden, wenn plötzlich Effizienz postuliert, ein Markt eröffnet, Rentabilität gefordert und eine sauteure Evaluations-Kaste etabliert wird.”

Warum streiken?

Die Antwort ist komplexer und vielfältiger als die simple «Gleichberechtigung». Wir wollen ja nicht «gleich», wir wollen «anders». Das Feministische Leseseminar Zürich hat einen Katalog an Gegenfragen gesammelt, mit denen wir weitere Frauen dafür gewinnen können, sich in feministischen Anliegen und als Streikende wiederzuerkennen. Fragen Sie doch mal eine Bekannte oder Unbekannte (Auszug aus dem Fragenkatalog):

crazy / weglaufen

Die Elterngeneration bleibt selbst ewig jugendlich, Ausreissen ist der konsumistischen Form exzessiven Herumreisens gewichen, Selbstverwirklichung ist Pflicht. Sind wir nun alle frei?

Missverständnisse

Dass die Liebe kein angeborener Umstand ist, ist mittlerweile eine Binsenwahrheit. Denken wir nur ans Heiraten. Das war die längste Zeit eine Angelegenheit, die von materiellen Voraussetzungen, gesellschaftlichen Zielen und familiären Traditionen gesteuert wurde.

Rebellionszwang

Als Pädagogin über 50 und Mutter einer mittlerweile erwachsenen Tochter mache ich mir so meine Sorgen zum gesellschaftlichen Erbe meiner Generation…

Ärger vom Dienst

Was gibt’s Schöneres, als sich ab und zu so richtig deftig aufzuregen? Die Stirn in Zornesfalten zu legen, sich graue Haare wachsen zu lassen (aktueller Styling-Tipp!), volle Weingläser an die Wand zu schmeissen, hemmungslos herumzuschreien?

Frauen(t)räume

In den siebziger- und achtziger Jahren wurde es zur feministischen Selbstver-ständlichkeit, für Frauen öffentliche Räume einzufordern. In gemischten Gruppen über das Verhältnis der Geschlechter zu diskutieren, war ja extrem unerspriesslich.

Mycelien und Menschen…

Was ist das für ein schräges Pilzjahr heuer! Den Sommer durch wars so trocken, dass die Pilze geschlossen die Köpfe eingezogen haben. Nicht mal in meinem heimischen Wald war auch nur ein einziges dürres Eierschwämmli zu finden.

Vierhänder

Ich arbeite an einer neuen Stelle. Die Schule hat einen hohen Sozialindex, also ein eher aufwändiges Miteinander. In meinem ersten Wahlfach Werken für eine
3. Sek erscheint nur die Hälfte der Gruppe.

Sand im Getriebe

Der Postauto-Skandal gibt mir zu denken. Ist es vielleicht doch nicht möglich, Dienstleistungen des Service public gewinnbringend anzubieten? In anderen Branchen findet man zwar nicht unbedingt ausgewachsene Betrügereien, aber doch kreatives Ausreizen oder Umdeuten des Systems.