von gastautorin

Eine global gerechtere Welt

Mit guten Gründen stellen viele die UN-‹Development Goals› neben, ja über das Pariser Klima-Abkommen. Ohne eine nachhaltig gerechtere Ordnung der Welt ist das Abwenden von katastrophalen Entwicklungen kaum vorstellbar. Von der Wissenschaft und aus der Zivilgesellschaft wird jetzt deutlich an Defizite der Politik in der Schweiz erinnert.

Zuhören statt verbieten

Um es vorweg zu nehmen: Ich hatte selber einmal Sympathien für dieses Modell. Es klang wunderbar: Freier bestrafen, Nachfrage verbieten und Sexismus beenden. Weil natürlich: Prostitution ist ein Gewerbe, in dem Gewalt und Ausbeutung vorkommen,  sexistische Machtverhältnisse herrschen und Frauen, die Sex verkaufen, sind vulnerabel und oft prekarisiert. Ich bezeichne mich als Feministin und als Linke. Ich verabscheue das Patriarchat, ich mag keine Freier und ich halte Männer, die glauben, sie haben ein Recht auf Sex, für ein grosses Problem. Diese Männer würde ich ebenfalls gerne verbieten. Aber ich habe mir Leitlinien für die Politik, die ich unterstütze, gegeben.

Regeln statt Fingerzeigen

Die Einstellung, dass die Beibehaltung unseres Lebensstandards wichtiger ist, als der Gedanke daran, wie dieser sich auf den Rest der Welt auswirkt, machte sich kürzlich auch bemerkbar, als das Gesetz zum Export von Schweizer Waffen in krisenbetroffene Länder gelockert wurde. Die Vorgabe sei jetzt nur noch, dass die Waffen an Organisationen gehen, die nicht direkt mit dem Konflikt zu tun haben.

Unterstützung jenseits der Grenzen

Vanja Crnojević flüchtete als Kind mit ihren Eltern aus Bosnien in die Schweiz. Heute leistet sie selber Flüchtlingshilfe – als Gründerin des Vereins «Borderfree Association», mit dem sie die Flüchtlinge in serbischen Camps unterstützt. Am Telefon erzählt sie Leonie Staubli von ihrer Arbeit.

Der Bünzli rockt

«Rocken» war ja mal etwas Wildes, Rebellisches. Die inflationäre Verwendung des Verbs für alles und jedes («IT St. Gallen rockt») zeigt, wie der rebellische Habitus schon lange im Selbstverständnis des kleinen Bürgers angekommen ist. Wir hören Volksmusik, aber – hey! – die rockt sowas von! Wir stehen täglich im Stau, aber – hey! – dabei sitzen wir im SUV, dem Symbol für unbändige Freiheit! Wir zahlen brav unsere Steuern, aber – hey! – wir haben das Konto in Liechtenstein unterschlagen!

Wenn das Label zwischen den Zähnen klebt

An den Chiquita- oder Fairtrade-Kleber auf Schalenfrüchten wie Bananen haben wir uns gewöhnt. Wer ihn vor der Abfalltrennung nicht mühsam abkratzt und separat entsorgt, siebt ihn später geduldig wieder aus dem Kompost heraus. Doch immer öfter haften Markenzeichen oder Labels auch auf essbereiten Äpfeln, Birnen oder Pfirsichen.

Silber oder Blei

Luz Piedad Caicedo ist eine kolumbianische Anthropologin und untersucht in ihren Forschungen die Auswirkungen des Kokainhandels auf die Menschen in Kolumbien. Im Rahmen einer Veranstaltung von SWISSAID besprach sie ihre Befunde auch in Zürich.

Die Rückkehr der Religion

Die Linke sollte sich auf ihr religionskritisches Fundament zurückbesinnen. Statt einer «Islam-Debatte» braucht es eine ergebnisoffene Diskussion über das Verhältnis von Religion und Gesellschaft.

Neue Sozialhilfequote

Im Jahr 2017 ist die Quote der Sozialhilfe Beziehenden leicht angestiegen: 5,4 Prozent der StadtzürcherInnen sind auf die Gelder angewiesen. Ein Grund dafür liegt auf dem Wohnungsmarkt.

Wohn-Spintisiererei

Vor vier Wochen bin ich umgezogen in eine hübsche 3-Zimmer-Wohnung an szenigster Lage im Kreis 3 – zum Schnäppchenpreis! Spintisiererei? Nein – aber ich muss bereits wieder weitersuchen, denn habe sie nur bekommen, weil die ganze Liegenschaft im November abgerissen wird zugunsten eines «Ersatzneubaus». Dies setze ich in Anführungszeichen, weil mir schwant, dass hier nicht…